Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Abnehmen senkt den Blutdruck

17.05.2010
Welt-Hypertonie-Tag: Übergewicht ist wichtigster Risikofaktor

Der Blutdruck steigt oft mit Übergewicht, kann jedoch durch Abnehmen vorgebeugt oder geheilt werden. Darauf macht die Deutsche Hochdruckliga am heutigen Welt-Hypertonie-Tag aufmerksam. Allein in Deutschland leben 35 Mio. Menschen mit zu hohem Blutdruck, der unbehandelt oft zu ernsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenversagen oder Gefäßschäden beiträgt. Aktuelle Studien bringen jedoch auch Feinstaub und andere Umwelteinflüsse als Verursacher in Diskussion.

Dass Übergewicht den Blutdruck in die Höhe treibt, hat verschiedene Gründe. "Einerseits werden im Fettgewebe verschiedene Stoffe freigesetzt, die direkt auf die Gefäße wirken. So verengen die Blutbahnen etwa durch das Gewebshormon Angiotensin oder versteifen langfristig durch andere Informationsparameter", erklärt der Berliner Kardiologe Ulrich Kintscher, Vorstandsmitglied der Hochdruckliga, im pressetext-Interview. Andererseits gibt es auch zahlreiche indirekte Verbindungen zum Übergewicht. "Dazu zählen etwa Diabetes oder Nierenschäden durch Entzündungsfaktoren aus dem Fettgewebe."

Abnehmen wirkt wie Medizin

Nicht jeder Übergewichtige hat automatisch zu hohen Blutdruck. Entscheidend ist dafür laut Kintscher vor allem die Fettverteilung. "Wenngleich der wesentliche Unterschied noch nicht geklärt ist, zeigen bisherige Studien, dass besonders das Fett im Bauchraum zu den genannten Risikofaktoren beiträgt." "Gesünder" ist Übergewicht dann, wenn das Fett besser verteilt ist. "Frauen sammeln in ihrer prämenstruellen Phase mehr Fett an den Hüften. Das könnte durchaus ein Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen", so der Mediziner.

Die gute Nachricht für Abnehmwillige mit Hypertonie: Die Gewichtsabnahme hat positive Auswirkungen auf den Blutdruck und kann diesen sogar normalisieren. "Abnehmen ist per se der beste präventive als auch therapeutische Ansatz für Bluthochdruck. Dabei kommt es nicht darauf an, ob man durch Diät oder Bewegung Gewicht verliert", so Kintscher. Allerdings geht Bluthochdruck in manchen Fällen nicht auf Lebensstil-Risikofaktoren wie Übergewicht, mangelnde Bewegung und Diabetes zurück, sondern auf andere Stoffwechsel- oder Nierenleiden.

Auch Luftverschmutzung ist Risikofaktor

Umwelteinflüsse als mögliche weitere Hypertonie-Verursacher sind laut Kintscher bisher noch wenig erforscht. Genau in diese Lücke stoßen nun jedoch Forscher vom Institut für medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der Universität Duisburg-Essen http://www.imibe.eu . Am gerade laufenden Jahrestreffen der amerikanischen Lungenmediziner in New Orleans http://conference.thoracic.org präsentieren sie Ergebnisse, denen zufolge auch hohe Feinstaub-Belastung eine Gefahr für den Blutdruck darstellt.

Die Essener Wissenschaftler erstellten dazu ein Modell der langfristigen Feinstaub-Belastung in der Region Mühlheim-Essen-Bochum auf Basis von Messdaten. Dieses verglichen sie mit Gesundheitsdaten von 5.000 Bewohnern der Region und trennten andere mögliche Risikofaktoren für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Rauchen, Diabetes, Übergewicht, sozialer Status, körperliche Aktivität, Ernährung sowie Straßenlärm. "Wer in Regionen mit höherer Feinstaubbelastung lebt, ist eher Hypertonie-gefährdet", berichtet Studienleiterin Barbara Hoffmann.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.hochdruckliga.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht STICA-Studie belegt: Spezielle Verhaltenstherapie bei Computerspiel- und Internetsucht erfolgreich
11.09.2019 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Wie wir 2030 unterwegs sind: acatech Studie skizziert Zukunftsbild der vernetzten Mobilität
11.09.2019 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Controlling superconducting regions within an exotic metal

Superconductivity has fascinated scientists for many years since it offers the potential to revolutionize current technologies. Materials only become superconductors - meaning that electrons can travel in them with no resistance - at very low temperatures. These days, this unique zero resistance superconductivity is commonly found in a number of technologies, such as magnetic resonance imaging (MRI).

Future technologies, however, will harness the total synchrony of electronic behavior in superconductors - a property called the phase. There is currently a...

Im Focus: Ultraschneller Blick in die Photochemie der Atmosphäre

Physiker des Labors für Attosekundenphysik haben erkundet, was mit Molekülen an den Oberflächen von nanoskopischen Aerosolen passiert, wenn sie unter Lichteinfluss geraten.

Kleinste Phänomene im Nanokosmos bestimmen unser Leben. Vieles, was wir in der Natur beobachten, beginnt als elementare Reaktion von Atomen oder Molekülen auf...

Im Focus: Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Wie kommt es, dass manche Neutronensterne zu den stärksten Magneten im Universum werden? Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieser sogenannten Magnetare hat ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern gefunden. Die Forscher aus Heidelberg, Garching und Oxford konnten mit umfangreichen Computersimulationen nachvollziehen, wie sich bei der Verschmelzung von zwei Sternen starke Magnetfelder bilden. Explodieren solche Sterne in einer Supernova, könnten daraus Magnetare entstehen.

Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Im Focus: How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

How do some neutron stars become the strongest magnets in the Universe? A German-British team of astrophysicists has found a possible answer to the question of how these so-called magnetars form. Researchers from Heidelberg, Garching, and Oxford used large computer simulations to demonstrate how the merger of two stars creates strong magnetic fields. If such stars explode in supernovae, magnetars could result.

How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

Im Focus: Wenn die Erde flüssig wäre

Eine heisse, geschmolzene Erde wäre etwa 5% grösser als ihr festes Gegenstück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Forschenden der Universität Bern. Der Unterschied zwischen geschmolzenen und festen Gesteinsplaneten ist wichtig bei die Suche nach erdähnlichen Welten jenseits unseres Sonnensystems und für das Verständnis unserer eigenen Erde.

Gesteinsplaneten so gross wie die Erde sind für kosmische Massstäbe klein. Deshalb ist es ungemein schwierig, sie mit Teleskopen zu entdecken und zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

10. Weltkonferenz der Ecosystem Services Partnership an der Leibniz Universität Hannover

14.10.2019 | Veranstaltungen

Bildung.Regional.Digital: Tagung bietet Rüstzeug für den digitalen Unterricht von heute und morgen

10.10.2019 | Veranstaltungen

Zukunft Bau Kongress 2019 „JETZT! Bauen im Wandel“

10.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

3D-gedruckte Optiken für individualisierte Massenproduktion

14.10.2019 | Materialwissenschaften

Fraunhofer FHR präsentiert Hochfrequenztechnologie für autonomes Fahren auf dem VDI Kongress ELIV 2019 in Bonn

14.10.2019 | Messenachrichten

10. Weltkonferenz der Ecosystem Services Partnership an der Leibniz Universität Hannover

14.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics