Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verzehrstudie offenbart Ernährungs-Fiasko

01.02.2008
Expertenrunde für eine neue Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln

Zwei Drittel der Männer übergewichtig, jede zehnte Teenagerin mangelernährt: die Nationale Verzehrstudie über Ernährungsgewohnheiten der Deutschen zeigt akuten Handlungsbedarf!

Eine Maßnahme ist die geplante Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel: Verbraucher sollen möglichst mit einem Blick erkennen, ob ein Lebensmittel für ausgewogene Ernährung eher förderlich oder hinderlich ist. Über die Frage, wie diese Kennzeichnung aussieht, herrscht allerdings heftiger Dissens zwischen Politik, Verbraucherverbänden und Lebensmittelindustrie.

In fünf Vorträgen und auf einer Pressekonferenz beleuchten Experten die Vor- und Nachteile verschiedener Kennzeichnungs-Modelle in Europa, erläutern den wissenschaftlichen Kenntnisstand und gehen der Frage nach, wie die Industrie die Vorschriften tatsächlich umsetzt. Veranstalter sind die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V./Sektion Baden-Württemberg und die Universität Hohenheim.

... mehr zu:
»Ernährung

Das Ideal in Sachen Ernährungs-Transparenz finden Verbraucherschützer derzeit auf der anderen Seite des Ärmelkanals. In Großbritannien müssen alle Lebensmittel mit einer Ampel gekennzeichnet sein: "Grün" heißt: "gesundheitlich unbedenklich", "Rot" bedeutet: "Besser nicht allzu oft konsumieren". Ausführlich informiert dann die Rückseite der Verpackung: Hier stehen die Gehalte der acht wichtigsten Nährstoffe, die über den Wert eines Nahrungsmittels entscheiden: Von Fett (im Übermaß erhöhte Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen) über Salz (kann Bluthochdruck verursachen) bis zu Ballaststoffen (verdauungsregulierende) oder Eiweißen (gut für den Muskelaufbau).

Weit weniger ausführlich ist das Konkurrenz-Modell, wie es das Eckpunkte-Papier des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vorsieht: Die Vorderseite von Müsli-, Chips- und Limonaden-Verpackungen gibt demnach lediglich die Kalorienmenge an. Wer das Produkt dann wendet, findet hinten die Mengen von vier statt acht bedeutenden Nährstoffen: Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz.

Ampel-Modell contra Eckpunkte-Papier: noch streiten sich Verbraucherschützer und die Industrie

Welches Modell das bessere ist, ist derzeit Streitpunkt zwischen Verbraucherschützern, Politik und Lebensmittelindustrie.

"Das Ampel-Modell besticht durch seine Einfachheit", urteilt Prof. Dr. Christiane Bode, Ernährungsmedizinerin der Universität Hohenheim und Sektionsleiterin der Deutsche Gesellschaft für Ernährung in Baden-Württemberg (DGE-BaWü). Gleichzeitig könne die Ampel auch zu Überreaktionen verleiten: "Fast alle Menschen müssen die Menge an Fett in ihrer Ernährung um ein Vielfaches reduzieren. Ganz ohne Fette kann der Körper aber nicht auskommen."

Um sich ausgewogen zu ernähren, sei deshalb mehr nötig, als der Blick auf die Ampel. "Von den Vorträgen und der Podiumsdiskussion erhoffe ich mir deshalb ein Stück zusätzliche Klarheit, welche Erfahrungen verschiedene Länder mit verschiedenen Modellen machten, wie die Industrie reagierte und welche juristischen Grundlagen die derzeitige Debatte hat."

Zur Veranstaltung

Von 9:00 bis 17:00 Uhr stellen fünf Vorträge und eine Podiumsdiskussion die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse vor und zielen auf eine Weiterentwicklung der Nährwert-Kennzeichnung ab, um in naher Zukunft den Verbraucher endlich mit unmissverständlichen Angaben in seiner Ernährung unterstützen zu können. Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro (Schüler und Studierende sowie für bestimmte Mitgliedsorganisationen der DGE-BaWü kostenfrei). Anmeldung bis 15. Februar 2008 bei DGE-BaWÜ e. V., Dr. Peter Grimm, Schurwaldstr. 37, 73614 Schorndorf, Tel.: 07181 45862, Fax: 07181 45200 oder 45202, E-Mail: dge-bawue@essen-mit-genuss.de

Kontaktadresse:
Prof. Dr. rer. nat. Christiane Bode, Universität Hohenheim, Fachgebiet Ernährungsphysiologie und Genderforschung

Tel.: 0711 459-22295, E-Mail: bodech@uni-hohenheim.de

Pressekonferenz und Fortbildungsveranstaltung von Universität Hohenheim und Deutscher Gesellschaft für Ernährung e.V./Sektion Baden-Württemberg

Donnerstag, 21. Februar 2008, Universität Hohenheim, Bio-Zentrum, Garbenstr. 30, 70599 Stuttgart, Vorträge ab 9:00 Uhr, Pressekonferenz um 12:30 Uhr

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de/
http://www.uni-hohenheim.de/uploads/media/Einladung_Health_Claims.pdf
http://www.uni-hohenheim.de/uploads/media/AFax_08-03-06_FREI.pdf

Weitere Berichte zu: Ernährung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht STICA-Studie belegt: Spezielle Verhaltenstherapie bei Computerspiel- und Internetsucht erfolgreich
11.09.2019 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Wie wir 2030 unterwegs sind: acatech Studie skizziert Zukunftsbild der vernetzten Mobilität
11.09.2019 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Controlling superconducting regions within an exotic metal

Superconductivity has fascinated scientists for many years since it offers the potential to revolutionize current technologies. Materials only become superconductors - meaning that electrons can travel in them with no resistance - at very low temperatures. These days, this unique zero resistance superconductivity is commonly found in a number of technologies, such as magnetic resonance imaging (MRI).

Future technologies, however, will harness the total synchrony of electronic behavior in superconductors - a property called the phase. There is currently a...

Im Focus: Ultraschneller Blick in die Photochemie der Atmosphäre

Physiker des Labors für Attosekundenphysik haben erkundet, was mit Molekülen an den Oberflächen von nanoskopischen Aerosolen passiert, wenn sie unter Lichteinfluss geraten.

Kleinste Phänomene im Nanokosmos bestimmen unser Leben. Vieles, was wir in der Natur beobachten, beginnt als elementare Reaktion von Atomen oder Molekülen auf...

Im Focus: Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Wie kommt es, dass manche Neutronensterne zu den stärksten Magneten im Universum werden? Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieser sogenannten Magnetare hat ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern gefunden. Die Forscher aus Heidelberg, Garching und Oxford konnten mit umfangreichen Computersimulationen nachvollziehen, wie sich bei der Verschmelzung von zwei Sternen starke Magnetfelder bilden. Explodieren solche Sterne in einer Supernova, könnten daraus Magnetare entstehen.

Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Im Focus: How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

How do some neutron stars become the strongest magnets in the Universe? A German-British team of astrophysicists has found a possible answer to the question of how these so-called magnetars form. Researchers from Heidelberg, Garching, and Oxford used large computer simulations to demonstrate how the merger of two stars creates strong magnetic fields. If such stars explode in supernovae, magnetars could result.

How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

Im Focus: Wenn die Erde flüssig wäre

Eine heisse, geschmolzene Erde wäre etwa 5% grösser als ihr festes Gegenstück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Forschenden der Universität Bern. Der Unterschied zwischen geschmolzenen und festen Gesteinsplaneten ist wichtig bei die Suche nach erdähnlichen Welten jenseits unseres Sonnensystems und für das Verständnis unserer eigenen Erde.

Gesteinsplaneten so gross wie die Erde sind für kosmische Massstäbe klein. Deshalb ist es ungemein schwierig, sie mit Teleskopen zu entdecken und zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Bildung.Regional.Digital: Tagung bietet Rüstzeug für den digitalen Unterricht von heute und morgen

10.10.2019 | Veranstaltungen

Zukunft Bau Kongress 2019 „JETZT! Bauen im Wandel“

10.10.2019 | Veranstaltungen

Aktuelle Trends an den Finanzmärkten im Schnelldurchlauf

09.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IZM setzt das E-Auto auf die Überholspur

11.10.2019 | Energie und Elektrotechnik

IVAM-Produktmarkt auf der COMPAMED 2019: Keine Digitalisierung in der Medizintechnik ohne Mikrotechnologien

11.10.2019 | Messenachrichten

Kryptografie für das Auto der Zukunft

11.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics