Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Öffentliches Finanzierungsdefizit stieg im ersten Halbjahr 2010 auf 59,7 Milliarden Euro

30.09.2010
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Basis vorläufiger Ergebnisse der vierteljährlichen Kassenstatistik mitteilt, betrug das Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte einschließlich Extrahaushalte – in Abgrenzung der Finanzstatistik – im ersten Halbjahr 2010 rund 59,7 Milliarden Euro.

Es war damit um knapp 2,0 Milliarden Euro höher als im ersten Halbjahr 2009. Die Einnahmen der öffentlichen Haushalte blieben mit 498,2 Milliarden Euro nahezu unverändert auf dem Vorjahresniveau. Die öffentlichen Ausgaben stiegen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum leicht um 0,3% auf 557,4 Milliarden Euro.

Beim Bund führten im ersten Halbjahr 2010 steigende Ausgaben (+ 5,1%) und ein geringer Einnahmenzuwachs (+ 0,4%) zu einem Anstieg des kassenmäßigen Finanzierungsdefizits auf 36,8 Milliarden Euro gegenüber dem ersten Halbjahr 2009. Von diesem Betrag entfielen 4,9 Milliarden Euro auf die Extrahaushalte des Bundes Finanzmarktstabilisierungs- und Investitions- und Tilgungsfonds, der jedoch um 9,6 Milliarden Euro geringer als im ersten Halbjahr 2009 war. Auch die Gemeinden und Gemeindeverbände wiesen im ersten Halbjahr 2010 aufgrund gestiegener Ausgaben (+ 4,3%) bei stagnierenden Einnahmen (– 0,2%) mit 7,8 Milliarden Euro ein höheres Finanzierungsdefizit als im ersten Halbjahr 2009 aus.

Dagegen verringerte sich das Finanzierungsdefizit der Länder im Berichtszeitraum auf 12,0 Milliarden Euro und das der Sozialversicherung auf 3,0 Milliarden Euro.

Das im Berichtszeitraum in der Summe nahezu unveränderte Einnahmenniveau der öffentlichen Haushalte entwickelte sich im Einzelnen unterschiedlich: Während im ersten Halbjahr 2010 die Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben (– 0,5% auf 442,3 Milliarden Euro) gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 leicht rückläufig waren, stiegen die Einnahmen aus Gebühren und Entgelten um 6,4% auf 16,4 Milliarden Euro. Die Einnahmen des Bundes aus der Frequenzversteigerung für den drahtlosen Netzzugang zum Angebot von Telekommunikationsdiensten in Höhe von knapp 4,4 Milliarden Euro führten zu einem starken Zuwachs bei den Einnahmen aus Vermögensveräußerungen, die sich auf 8,9 Milliarden Euro summierten.

Die aus wirtschaftlicher Tätigkeit erzielten Einnahmen waren dagegen mit 10,7 Milliarden Euro um 15,9% niedriger als im ersten Halbjahr 2009.

Im ersten Halbjahr 2010 standen steigenden öffentlichen Ausgaben unter anderem für Personal (+ 2,8% auf 107,4 Milliarden Euro), laufenden Sachaufwand (+ 5,1% auf 135,8 Milliarden Euro), soziale Leistungen (+ 2,9% auf 192,1 Milliarden Euro), Sachinvestitionen (+ 7,6% auf 14,7 Milliarden Euro) und Zinsen (+ 1,7% auf 34,4 Milliarden Euro) stark rückläufige Ausgaben für den Beteiligungserwerb (– 72,0% auf 6,8 Milliarden Euro) gegenüber. Dies betraf vor allem den Finanzmarktstabilisierungsfonds (– 9,9 Milli­arden Euro) und die Länder (– 6,6 Milliarden Euro), die im ersten Halbjahr 2009 hohe Kapitalzuführungen des Freistaates Bayern an die Bayerische Landesbank enthielten.

Methodische Hinweise
Die vorläufigen Kassenergebnisse für das erste Halbjahr 2010 beziehen sich auf die Haushalte des Bundes, der Länder und der Sozialversicherung (jeweils einschließlich der Extrahaushalte), der Gemeinden und Gemeindever­bände sowie auf die EU-Anteile. Bereits veröffentlichte Vorjahresergebnisse werden hiermit revidiert.

Die Ergebnisse für die Gemeinden und Gemeindeverbände resultieren teilweise aus doppischen Rechnungssystemen. Sie stellen dennoch insgesamt ein aussagefähiges Bild der kommunalen Finanzen dar.

Endgültige Ergebnisse für die öffentlichen Haushalte im ersten Halbjahr 2010 werden in der Fachserie 14, Reihe 2 „Vierteljährliche Kassenergebnisse des öffentlichen Gesamthaushalts“ voraussichtlich im Oktober 2010 veröffentlicht.

Weitere Auskünfte gibt:
Claudia Gerster,
Telefon: +49 611 75 4210,
E-Mail: gesamthaushalt@destatis.de

Claudia Gerster | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics