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Mädchen haben biologischen Vorteil beim Spracherwerb

06.03.2008
Forscher untersuchten Gehirnaktivitäten beim Lernprozess

Die Tatsache, dass Mädchen leichter Sprachen erlernen als Buben ist seit längerem bekannt. Die biologische Ursache für diesen Vorteil wollen nun Wissenschaftler der Northwestern Universität gefunden haben.

Im Rahmen einer Studie zeigten sich bei Mädchen während linguistischer Tests stärkere Aktivitäten in der Region des Gehirns, die für das dekodieren von Sprache zuständig ist. Das bedeutet, dass sie Sprache abstrakt verarbeiten können. Bei Buben kommen dabei eher visuelle und auditive Regionen zum Einsatz. Sie sind stärker von der jeweiligen Präsentation des Lernmaterials abhängig.

Das Forscherteam untersuchte 31 Buben und 31 Mädchen im Alter von neun bis 15 Jahren und präsentierte die Ergebnisse in dem Fachmagazin Neuropsychologia. Die Gehirnaktivität der Kinder wurde während verschiedener sprachlicher Tests gemessen.

Aus den Ergebnissen schließen die Wissenschaftler, dass es für Buben einfacher ist zu lernen, wenn sie sowohl visuell als auch auditiv unterrichtet werden. Dies kann beispielsweise durch ein Lehrbuch und gleichzeitigen verbalen Unterricht passieren. Mädchen hingegen kommen auch mit einer der Methoden zurecht.

"Für Mädchen war es egal, ob sie ein Wort gehört oder gelesen haben", so der Forscher Douglas Burman. "Das weist darauf hin, dass Mädchen in einer abstrakteren Form lernen und das ist für den Lernprozess ideal." In weiterer Folge wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, ob der Vorteil der Mädchen mit zunehmendem Alter kleiner wird. Frühere Untersuchungen hätten vermuten lassen, dass der sensorische Nachteil der Buben während der Jugend verschwindet.

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.northwestern.edu

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