Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siegerstrategien im deutschen Mittelstand 2008

17.04.2008
Studie von Ernst & Young: Erfolgsrezepte für den Mittelstand - Wie die Finalisten des Wettbewerbs "Entrepreneur des Jahres" wachsen

Erfolgsrezepte für den Mittelstand - Wie die Finalisten des Wettbewerbs "Entrepreneur des Jahres" wachsen

Unternehmen, die überdurchschnittlich wachsen, fördern die Mitarbeiter, um ihre Innovationskraft zu stärken und wirtschaftliche Erfolge zu sichern. Denn nur über neuartige Produkte gelingt es den Wachstumsunternehmen im Mittelstand, sich auf internationalen Märkten zu behaupten und sich dem Preisdruck von Billiganbietern zu entziehen.

Bei ihrem wirtschaftlichen Handeln lassen sich die Unternehmer schließlich auch von unternehmensethischen Vorstellungen leiten. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Zukunft gestalten - verantwortlich handeln - Siegerstrategien im deutschen Mittelstand 2008", die Ernst & Young zusammen mit dem F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen gerade vorlegt.

Darin werden die Erfolgsrezepte von rund 100 mittelständischen Unternehmen analysiert, die in den vergangenen Jahren sehr stark wuchsen und sich damit als Finalisten für den Wettbewerb "Entrepreneur des Jahres 2007" qualifizierten. In die Untersuchung flossen Kennzahlen ebenso wie die Erfahrungen und Einschätzungen der Unternehmer ein. Dabei repräsentieren die analysierten Gesellschaften alle wichtigen Branchen.

77 Prozent von ihnen erwirtschaften einen Umsatz von mindestens 25 Millionen Euro pro Jahr, mehr als die Hälfte von ihnen steigerte ihre Erlöse in den vergangenen Jahren um mehr als 25 Prozent, in jedem Dritten legte wiederum die Zahl der Mitarbeiter um mindestens 25 Prozent zu. "Die Studie ,Siegerstrategien im Mittelstand' belegt sechs wichtige Siegerstrategien, durch die sich mittelständische Unternehmen auf internationalen Märkten abheben und auch unter wachsendem Wettbewerbsdruck nachhaltig wachsen", berichtet Wolfgang Glauner, Autor der Studie bei Ernst & Young. "Wir empfehlen diese zur Nachahmung und wollen in nachvollziehbaren Fallstudien Unternehmern Denkanstöße vermitteln."

Erfolgsrezept 1: Neues sichert Wachstum und Zukunft

Innovationen gelten Wachstumsunternehmern als wichtigster Schritt zum Erfolg. Mehr als ein Drittel von ihnen will dadurch bestehende Märkte tiefer durchdringen, etwa jeder Zehnte weitere Kunden anziehen. Neue Produkte bieten Wettbewerbsvorteile, binden Kunden, aber auch Mitarbeiter. Daher investiert etwa jeder dritte Befragte mindestens zehn Prozent des Umsatzes in die Forschung, fünf Prozent sogar mehr als 20 Prozent: Dieser Aufwand lässt sich mit den Ausgaben von Hochtechnologie-Konzernen vergleichen und zahlt sich aus: 28 Prozent der Unternehmen liefert Angebote, die neuartig sind. Etwa jedes vierte Unternehmen meldet mindestens ein Patent oder ein Gebrauchsmuster pro Jahr an. Und 43 Prozent erwirtschaften 40 Prozent der Einnahmen durch Neuheiten.

Erfolgsfaktor 2: Bildung stärkt die Innovationskraft

Wenigstens ein Fünftel ihrer Arbeitszeit widmen erfolgreiche Mittelständler ihren Mitarbeitern. Den meisten von ihnen - 67 Prozent - ist bewusst, dass diese entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen. Daher investieren sie auch in ihre Angestellten: Um Fachwissen auf dem Laufenden zu halten und zu verbessern, setzen 97 Prozent der Befragten auf Weiterbildung. Fast jeder Dritte stellt dafür den Angestellten mindestens zwölf Arbeitstage zur Verfügung. Vier von fünf Unternehmen lassen nicht nur Fachwissen schulen, sondern auch Persönlichkeit und Organisationstechniken. Der Einsatz für die Bildung fördert das Wachstum: Fünf Prozent der Unternehmer konnte die Belegschaft im letzten Geschäftsjahr verdoppeln, etwa jeder Dritte wenigstens um ein Viertel steigern.

Erfolgsfaktor 3: Kundenwünsche bringen voran

Weniger ist mehr, wenn es um Kunden geht: 34 Prozent der Unternehmer bedienen nur bis zu 250 Käufer, mehr als zwei Drittel erwirtschaften nur mit rund 20 Prozent ihrer Kunden den Großteil ihrer Einnahmen. Was eigentlich ein Risiko von Abhängigkeit birgt, nutzen die Betriebe als Chance zur Spezialisierung und für maßgeschneiderte Angebote. Mehr als die Hälfte der Befragten beziehen zudem ihre Kunden in die Entwicklung von Produkten ein; drei Viertel schulen die Kundenorientierung ihrer Mitarbeiter. Dank innovativer Angebote und Spezialisierung gelingt es den Unternehmen, neue Märkte zu erobern und Preise unabhängig zu gestalten: Knapp ein Viertel erzielen 60 bis 100 Prozent ihres Umsatzes mit Neukunden. Jedes Zweite kann sich hohe Preise leisten, nur jedes Zehnte gruppiert sich ins mittlere und niedrige Preissegment ein.

Erfolgsfaktor 4: Gesellschaftliches Engagement motiviert

Wachstumsunternehmer denken nicht nur an den Profit, sie fühlen sich in hohem Maße der Gesellschaft verpflichtet - und begründen auch damit einen Teil ihres Erfolgs. 96 Prozent von ihnen setzen sich aktiv für Hilfsprojekte oder für den Umweltschutz ein. Das dient nicht nur der Imagepflege, in erster Linie stehen ethische Vorstellungen im Mittelpunkt: Wenigstens einen Teil der Gewinne an die Gesellschaft zurückzugeben und so die Zukunft mitzugestalten, das empfinden 81 Prozent der Unternehmer als persönliche Motivation. Etwa jeder Zweite will durch gesellschaftliches Engagement Mitarbeiter gewinnen. Besonders oft fördern die Befragten Bildungseinrichtungen, karitative Organisationen oder Naturschutzprojekte. Jeder Zweite spendet Geld, immerhin etwa jeder Fünfte stellt für derartige Projekte auch Mitarbeiter frei.

Erfolgsfaktor 5: Partnerschaften helfen beim Wachstum

Gemeinsamkeit macht stark - gerade auf globalen Märkten: Im Schnitt erzielen die analysierten Firmen rund ein Drittel ihrer Umsätze im Ausland. Um auf eigene Stärken zu fokussieren, suchen die Unternehmer für die Expansion nach Partnern. Jeder Dritte prüft dazu Joint Ventures, 29 Prozent schauen nach Firmen aus, an denen sie sich beteiligen können. Kooperativ zeigen sich die Unternehmer auch in Sachen Innovation: Außer den Ideen von Mitarbeitern oder Kunden beziehen sie auch jene von Lieferanten ein. Daher arbeiten bei 40 Prozent der Unternehmen Ingenieure von Zulieferern in der Entwicklungsabteilung mit.

Erfolgsfaktor 6: Vorausschauen sichert die Zukunft

20 Prozent ihrer Arbeitszeit widmen die Befragten der Strategie.
Dabei ist es ihnen wichtig, frühzeitig Risiken zu erkennen. Um auf Entwicklungen schnell zu reagieren, prüfen 40 Prozent der Befragten regelmäßig den Wettbewerb auf Übernahmechancen oder Partnerschaften. Auch der Innovationsprozess unterliegt steter Kontrolle durch fach- und funktionsübergreifende Teams. Geldfragen werden indes auf eher traditionelle Weise gelöst: An erster Stelle finanzieren die Befragten das Wachstum aus dem Gewinn, daneben achten sie auf ihre Kosten: 60 Prozent schauen etwa auf den Aufwand für Material.

Die Studie "Zukunft gestalten - verantwortlich handeln - Siegerstrategien im deutschen Mittelstand 2008" enthält neben den Ergebnissen auch Fallstudien von wachstumsstarken, mittelständischen Unternehmen. Sie umfasst 45 Seiten, kostet 48,- Euro und kann unter www.entrepreneur-des-jahres.de bestellt werden.

Zum Wettbewerb "Entrepreneur des Jahres":

Ernst & Young organisiert den Unternehmerwettbewerb "Entrepreneur des Jahres" weltweit in über 50 Ländern. In Deutschland wird die Auszeichnung 2008 zum zwölften Mal verliehen. Mit dem Preis werden unternehmerische Spitzenleistungen identifiziert und honoriert. Eine hochrangig besetzte, neutrale Jury, bestehend aus Unternehmern und Professoren, wählt die "Entrepreneure des Jahres" aus. Namhafte Unternehmen und Medien unterstützen den Wettbewerb als Partner. Dazu gehören BMW, IKB Deutsche Industriebank, Capgemini, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Manager Magazin.

Über Ernst & Young:

Die Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft mit Hauptsitz in Stuttgart ist eine der drei großen deutschen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften und unabhängiges Mitglied des internationalen Netzwerkes von Ernst & Young Global*. In der Steuerberatung ist Ernst & Young die Nummer eins unter den deutschen Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Ernst & Young beschäftigt rund 6.100 Mitarbeiter an 21 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2006/2007 einen Umsatz von 1,08 Milliarden Euro. Die rund 130.000 Mitarbeiter von Ernst & Young Global erzielten im Geschäftsjahr 2006/2007 einen Umsatz von 21,1 Mrd. US$.

Der Ernst & Young-Verbund in Deutschland bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung sowie Transaktions-, Management-, Risiko- und Immobilienberatung.

* Die Internationale Ernst & Young Organisation setzt sich aus selbstständigen und rechtlich unabhängigen Mitgliedsunternehmen zusammen. Eines davon ist die Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft.

Wolfgang Glauner | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.ey.com

Weitere Berichte zu: Erfolgsfaktor Erfolgsrezept Siegerstrategie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht „Moonwalk“ für die Wissenschaft zeigt Verzerrungen im räumlichen Gedächtnis
18.11.2019 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Mobilität im Zeichen von Umbruch und Klimawandel
13.11.2019 | Duale Hochschule Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neu entwickeltes Glas ist biegsam

Eine internationale Forschungsgruppe mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat ein Glasmaterial entwickelt, das sich bei Raumtemperatur bruchfrei verformen lässt. Das berichtet das Team aktuell in "Science". Das extrem harte und zugleich leichte Material verspricht ein großes Anwendungspotential – von Smartphone-Displays bis hin zum Maschinenbau.

Gläser sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen Welt. Dabei handelt es sich im Alltag meist um sauerstoffhaltige Gläser, wie sie etwa für Fenster und...

Im Focus: Images from NJIT's big bear solar observatory peel away layers of a stellar mystery

An international team of scientists, including three researchers from New Jersey Institute of Technology (NJIT), has shed new light on one of the central mysteries of solar physics: how energy from the Sun is transferred to the star's upper atmosphere, heating it to 1 million degrees Fahrenheit and higher in some regions, temperatures that are vastly hotter than the Sun's surface.

With new images from NJIT's Big Bear Solar Observatory (BBSO), the researchers have revealed in groundbreaking, granular detail what appears to be a likely...

Im Focus: Veränderungen der Chiralität von Molekülen in Echtzeit beobachten

Chirale Moleküle – Verbindungen, die als Bild und Spiegelbild vorkommen – spielen eine wichtige Rolle in biologischen Prozessen und in der chemischen Synthese. Chemikern der ETH Zürich ist es nun erstmals gelungen, mit Hilfe von Ultrakurzzeit-Laserpulsen Änderungen der Chiralität während einer chemischen Reaktion in Echtzeit zu beobachten.

Manche Moleküle können in zwei spiegelbildlichen Formen existieren, ähnlich wie unsere Hände. Obwohl solche sogenannten Enantiomere fast identische...

Im Focus: Durchbruch in der Malariaforschung

Eine internationale Forschungsgruppe um den Zellbiologen Volker Heussler von der Universität Bern hat hunderte genetische Schwachstellen des Malaria-Parasiten Plasmodium identifiziert. Diese sind in der Medikamenten- und Impfstoffentwicklung dringend erforderlich, um die Krankheit dereinst ausrotten zu können.

Trotz grosser Anstrengungen in Medizin und Wissenschaft, sterben weltweit immer noch mehr als 400'000 Menschen an Malaria. Die Infektionskrankheit wird durch...

Im Focus: Bauplan eines bakteriellen Kraftwerks entschlüsselt

Wissenschaftler der Universität Würzburg und der Universität Freiburg gelang es die komplexe molekulare Struktur des bakteriellen Enzyms Cytochrom-bd-Oxidase zu entschlüsseln. Da Menschen diesen Typ der Oxidase nicht besitzen, könnte dieses Enzym ein interessantes Ziel für neuartige Antibiotika sein.

Sowohl Menschen als auch viele andere Lebewesen brauchen Sauerstoff zum Überleben. Bei der Umsetzung von Nährstoffen in Energie wird der Sauerstoff zu Wasser...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

Humanoide Roboter in Aktion erleben

18.11.2019 | Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Antibiotika aus dem Meer

18.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Lebende Brücken: Mit alten indischen Bautechniken moderne Städte klimafreundlich gestalten

18.11.2019 | Architektur Bauwesen

„Moonwalk“ für die Wissenschaft zeigt Verzerrungen im räumlichen Gedächtnis

18.11.2019 | Studien Analysen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics