Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Frühwarnsystem" für Gang- und Gleichgewichtsstörungen im Alter

18.03.2008
Menschen mit schwerwiegenden Veränderungen der so genannten weißen Gehirnsubstanz neigen stärker zu Gang- und Gleichgewichtsstörungen im Alter als Menschen, deren Gehirn diese Abweichungen nicht zeigt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Neurologen des Mannheimer Universitätsklinikums gemeinsam mit Kollegen aus elf europäischen Forschungszentren durchgeführt haben. Veröffentlicht wird sie dieser Tage in der renommierten Fachzeitschrift Neurology.

Hauptautor des Artikels ist Privat-Dozent Dr. Hansjörg Bäzner, Leitender Oberarzt an der Neurologischen Universitätsklinik (Direktor: Professor Dr. Michael Hennerici). "Ein unsicherer Gang und Stürze im Alter sind häufige Ursachen für Behinderungen und Bettlägerigkeit." Mit diesen Worten erklärt Bäzner, warum die neuen Erkenntnisse so wertvoll sind, und fährt fort: "Oder, anders formuliert, Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben.

Je früher wir die Anzeichen erkennen, die zum möglichen Verlust der körperlichen Beweglichkeit führen, desto besser können wir Lebensqualität auch im hohen Alter erhalten." Um motorischen Unsicherheiten vorzubeugen, empfiehlt Bäzner älteren Menschen vor allem regelmäßige körperliche Betätigung, zum Beispiel in Form von längeren Spaziergängen oder gezielten gymnastischen Übungen.

Warum sich bei manchen Menschen die weiße Gehirnsubstanz stärker verändert als bei anderen, können Wissenschaftler noch nicht mit Sicherheit erklären. Doch scheint festzustehen, dass dies häufig dann der Fall ist, wenn eine bestehende Bluthochdruck-Erkrankung nicht ausreichend behandelt wird. Wichtig sind daher nicht nur Gymnastik und Gleichgewichtsübungen, sondern ab einem Alter von etwa fünfzig Jahren regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks.

Im Rahmen der Studie, die unter dem Namen LADIS (Leukoaraiosis and Disability) erschienen ist, unterzogen sich 639 Männer und Frauen zwischen 65 und 84 drei Jahre lang Untersuchungen des Gehirns. Parallel dazu wurde ihr Gang untersucht und die Fähigkeit getestet, das Gleichgewicht zu halten. 284 Personen wiesen nur leichte Veränderungen der weißen Gehirnsubstanz auf. Bei 195 waren die Veränderungen mäßig und bei 158 auffallend stark ausgeprägt. Bei letzteren war die Wahrscheinlichkeit für eine Beeinträchtigung des Gehens und der Balance doppelt so hoch wie bei der ersten Gruppe - das Gleiche galt bezüglich bereits vorgekommener Stürze.

Der Originalartikel ist in der Zeitschrift Neurology der American Academy of Neurology, Ausgabe vom 18. März 2008, unter dem Titel "Association of gait and balance disorders with age-related white matter changes - the LADIS study" erschienen.

Klaus Wingen | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum-mannheim.de

Weitere Berichte zu: Gang- und Gleichgewichtsstörung Gehirnsubstanz LADIS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen
19.07.2018 | Swiss Tropical and Public Health Institute

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics