Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Holz als Baustoff aus Verbrauchersicht - Neue IÖW-Studie deckt Marktpotenziale auf

17.12.2007
Eine Studie des Forschungsprojektes "ZUFO - Zukunftsmärkte der Forst-Holz-Kette" kann Holzfenster-Herstellern Mut machen: Entgegen dem rückläufigen Nachfrage-Trend bei Holzfenstern können mehr als die Hälfte der Endverbraucher als potentielle Nachfrager gesehen werden.

Komplette Holzhäuser sind für immerhin 47% der Bevölkerung eine Überlegung wert. Um diese Marktpotenziale nutzen zu können, sind Kenntnisse über die Zielgruppen sowie ein passgenaues Marketing entscheidend. Mittels einer repräsentativen Befragung haben die ZUFO-Wissenschaftler eine Verbraucher-Typologie sowie einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der Unternehmen die Ausarbeitung gezielter Marketingstrategien erleichtern soll. Holzrahmen sind eine umwelt- und klimafreundliche Alternative zu Fensterrahmen aus Kunststoff oder Aluminium.

"Unsere Studie zeigt, dass viele Verbraucher die ästhetischen, gestalterischen und gesundheitlichen Eigenschaften von Holz sehr positiv bewerten. Vorbehalte gibt es allerdings, was Funktionalität, konstruktive Eigenschaften und Preis von Holzfenstern angeht", erläutert Stefan Gold, Wissenschaftler am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und Mit-Verfasser der Studie. Die Holzfenster-Branche sei in erster Linie gefordert, diese klassischen Vorbehalte gegenüber Holz abzubauen, so Gold weiter. Darüber hinaus würden unabhängige Qualitätslabels zur Steigerung der Entscheidungssicherheit von den Verbrauchern hoch geschätzt. Wünschenswert fänden die Befragten zudem eine Kundenbetreuung nach dem Fenstereinbau sowie umfassendes Informationsmaterial.

Geht es um die Entscheidung für ein Holzhaus, so sind der Studie zufolge eine Reduktion der Bauvorschriften, Zuschüsse durch die öffentliche Hand sowie günstige Kredite förderlich. Daneben haben eine intensive Betreuung durch Architekten und Bauplaner sowie Empfehlungen von Freunden und Bekannten eine positive Wirkung auf die Kaufentscheidung. Markennamen beeinflussen diese Entscheidung demgegenüber kaum.

Das ZUFO-Team entwickelte aus den Ergebnissen der Befragung acht Verbrauchertypen. Diese Typen unterscheiden sich in ihren Meinungen, Vorbehalten und Präferenzen sowie in Hinblick auf erwartbares Kaufverhalten. Als empfänglich für Marketingstrategien zu Holzhäusern gelten laut Studie die "etablierten Holzaffinen" (11% der Befragten), die "Holznewcomer" (17%), die "desinteressierten Holzaufsteiger" (5%) und die "postmateriellen Holzaffinen" (14%). Holzrahmenfenster werden darüber hinaus potentiell von den "selektiv-interessierten Holzaffinen" (11%) nachgefragt.

So legen die "etablierten Holzaffinen" - viele Selbständige mit hohem Einkommen gehören dieser Gruppe an - beispielsweise Wert auf einen unbürokratischen Bauprozess sowie auf guten Kundenservice. "Holznewcomer" - eine städtisch geprägte Gruppe mit eher niedrigem Einkommen - erreicht man dagegen mit umfassenden Informationsmaterial, Beratung und Empfehlungen von Architekten sowie geprüften Qualitätslabels. Auch günstige Kredite sind für diese Gruppe kaufentscheidend. Keine Zielgruppe für Marketingstrategien sind der Studie zufolge die "Holztraditionalisten" (17%). Diese Gruppe wurde aufgrund ihres unterdurchschnittlichen Einkommens, des hohen Alters und der entsprechend geringen Bauabsichten als uninteressant für die Holzbaubranche eingestuft.

Die Studie, der auch eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse vorangestellt ist, steht unter http://www.zufo.de zum Download bereit.

Gold, Stefan; Jersak, Heiko; Rubik, Frieder (2007)
Holz aus Verbrauchersicht - Ergebnisse einer repräsentativen Befragung
ZUFO-Arbeitsbericht 11
Das Projekt "Zukunftsmärkte der Forst-Holz-Kette" (ZUFO) will Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmen und Verbände in der Forst-Holz-Kette aufzeigen und gemeinsam mit ihnen umzusetzen - für eine wettbewerbsfähige, ökologisch verträgliche, sozial gerechte und nachhaltige Zukunft der Branche. Die enge Zusammenarbeit mit den Unternehmen und Verbänden der Forst-Holz-Kette ist zentral für das Projekt. Das Projekt startete im Mai 2005 und endet im Mai 2008. Finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Projektträger ist das Forschungszentrum Jülich.

Claudia Nikschtat | idw
Weitere Informationen:
http://www.zufo.de

Weitere Berichte zu: Marketingstrategie Marktpotenzial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen
19.07.2018 | Swiss Tropical and Public Health Institute

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics