Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

11. BME-Logistik-Umfrage 2015: Durch Supply Chain Management erfolgreicher werden

13.11.2015

Das Supply Chain Management (SCM) erhöht die Gesamtperformance der zentralen Unternehmen in einem Wertschöpfungsnetzwerk. Bei seiner organisatorischen Implementierung werden allerdings unterschiedliche Wege verfolgt.

Viele Firmen sind unsicher, wie sie SCM konkret umsetzen können. Da es für SCM keinen Bauplan gibt und jedes Unternehmen seine eigene SCM-Organisation aufbauen muss, wird das Thema Supply Chain Management sowohl die Wirtschaft als auch die Wissenschaft noch lange beschäftigen.

Das sind erste Zwischenergebnisse der 11. Logistik-Umfrage, die der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt, und die Fachhochschule Südwestfalen, Meschede, am Freitag auf dem 50. BME-Symposium Einkauf und Logistik in Berlin vorgestellt haben. Auf dem Jubiläumskongress diskutieren rund 2.200 Teilnehmer seit Mittwoch aktuelle Beschaffungsstrategien und SCM-Lösungen zur Optimierung ihrer Geschäftsabläufe.

96 SCM-Manager und Logistiker aus Industrie und Handel waren im Oktober 2015 befragt worden, wie das SCM in ihrem Unternehmen verankert und organisiert ist, welchen Beitrag die SCM-Organisation zur Leistungsfähigkeit des Unternehmens leistet und wie ein SCM im Unternehmen organisiert sein sollte. Die Umfrage wird Ende November abgeschlossen.

Grundlegende Zwischenergebnisse

Die Umfrage-Teilnehmer gaben an, dank SCM neben einer Optimierung der Bestandshöhe (49 Prozent) auch eine Reduzierung ihrer Supply-Chain-Kosten (49 Prozent) erreicht zu haben. Weiterhin konnte die eigene, aber auch die Lieferzuverlässigkeit der Lieferanten verbessert (jeweils 40 Prozent) und die Lieferzeiten verkürzt werden (40 Prozent). Die Zwischenergebnisse zeigen ferner, dass SCM gerade für international tätige Unternehmen ein großer Erfolgsfaktor sein kann. Immerhin agieren 63 Prozent der Befragten weltweit, wogegen nur elf Prozent ausschließlich in Deutschland tätig sind. Ausgehend von diesen Zwischenergebnissen ist es erstaunlich, dass nur 36 Prozent der Studienteilnehmer eine eigene SCM-Organisationseinheit eingeführt haben.

Wie ist SCM im fokalen Unternehmen verankert und organisiert?

Diese SCM-Organisationseinheit ist in elf Prozent der Firmen Teil der Unternehmensleitung. In 43 Prozent der Betriebe ist das SCM auf der zweiten und in 40 Prozent auf der dritten Hierarchieebene verankert. Organisatorisch haben die Unternehmen das SCM in unterschiedlicher Weise implementiert. Jedoch lassen sich auf Basis der bisherigen Ergebnisse einige Trends ableiten:

• Die teilweise integrierte Organisationsform wird am häufigsten gewählt: in der vorliegenden Untersuchung mit 20 Prozent. Unter „teilweise integriert“ wird hier verstanden, dass der SCM-Organisationseinheit weitere ─ allerdings nicht alle ─ Abteilungen, die mit Teilaufgaben des SCM betraut sind, fachlich und disziplinarisch unterstellt sind.

• elf Prozent arbeiten mit einer integrierten Supply-Chain-Organisation bzw. mit der Steuerung über Prozesse. Im ersten Fall steuert die SCM-Organisationseinheit alle wesentlichen mit SCM-Teilaufgaben betrauten Abteilungen direkt. Wenn das SCM über Prozessmanagement organisiert wird, ist eine Stelle für die gesamten SC-Prozesse verantwortlich, definiert diese, verbessert sie fortlaufend und kontrolliert sie.

• Nur neun Prozent der Unternehmen haben sich für eine Matrixorganisation entschieden, bei der eine untergeordnete Stelle (Matrixschnittstelle) Anweisungen von zwei übergeordneten Leitungsstellen (Matrixstellen) erhält.

Obwohl mit neun Prozent nur relativ selten gewählt, wird bei einer Matrixorganisation im Rahmen der Befragung die größte Performancesteigerung angegeben. Ein Grund für die seltene Wahl ist die hohe Komplexität und das erforderliche Know-how“, das man für das Betreiben dieser Organisationsform benötigt.

Ausstattung, Befugnisse und Aufgaben des SCM

Weitere Inhalte der Studie beziehen sich auf die Ausstattung, die Befugnisse und die Aufgaben innerhalb des eigenen SCM. So können folgende, weitere Aussagen getroffen werden:

• Kleine und mittelständische Unternehmen gaben an, dass durchschnittlich knapp zehn Vollzeitmitarbeiter in der jeweiligen unternehmenseigenen SCM-Einheit beschäftigt sind. Großunternehmen dagegen beschäftigen im Schnitt rund 17 SCM-Vollzeitmitarbeiter.

• Laut Studie betreiben die befragten Unternehmen ihr SCM durchschnittlich bereits seit acht Jahren.

• Die SCM-Organisationseinheit betreut bei 31 Prozent der Befragten das Gesamtunternehmen (z. B. den Gesamtkonzern), während sie bei 34 Prozent mehrere Tochtergesellschaften und bei lediglich 29 Prozent nur ein Unternehmen betreut.

• 71 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass die eigene SCM-Organisationseinheit vor allem mit der Befugnis ausgestattet ist, SCM-relevante Informationen von anderen Funktionsbereichen im Unternehmen zu beziehen. Außerdem kann die SCM-Organisationseinheit in vielen Unternehmen im vorgegebenen Rahmen Entscheidungen zum SCM treffen (69 Prozent) und anderen Abteilungen Regeln dazu vorgeben (63 Prozent). Seltener verfügt die SCM-Organisationseinheit auch über die Befugnis, Verträge mit Lieferanten, Kunden oder Behörden ab (43 Prozent).

• Zu den Aufgaben der SCM-Organisationseinheit gehört vor allem die Entwicklung von Strategien, Plänen, Regeln und Prozessen für die gesamte Supply Chain (51 Prozent) sowie deren Controlling (43 Prozent). Außerdem ist die Einheit in den Transport und die Lagerung von Vormaterialien, Zwischen- und Endprodukten involviert. Produktions- und Vertriebsplanung sowie Auftragskoordination und -abwicklung werden jedoch vorwiegend durch andere Funktionsbereiche im Unternehmen wahrgenommen.

Die finalen Umfrageergebnisse sind Ende 2015 auf www.bme.de  abrufbar.

Weitere Fachinformationen:
Gunnar Gburek Prof. Dr. Elmar Holschbach
Bereichsleiter Logistik Fachhochschule Südwestfalen
Tel.: 0 69/3 08 38-1 21 Tel.: 02 91/99 10-9 80
E-Mail: gunnar.gburek@bme.de E-Mail: holschbach.elmar@fh-swf.de

Pressekontakt:
Frank Rösch
Leiter Presse und Kommunikation
Tel.: 0 69/3 08 38-1 10
E-Mail: frank.roesch@bme.de

Timo Hausdorf | Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Staub in Westasien gibt Hinweis auf Eisschmelze
21.07.2020 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht So verändert sich das Supply Chain Management bis 2040
15.07.2020 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

Eine entscheidende Ergänzung zum Stanzen von Kontakten erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Die Aachener haben im Rahmen des EFRE-Forschungsprojekts ScanCut zusammen mit Industriepartnern aus Nordrhein-Westfalen ein hybrides Fertigungsverfahren zum Laserschneiden von dünnwandigen Metallbändern entwickelt, wodurch auch winzige Details von Kontaktteilen umweltfreundlich, hochpräzise und effizient gefertigt werden können.

Sie sind unscheinbar und winzig, trotzdem steht und fällt der Einsatz eines modernen Fahrzeugs mit ihnen: Die Rede ist von mehreren Tausend Steckverbindern im...

Im Focus: ScanCut project completed: laser cutting enables more intricate plug connector designs

Scientists at the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT have come up with a striking new addition to contact stamping technologies in the ERDF research project ScanCut. In collaboration with industry partners from North Rhine-Westphalia, the Aachen-based team of researchers developed a hybrid manufacturing process for the laser cutting of thin-walled metal strips. This new process makes it possible to fabricate even the tiniest details of contact parts in an eco-friendly, high-precision and efficient manner.

Plug connectors are tiny and, at first glance, unremarkable – yet modern vehicles would be unable to function without them. Several thousand plug connectors...

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationstage 2020 – digital

06.08.2020 | Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Türsteher im Gehirn

06.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kognitive Energiesysteme: Neues Kompetenzzentrum sucht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft

06.08.2020 | Energie und Elektrotechnik

Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

06.08.2020 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics