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Deutschland bei Online-Shopping im Spitzenfeld

25.01.2008
E-Commerce wird verstärkt mit Social-Networks kombiniert

Deutschland liegt in punkto Online-Shopping im internationalen Spitzenfeld. 41 Prozent der Bundesbürger haben im vergangenen Jahr Produkte und Dienstleistungen über Online-Portale bezogen, wie aus einem aktuellen Bericht des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) hervorgeht.

2006 waren es erst 38, das Jahr zuvor nur 32 Prozent gewesen. Innerhalb der EU liegt Deutschland beim Online-Shopping auf Platz vier. Angeführt wird das Ranking von Großbritannien, dahinter folgen Dänemark und die Niederlande. "Deutschland hat eine große Tradition im Versand-Geschäft (Distanzhandel), daher ist das Vertriebsmodell bereits bekannt und vertraut", erklärt Marc Thylmann, Pressesprecher Technologien und Dienste beim BITKOM, auf Nachfrage von pressetext.

Außerdem bietet das Einkaufen im Internet laut den Experten viele Vorteile wie Preistransparenz, Bequemlichkeit und überwiegend problemlosen Umtausch. Während diese Faktoren für die Deutschen immer wichtiger werden, zeigen sich Süd- und Osteuropäer nicht so sehr vom Online-Shopping angetan. In Spanien und Portugal lag die Quote 2007 beispielsweise nur bei 13 bzw. sechs Prozent. In Polen griffen nur elf Prozent und in Rumänien und Bulgarien sogar nur zwei Prozent auf das Internet-Einkaufen zurück. Besonderen Einfluss auf das Online-Shopping hat laut BITKOM die Art des Internetzugangs. Wer über Breitbandinternet verfügt, kauft auch verstärkt online ein.

Wenngleich die Deutschen emsige Online-Shopper sind, so zeigt sich in einer Studie der European Interactive Advertising Association (EIAA) aber auch eine besondere Sparsamkeit. Innerhalb von sechs Monaten gaben die Deutschen 341 Mio. Euro für bestellte Waren im Netz aus, während Großbritanniens Konsumenten 486 Mio. Euro locker machten. Besonders auffallend wird die Sparsamkeit der deutschen Bürger, vergleicht man die Pro-Kopf-Ausgaben. Mit 558 Euro investieren sie nur halb so viel wie die Briten, die im Schnitt 1.195 Euro im Internet ausgeben.

Für dieses Jahr erwarten die Branchenexperten auf Basis des Online-Shopping-Booms eine Reihe neuer Entwicklungen. "Klassisches E-Commerce wird mit Social-Community-Elementen kombiniert werden. Außerdem werden Shops in bestehende soziale Netzwerke wie Facebook oder studiVZ integriert", so Thylmann gegenüber pressetext. Hinzu kämen Live-Shopping-Events, wo Produkte nur einen Tag und solange der Vorrat reicht angeboten werden.

Der BITKOM begrüßt die hohe Online-Shopping-Aktivität der Deutschen, fordert im Zusammenhang damit aber auch mehr Rechtssicherheit für die Shop-Betreiber. Laut Präsident August-Wilhelm Scheer muss der Rechtsrahmen weiter optimiert werden. Vor allem kleinere Shops würden dringend ein praxisnahes und rechtssicheres Muster brauchen, mit dem sie die Kunden über deren Widerrufsrecht informieren können. Bislang seien die Gesetze zu komplex und schwierig umzusetzen. Den Verbrauchern rät der Verband unbedingt das Kleingedruckte zu lesen und Rückgabefristen einzuhalten.

Claudia Zettel | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.bitkom.org

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