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Testosteronspray steigert sexuelle Zufriedenheit von Frauen

16.04.2008
Sprayvariante wird bislang nur in Studien eingesetzt

Die Verwendung von Testosteronsprays kann die sexuelle Zufriedenheit von Frauen vor der Menopause leicht verbessern. Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor, die in der gestern, Dienstag, erschienenen Ausgabe der Annals of Internal Medicine veröffentlicht worden ist.

Wissenschaftler haben demnach 261 Frauen im Alter zwischen 35 und 46 Jahren untersucht, die in sechs verschiedenen australischen Krankenanstalten wegen einer schwach ausgeprägten Libido und niedrigen impfstofffreien Testosteronwerten in Behandlung standen. Durch einen zufälligen Auswahlprozess wurden den Frauen über die Dauer von 16 Wochen drei verschiedene Dosen eines Testosteronsprays verabreicht.

Einige davon erhielten allerdings lediglich ein Placebo. Nach Ende des Beobachtungszeitraums berichteten alle Versuchspersonen über einen Anstieg in der Wahrnehmung der eigenen sexuellen Zufriedenheit. Seltsamerweise machte es in diesem Zusammenhang aber anscheinend keinen Unterschied, ob die betroffene Frau tatsächlich Testosteron oder nur ein Placebo als Behandlung erhalten hatte.

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"Luststörungen bei Frauen sind ein weit verbreitetes Problem. Neueren Studien zufolge sind etwa 40 Prozent der Frauen von derartigen sexuellen Störungen betroffen", erklärt May Ziller, stellvertretende Leiterin des Schwerpunktes Gynäkologische Endokrinologie, Reproduktionsmedizin und Osteologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg http://www.med.uni-marburg.de , im Gespräch mit pressetext. Derzeit sei allerdings noch kein wirklich effektiver Weg gefunden, wie betroffene Patientinnen behandelt werden können. "Das einzige Präparat, das aktuell in diesem Zusammenhang am Markt zu finden ist, ist ein spezielles Testosteronpflaster", stellt Ziller fest. Die Sprayvariante sei jedenfalls zur Zeit noch zu wenig erforscht. "Testosteronsprays werden bislang nur zu wissenschaftlichen Studienzwecken eingesetzt", betont Ziller. Ihre tatsächliche Wirkung sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausreichend belegt.

"Die Behandlung mit Testosteronpräparaten ist aber nur eine der Möglichkeiten, wie sexuellen Störungen bei Frauen beigekommen werden kann", ergänzt Ziller. Prinzipiell sei in solchen Fällen neben der medizinischen vor allem auch eine umfangreiche seelische Betreuung von Nöten. "Der Libidoverlust bei Frauen stellt eine starke Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen dar", stellt Ziller klar. Welche spezifischen Behandlungsmethoden sich in Zukunft etablieren werden, sei heute noch vollkommen unklar. "Ich glaube, dass die Möglichkeit, durch Testosteron solchen sexuellen Störungen bei Frauen entgegenzuwirken, durchaus zukunftsweisend sein kann", räumt Ziller ein.

Auch Rosemary Bassone von der University of British Columbia in Vancouver http://www.ubc.ca weist in ihrem die Studie begleitenden Leitartikel darauf hin, dass die Testosteronmethode derzeit noch nicht ausreichend getestet ist. "Wir haben noch keine vollkommen zufrieden stellende Begründung gefunden, die für eine solche Therapie sprechen würde", stellt Bassone darin fest. Vor allem im Hinblick auf eine entsprechende Langzeitwirkung würden noch wichtige Daten fehlen.

Sorgen machen sich die Wissenschaftler aber auch über möglicherweise auftretende Nebenwirkungen des Therapieansatzes. So klagten rund 81 Prozent der Studienteilnehmerinnen, denen zuvor Testosteron verabreicht worden war, über solche. Der meist genannte ungewollte Nebeneffekt der Behandlung war dabei verstärkter Haarwuchs in den Körperregionen, wo der Spray aufgetragen worden war.

Markus Steiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.annals.org

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