Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beauftragung Dritter mit der Vermittlung erhöht die Beschäftigungschancen von Hartz-IV-Empfängern kaum

26.03.2008
Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt: Die Beschäftigungschancen von Hartz-IV-Empfängern, die Anfang 2005 einem privaten Vermittlungsdienstleister zugewiesen wurden, stiegen je nach Teilgruppe gar nicht oder nur in geringem Umfang.

Sie sind, verglichen mit Hartz-IV-Empfängern, die bei der öffentlichen Arbeitsvermittlung geblieben sind, im Durchschnitt genauso häufig oder sogar häufiger arbeitslos gemeldet. Nur einzelne, eher schwer vermittelbare Gruppen haben in geringem Umfang von der Überweisung an private Vermittlungsdienstleister profitiert.

Leicht erhöhte Beschäftigungschancen durch die Beauftragung Dritter mit der Vermittlung verzeichnet die IAB-Studie bei jungen ostdeutschen Männern unter 25 Jahren, ostdeutschen Geringqualifizierten, westdeutschen Frauen ab 50 Jahren, westdeutschen Männern mit Migrationshintergrund und bei langzeiterwerbslosen Frauen ab 30 Jahren in Ost und West.

Nach diesen Ergebnissen würden eher schwer vermittelbare Personengruppen von der Überweisung an private Vermittlungsdienstleister profitieren. Das könne aber auch einfach daran liegen, dass sich Anfang 2005, direkt nach Einführung des Arbeitslosengelds II, die Vermittlungsaktivitäten der öffentlichen Träger auf vergleichsweise leicht vermittelbare Hartz-IV-Empfänger konzentrierten, geben die Arbeitsmarktforscher zu bedenken.

Nach Einschätzung des IAB eignet sich die Einbindung privater Vermittlungsdienstleister durchaus zur Ergänzung des Angebots der öffentlichen Arbeitsvermittlung. Durch den Wettbewerb können Potenziale zur Steigerung der Vermittlungseffektivität ausgelotet werden. "Zudem kann die öffentliche Arbeitsvermittlung durch die zunehmende Erfahrung mit solchen Beauftragungen -- im Sinne einer lernenden Organisation -- Wege finden, Dritte wirkungsvoller als bisher einzubinden", schreiben die Autoren der Studie.

Die in der IAB-Studie untersuchte "Beauftragung Dritter mit der Vermittlung" ist nicht identisch mit der Ausgabe von Vermittlungsgutscheinen an Arbeitslose, die sich mit dem Gutschein an einen privaten Arbeitsvermittler ihrer Wahl wenden können. Anders als bei den Vermittlungsgutscheinen werden bei der "Beauftragung Dritter" Arbeitslose für mehrere Monate einem mit der Vermittlung beauftragten Träger zugewiesen. Im Jahr 2005 betraf dies rund 157.000 Empfänger von Arbeitslosengeld II, im Jahr 2007 nur noch 50.000. Der Rückgang lässt sich auf drei Ursachen zurückführen: Im Jahr 2005 bot sich die Einschaltung Dritter nicht zuletzt als Möglichkeit an, um personelle Engpässe in der öffentlichen Arbeitsvermittlung auszugleichen. In den Jahren 2006 und 2007 wurden weitere Vermittler eingestellt. Die Einschaltung Dritter verlor damit an Bedeutung. Zudem ist die Beauftragung Dritter mit einem nicht unerheblichen Verwaltungsaufwand verbunden - von der Vergabe des Auftrags über die Auswahl der Arbeitslosen bis hin zur Nachbereitung in den Fällen, in denen keine Vermittlung stattfand. Vor allem aber blieben die Erfolge der Einschaltung Dritter hinter den Erwartungen zurück.

Die IAB-Studie im Internet: http://doku.iab.de/kurzber/2008/kb0508.pdf.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/kurzber/2008/kb0508.pdf

Weitere Berichte zu: Arbeitsvermittlung Hartz-IV-Empfänger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen
19.07.2018 | Swiss Tropical and Public Health Institute

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics