Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland zwischen Forscherparadies und Innovationswüste

06.06.2002


Top-Wissenschaftler beurteilen den Wissenschaftsstandort Deutschland zum 20-jährigen Jubiläum des Philip Morris Forschungspreises

Wie der Wissenschaftsstandort Deutschland attraktiver werden kann, ist für Politiker, Wirtschaftsvertreter und Wissenschaftler gleichermaßen bedeutsam. Welche Bedingungen finden Wissenschaftler in der deutschen Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit und welche Zukunft sehen sie? Antworten gab die deutsche Wissenschaftselite in einer TNS EMNID-Umfrage (Bielefeld) im Auftrag der Philip Morris Stiftung.

104 von insgesamt 135 Philip Morris Forschungspreisträgern aus unterschiedlichsten Disziplinen bewerteten Bedingungen für Forschung in Deutschland, auch im internationalen Vergleich. Die allgemeinen Rahmenbedingungen für Wissenschaft in Deutschland sehen sie kritisch. Gute Chancen sehen sie für wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Befragten beurteilen positiv, dass sich Wissenschaft und Wirtschaft einander stetig annähern.

Gute Chancen für Nachwuchs - nur mittelmäßige Beurteilung für Rahmenbedingungen

Die Chancen für wissenschaftlichen Nachwuchs schätzen über 60 Prozent der Top-Wissenschaftler als gut oder sehr gut ein. Allerdings müsse die Förderung kluger Köpfe bereits in den Schulen anfangen, und im Hochschulsystem bestehe enormer Reformbedarf. Ein Befragter bringt die Forderung vieler auf den Punkt: "Das Beamtentum für Hochschulprofessoren muss sofort aufgelöst werden. Hochschulprofessoren müssen leistungs- und ergebnisorientiert bezahlt werden." Finanziell attraktivere Stellen sind nach Meinung der Forscher nötig, um qualifizierte Kräfte vom Abwandern in die Industrie abzuhalten.

Den allgemeinen Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Innovationen in Deutschland geben die befragten Forscher durchschnittlich die Schulnote 2,6. Hier besteht deutlich Spielraum für Verbesserungen. Vor allem Geldmangel und der bürokratische Aufwand für Anträge macht den Wissenschaftlern das Forschen oft schwer. Einige sprechen dabei von einem regelrechten "Hindernislauf", der wertvolle Zeit und Kapazitäten bindet.

Die USA als Vorbild

Die USA stehen in den Augen der befragten Preisträger besser da als Deutschland. 64 Prozent sehen die Vereinigten Staaten in Sachen Forschung als Vorbild. Dazu tragen vor allem technisch besser ausgestattete Universitäten und der geringere Verwaltungsaufwand bei. Die Befragten werten auch die amerikanische Mentalität positiv. Hier betonen sie die höhere Risikobereitschaft bei neuen Projekten und größere Offenheit auch jungen oder unbekannten Wissenschaftlern gegenüber.

Raus aus dem Elfenbeinturm

Wissenschaftler scheuen die Öffentlichkeit zusehends weniger. Sie streben verstärkt nach öffentlichem Interesse für ihre Arbeit. 86 Prozent der befragten Preisträger sind überzeugt, dass zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit ihrem Forschungszweig nützen würde. Wobei etwas mehr als die Hälfte der Befragten das Ansehen von Wissenschaft in der Öffentlichkeit bereits als hoch oder sehr hoch einschätzt.

Forschen für die Zukunft

Bei der Frage nach den größten zukünftigen Herausforderungen nennen die Mehrheit der Top-Forscher die Energieproblematik und den Treibhauseffekt. Die Experten fordern vor allem, den weltweiten CO2-Ausstoß zu verringern und alternative Energiequellen zu fördern. Das Bevölkerungswachstum einzudämmen, sehen viele Befragte als große Herausforderung; hier müsse man auch Wege finden, den Lebensstandard in Entwicklungsländern zu erhöhen. Auch die Bio- und Gentechnologie sind für die Wissenschaftler wichtige Forschungsfelder der Zukunft; sie warnen jedoch davor, ethische Gesichtspunkte zu missachten.

Die vollständigen Studienergebnisse als Broschüre können Sie anfordern:

Pressebüro Philip Morris Forschungspreis, Telefon 0 89/5 90 42-195, Fax 0 89/5 90 42-100, E-Mail: philipmorris.stiftung@pmintl.com

Die Preisverleihung an die diesjährigen Forschungspreisträger und die Jubiläumsveranstaltung "20 Jahre Philip Morris Forschungspreis" finden am 9. Juni 2002 im Prinzregententheater in München statt.

Pressebüro | ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Macht Sinn: Fraunhofer entwickelt Sensorsystem für KMU

15.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

15.08.2018 | Informationstechnologie

FKIE-Wissenschaftler präsentiert neuen Ansatz zur Detektion von Malware-Daten in Bilddateien

15.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics