Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bedeutung des Endkunden nimmt weiter zu

13.11.2012
B2B-Wertschöpfungsprozesse verändern sich durch die zunehmende Digitalisierung und die damit einhergehende globale Vernetzung enorm. Der Endkunde spielt dabei eine immer bedeutendere Rolle.
Dieses Thema aufgreifend stellte der MÜNCHNER KREIS auf dem IT-Gipfel die Sonderpublikation „Zukunftswerkstatt 2012“ vor, die die Ergebnisse und Denkanstöße von 50 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammenfasst.

Als Teil der V. Zukunftsstudie MÜNCHNER KREIS, die die Bedürfnisse des Nutzers von übermorgen untersucht, luden der MÜNCHNER KREIS, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie der IT-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung zu einer Zukunftswerkstatt ein, um einen Tag lang intensiv mit einem hochrangigen Expertenkreis aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu diskutieren. Im Fokus stand die Frage, welchen Einfluss der Endkunde und Nutzer auf die Business-to-Business-(B2B-)Wertschöpfungsprozesse in den Bereichen Arbeit, Mobilität, Medien und Verwaltung hat. In einer zum IT-Gipfel 2012 erschienenen Sonderpublikation sind die Ergebnisse und Denkanstöße der Zukunftswerkstatt 2012 zusammengefasst.

„Themenübergreifend zeigte sich, dass der Endkunde beziehungsweise der Nutzer in allen Bereichen in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat, und dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird“, so Prof. Arnold Picot, Vorstandsvorsitzender des MÜNCHNER KREIS. Dabei zeichnet sich der Endkunde zunehmend durch volatiles Verhalten aus – es gilt, ihn durch verschiedene Mittel zu integrieren und zu binden. Maßgeblich werden dabei Offenheit, Transparenz und Individualisierung der Angebote und Produkte sein. Ein Beispiel in diesem Zusammenhang ist die Einbringung eines Eventcharakters in die verschiedenen Themengebiete, wie z. B. Reisen als Erlebnis, die aktive Gestaltung medialer Inhalte oder die Prämierung der Kommune mit größter Bürgerfreundlichkeit. Des Weiteren konstatierte Picot, „dass bestehende Wertschöpfungsnetze um neue, branchenfremde Partner erweitert werden müssen, um gänzlich neuartige Problemlösungen anbieten zu können.“ Das Aufbrechen des „Silodenkens“ im Wertschöpfungsnetz ist für die Vernetzung spezifischen Know-hows notwendig. Branchenübergreifende Kooperationen und Dienstleistungen benötigen ein hohes Maß an Vertrauen zwischen den Partnern.

In der Workshop-Gruppe Arbeit wurde die gegenseitige Durchdringung von privater und beruflicher Sphäre sowie die sich hieraus ergebenden Veränderungen für die Gestaltung der B2B-Wertschöpfungsprozesse diskutiert. Ein zentrales Ergebnis war die Entwicklung klassischer Arbeitsformen zu einem Netzwerk interner und externer Leistungsträger, bei denen sich nach Meinung der Teilnehmer der Arbeitgeber zu einem Leistungsnehmer und der Arbeitnehmer zu einem Leistungsgeber entwickelt, wodurch sich neue Verantwortlichkeiten und Anforderungen ergeben. Zudem werden wissensbasierte Wertschöpfungsprozesse zukünftig unternehmensintern und dezentral entlang der tatsächlichen Wissensträgerketten – und weniger in vorgegebenen Hierarchieebenen – initiiert und fortgeschrieben. Diese und weitere Veränderungen bedürfen einer verantwortungsbewussten Mitgestaltung entsprechender Rahmenbedingungen.

Die Workshop-Gruppe Mobilität formulierte Megatrends wie Globalisierung, Urbanisierung, Klimaschutz und demographischen Wandel als treibende Kräfte für Mobilität und Logistik der Zukunft. Zudem wurde der Intermodalitätsgedanke intensiv diskutiert: So verdrängt nach Meinung der Teilnehmer die erhöhte Bereitschaft der Menschen zu verkehrsmittelübergreifendem Reisen beispielsweise das Besitzdenken beim Pkw und verlangt nach nutzerfreundlichem, personalisiertem, intermodalem Reisen und neuen Nutzungskonzepten von Fahrzeugen, beispielsweise dem Car-Sharing. Der Wunsch der Endkunden nach ganzheitlichen Mobilitäts- und Logistiklösungen des Endkunden könnte nach Meinung der Teilnehmer vor allem durch Mobilitätslösungen aus einem Guss, der so genannten Seamless Mobility, erfüllt werden. Durch kreatives Kombinieren von vorhandenem Know-how und verfügbaren Kapazitäten können zukünftig individualisierte Diensten und übergreifende Anwendungen angeboten werden.

In der Workshop-Gruppe Medien wurde diskutiert, welche Einflussfaktoren auf die Wertschöpfungsketten der Medien wirken. Markenaufbau und Markenbindung in der digitalen Medienwelt werden von den Teilnehmern als entscheidende Erfolgsfaktoren gesehen, da sie den volatilen Nutzer an Medienprodukte binden. Dies ist vor allem deshalb wichtig, da die Digitalisierung der Medien den Nutzern zunehmend die Zusammenstellung individueller Angebotspakete ermöglicht. Exklusiver Content und Multichannel+X wurden von den Experten als Basiselemente der zukünftigen Wertschöpfung identifiziert.

Welche Instrumente bzw. welche Einflusskanäle die Bürger zukünftig nutzen werden, diskutierten die Teilnehmer im E-Government-Workshop. Sie kamen unter anderem zu dem Ergebnis, dass Bürger zukünftig durch den Staat bereitgestellte Kanäle nutzen werden, aber möglicherweise auch eigene Foren erstellen, um sich einzubringen. In jedem Fall muss das Interesse an einer Beteiligung beim Bürger geweckt und aufrechterhalten werden. Die Experten stellten zudem fest, dass die Verwaltung die von Bürgern geäußerten Ideen und Vorschläge auf Beteiligungsplattformen durch regelmäßiges Monitoring beobachten und berücksichtigen sollte.

Die Sonderpublikation „Zukunftswerkstatt 2012“ steht zum kostenlosen Download bereit: http://www.muenchner-kreis.de und http://www.zukunft-ikt.de

Die V. Zukunftsstudie MÜNCHNER KREIS „Innovationsfelder der digitalen Welt. Bedürfnisse von übermorgen.“, wird am 11./12. April 2013 im Rahmen einer Fachkonferenz in Berlin vorgestellt – Interessenten können sich unverbindlich vorab registrieren unter http://www.zukunft-ikt.de.

Über den MÜNCHNER KREIS:
Der MÜNCHNER KREIS ist eine gemeinnützige übernationale Vereinigung für Kommunikationsforschung. An der Nahtstelle von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien befasst er sich mit Fragen der Technologie, der Gesellschaft, der Ökonomie und der Regulierung im Bereich von Informations- und Kommunikationstechniken sowie der Medien. Er begleitet und fördert die Entwicklung der Informationsgesellschaft in verantwortungsvoller Weise, und wirkt an der Verbesserung der Rahmenbedingungen durch wissenschaftlich qualifizierte Beiträge und sachlichen Dialog konstruktiv mit.


Pressekontakt:
Till Breitung
Pressekontakt MÜNCHNER KREIS
Sky Communications
Tel: +49 (0)30-861 36 05
E-Mail: t.breitung@sky-communications.de

Till Breitung | idw
Weitere Informationen:
http://www.muenchner-kreis.de/
http://www.zukunft-ikt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Blinddarmentzündungen bei Kindern: Ultraschall als erstes Mittel zur exakten Diagnose
28.11.2019 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

nachricht Biologen der TU Dresden untersuchen Spermienqualität anhand ihres Stoffwechsels
28.11.2019 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Gene für die Biosynthese des Antidepressivums Hypericin in Johanniskraut entdeckt

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Goldmedaille: Team der TU Dresden präsentiert DipGene auf der größten Innovationsveranstaltung für Synthetische Biologie

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Der Stammbaum der Käfer steht

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics