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Alzheimer: Neuer Ansatz gegen das Vergessen

30.11.2010
Gentherapie gegen schlimmste Symptome, aber keine rasche Hilfe

Ein neues Gentherapieverfahren, das die Gedächtnisprobleme bei Alzheimer lindern soll, haben Wissenschaftler des Gladstone Institute of Neurological Disease erfolgreich bei Mäusen getestet. Das Team erhöhte die Werte einer Chemikalie, des Neurotransmitters EphB2, die die Signalübertragung der Gehirnzellen untereinander verbessert. Genau diese Signalübertragung wird bei einer Alzheimer-Erkrankung behindert.

Neurotransmitter spielen wichtige Rolle

Das Team um Lennart Mucke davon aus, dass EphB2 helfen könnte, einige der schlimmsten Symptome der Krankheit zu lindern oder sogar zu verhindern. Ihre Forschungsergebnisse legen nahe, dass dieser Neurotransmitter eine wichtige Rolle bei der Funktion des Gedächtnisses spielt und bei Alzheimer-Patienten nicht mehr ausreichend vorhanden ist.

Die Plaquen, die sich in den Gehirnen der Betroffenen ansammeln, führen im Lauf der Zeit zu einem Absterben der Zellen. Das Amyloid der Plaquen scheint über die Fähigkeit zu verfügen, sich direkt an EphB2 anzubinden und damit die den Gehirnzellen zur Verfügung stehende Menge zu verringern. Damit könnten die Symptome erklärt sein, die mit der Beeinträchtigung des Gedächtnisses in Zusammenhang stehen.

Um diese Theorie zu testen, setzten die Forscher Gentherapie-Experimente ein, bei denen die Menge von EphB2 in den Gehirnen von Mäusen künstlich reduziert oder erhöht wurde. Wurde die Menge des Neurotransmitters verringert, zeigten an sich gesunde Tiere ähnliche Symptome wie Mäuse, die mit einer Alzheimer-ähnlichen Krankheit gezüchtet wurden. Erhielten diese Tiere eine Gentherapie, die ihre EphB2-Werte verbesserte, verschwanden die Symptome.

Skeptische Stimmen

Britische Wissenschaftler erklärten gegenüber der BBC jedoch, dass diese Forschungsergebnisse so interessant sie auch seien, keine rasche Hilfe für Alzheimer-Patienten darstellten. Rebecca Wood vom Alzheimer's Research Trust http://www.alzheimers-research.org.uk betonte, dass das Gehirn äußerst komplex sei und das Verstehen der Funktion und seiner Beeinträchtigung durch Krankheiten wie Alzheimer eine große Aufgabe sei.

Die aktuelle Studie trage ein Stück zu diesem großen Puzzle bei und ermögliche neue Forschungsansätze. Es sei jedoch jetzt noch nicht abzuschätzen, ob diese Forschungsergebnisse zu einer neuen Möglichkeit der Behandlung von Alzheimer führen werden.

Details der Studie wurden in Nature http://www.nature.com veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.gladstone.ucsf.edu

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