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Kindertagesbetreuung 2013: Modellrechnung zum Ausbaubedarf in den Ländern

03.05.2010
In Westdeutschland besteht bis zum Jahr 2013 ein zusätzlicher Betreuungsbedarf für rund 320 000 Kinder unter drei Jahren.
Dies geht aus einer neuen Modellrechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) für die einzelnen Bundesländer hervor. Die Modellrechnung beruht auf den Ergebnissen der Statistik zur Kindertagesbetreuung 2009 und den Ergebnissen der mit den Statistischen Landesämtern koordinierten 12.

Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes.

Auf dem Krippengipfel von Bund, Ländern und Kommunen im Jahr 2007 wurde vereinbart, bis zum Jahr 2013 bundesweit für 35% der Kinder unter drei Jahren ein Angebot zur Kindertagesbetreuung zu schaffen. Das zum 16. Dezember 2008 in Kraft getretene Kinderförderungsgesetz (KiföG), das die maßgeblichen Bestimmungen des Sozialgesetzbuches VIII ändert, sieht ab dem Kindergartenjahr 2013/2014 zudem einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres vor.

Nach den Ergebnissen der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechung (Variante 1-W1 - Untergrenze der "mittleren" Bevölkerung) werden zum Jahresende 2012 insgesamt knapp zwei Millionen Kinder unter drei Jahren in Deutschland leben, davon 1,6 Millionen in Westdeutschland (ohne Berlin) und 282 000 in Ostdeutschland (ohne Berlin).

Geht man davon aus, dass die anvisierte Betreuungsquote von mindestens 35% im Jahr 2013 auch in jedem einzelnen Bundesland erreicht werden soll, werden in Westdeutschland insgesamt rund 559 000 Betreuungsplätze benötigt. Am 1. März 2009 waren in den westdeutschen Bundesländern rund 238 000 Kinder unter drei Jahren in Kindertagesbetreuung. In den kommenden Jahren müssen somit insgesamt rund 320 000 zusätzliche Betreuungsplätze (+ 134% gegenüber 2009) für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden. Für die ostdeutschen Länder, in denen die Betreuungsquote bereits 2009 über 35% lag, wird für die Kindertagesbetreuungs-Modellrechnung angenommen, dass die Zahl der betreuten Kinder insgesamt auf dem Niveau von 2009 konstant bleibt.

Wenn die Betreuungsquoten in den westdeutschen Bundesländern auf jeweils 35% steigen und die Zahl der betreuten Kinder in den ostdeutschen Bundesländern und in Berlin konstant bleibt, erhöht sich bundesweit die Betreuungsquote bis zum Jahr 2013 insgesamt sogar auf 37,3%. Dies bedeutet, dass infolge der jetzt schon relativ hohen Betreuungsquoten in Ostdeutschland und Berlin das bundesweite Betreuungsziel von 35% auch dann erreicht werden kann, wenn in einigen westdeutschen Ländern das anvisierte Ziel unterschritten wird.

Methodischer Hinweis:

Die vorgelegte Modellrechnung bis zum Jahr 2013 für die einzelnen Bundesländer weicht von der Modellrechnung für den Bund vom 20.

November 2009 ab (siehe hierzu Pressemitteilung Nr. 442 vom 20.11.2009). Während die Modellrechnung für den Bund von einer bundesweiten Betreuungsquote von 35% für Kinder unter drei Jahren ausgeht und damit auf einen zusätzlichen Betreuungsbedarf von bundesweit 275 000 Plätzen kommt, liegt der hier vorgelegten Modellrechnung für die einzelnen Bundesländer die Annahme zu Grunde, dass die Betreuungsquote von mindestens 35% in jedem einzelnen Bundesland erreicht wird und in den Länden, in denen die Betreuungsquote im Jahr 2009 bereits über 35% lag, die Zahl der betreuten Kinder konstant bleibt.

Eine zusätzliche Tabelle bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Weitere Auskünfte gibt:
Zweigstelle Bonn,
Sascha Krieger,
Telefon: (0611) 75-8167
E-Mail: jugendhilfe@destatis.de

Sascha Krieger | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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