Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bekannte Zeitdauer macht Erfahrungen intensiver

11.05.2011
Psychologe: "Glück braucht keine Uhr"

Die meisten Menschen glauben, dass eine schöne Erfahrung darunter leidet, wenn ihre genaue Zeitdauer bekannt ist, während unangenehme Situationen dadurch erträglicher werden.

Das Gegenteil ist jedoch der Fall, behaupten Forscher der Universität Toronto im Journal of Counsumer Research. "Das Wissen um die Zeitdauer intensiviert ein Erlebnis - egal ob im positiven oder im negativen Sinn", schreiben die Studienautoren Min Shao und Claire Tsai.

Ungewissheit bei Anstrengungen besser
Die Forscher testeten Mittelschüler, die am Nachmittag Nachhilfeunterricht nahmen. Einigen von ihnen stellte man eine Lerneinheit in Aussicht, die genau eine Stunde dauern würde, den anderen eine zwischen 30 bis 90 Minuten lange. Obwohl die Schüler zuvor glaubten, dass die Einheit durch das Wissen um ihre Länge erträglicher sein würde, empfanden sie diese Zeit als weit mühsamer als bei unbekannter Dauer.

In einem zweiten Test hörten die Jugendlichen 30-Sekunden-Musikclips, die teils von einem Popstar, teils von einem der Forscher gesungen wurden. Wer schon beim Zuhörens wusste, wie lange das Clip dauern würde, reagierte darauf stärker - ob nun positiv oder negativ.

Countdown mildert den Effekt
"Eine Beobachtung, die sehr spezifisch ist", urteilt Wolf-Dieter Zuzan vom Berufsverband österreichischer Psychologen http://www.boep.or.at im pressetext-Interview. "Grundsätzlich tun sich Menschen leichter, wenn sie ihren Organismus auf die konkrete Zeitdauer programmieren können. Wenn mir der Zahnarzt mitteilt, dass der Schmerz fünf Minuten dauern wird, ertrage ich ihn besser. Weiß ich, dass ich im Wartezimmer zwei Stunden warten muss, kann ich die Zeit anderwärtig nützen - oder wechsle den Arzt", so der Salzburger Psychologe.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen allerdings auch die kanadischen Forscher. Wird man ständig daran erinnert, wie lange die Erfahrung noch dauert, so schwächt das den Verstärker-Effekt ab und das Vergnügen nimmt ab, während eine unangenehme Situation erträglicher wird. "Ein Countdown entzieht einer Aktivität die Aufmerksamkeit und steuert sie in Richtung deren Endes", erklären die Forscher. Umgesetzt wird dieser Effekt inzwischen bei Baustellen-Beschilderungen auf Autobahnen.

Zeitlose Verliebte
Während Menschen in mühsamen Momenten die Sekunden zählen, verrinnt anderswo die Zeit förmlich, betont Zuzan. "Gerade beim Beisammensein mit einer geliebten Person oder in besonders anregenden Situationen verschwindet die Zeit völlig aus der Wahrnehmung und wird gänzlich überflüssig. So stellen Verliebte beim Abschied oft fest, dass schon wieder zwei Stunden unbemerkt vergangen sind. Das sind die Momente des Glücks", so der Experte.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.utoronto.ca

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

In Form gebracht

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superauflösende Mikroskopie - Neue Markierungssonden im Nanomaßstab

21.08.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics