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9/11-Stress: Mehr Fehlgeburten bei männlichen Föten

25.05.2010
Schwangere reagieren sensibel auf akute psychische Belastungen

Der durch die Angriffe auf das World Trade Center verursachte Stress hat offenbar zu einem Ansteigen der Fehlgeburten bei männlichen Föten geführt. Zu diesem Ergebnis sind Forscher der University of California gekommen. Im September 2001 endeten zwölf Prozent mehr Schwangerschaften nach der 20. Schwangerschaftswoche als in einem "normalen" September.

Theorie der schmerzhaften Verluste

In allen Staaten kamen zudem drei bis vier Monate nach 9/11 weniger Jungen auf die Welt. Damit werde die Theorie der schmerzhaften Verluste einer Gesellschaft weiter unterstützt. Dieser Ansatz definiert eine akute psychische Belastung in Zusammenhang mit einem nationalen Großereignis wie 9/11. Es spielt dabei keine Rolle, ob es eine direkte Verbindung zu den Opfern gibt.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Schwangere und männliche Ungeborene besonders anfällig für diese Erfahrung sind, heißt es bei der BBC. Für die Analyse der Sterbezahlen bei männlichen Föten sammelte das Team um Tim Bruckner Daten für die Jahre 1996 bis 2002. Details der Untersuchungen wurden in BioMed Central http://www.biomedcentral.com veröffentlicht.

Dunkelziffer viel höher

Bei der Analyse der Daten zeigte sich, dass die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Todesfälle bei männlichen Föten in Amerika pro Monat bei 995 lag. Die Todesfälle bei weiblichen Föten lagen bei durchschnittlich 871. Im September 2001 starben zusätzlich 120 männliche Föten. Das entspricht einem Anstieg von zwölf Prozent. Bruckner betonte, dass Fehlgeburten in Amerika oft nicht gemeldet werden. Daher dürften die wirklichen Zahlen wahrscheinlich noch viel höher sein.

Eine mögliche Erklärung sei, dass bei vielen Arten Stress zu einem Rückgang der männlichen Geburten führt. Dabei könnte ein Mechanismus der natürlichen Selektion zum Tragen kommen, der die allgemeinen Chancen der Mutter, Kinder zu bekommen, verbessern soll. Die Analyse der Geburtszahlen neun Monate nach 9/11 liefere jedoch keinen Hinweis darauf, dass die Empfängnis männlicher Babys beeinflusst war. Fast 3.000 Menschen starben, als zwei Flugzeuge in die Twin Towers des World Trade Center geflogen wurden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.epi.uci.edu

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