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Mehr als 8 Millionen behinderte Menschen in 2005

01.12.2006
Wie das Statistische Bundesamt zum "Internationalen Tag der behinderten Menschen" am 3. Dezember mitteilt, lebten im Jahr 2005 in Deutschland - nach den Ergebnissen des Mikrozensus - 8,6 Millionen Menschen mit einer amtlich anerkannten Behinderung. Im Durchschnitt war somit jeder zehnte Einwohner behindert.

Gegenüber 2003 ist die Zahl der behinderten Menschen um 3% beziehungsweise 231 000 Personen gestiegen. Im Vergleich zu 1999 beträgt der Anstieg 6% (+ 504 000 Personen).

Der größte Teil, nämlich rund 6,7 Millionen Menschen, war schwerbehindert; 1,9 Millionen Personen waren leichter behindert. Mehr als die Hälfte der Behinderten (54%) waren Männer. Personen, deren Grad der Behinderung mindestens 50 beträgt, gelten als schwerbehindert; als leichter behindert werden Personen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50 bezeichnet. Die Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft werden als Grad der Behinderung (GdB) nach Zehnergraden von 20 bis 100 abgestuft festgestellt.

Behinderungen treten vor allem bei älteren Menschen auf: So waren 71% der behinderten Menschen 55 Jahre oder älter. Der entsprechende Anteil dieser Altersgruppe bei den nichtbehinderten Personen betrug demgegenüber nur 27%.

Die Lebensumstände von behinderten Menschen im Alter von 25 bis 44 Jahren unterscheiden sich - nach den Daten des Mikrozensus - häufig deutlich von der Situation bei den nichtbehinderten Menschen gleichen Alters:

- Behinderte Menschen zwischen 25 und 44 Jahren sind häufiger ledig und leben öfter allein als Nichtbehinderte in dieser Altersklasse. Der Anteil der Ledigen unter den behinderten Menschen beträgt in diesem Alter 49%; der entsprechende Anteil bei den Nichtbehinderten 36%. Der Anteil der in privaten Haushalten allein Lebenden bei den 25- bis 44-jährigen behinderten Menschen liegt bei 27%; bei den Nicht- behinderten bei 19%.

- 15% der behinderten Menschen im Alter von 25 bis 44 Jahren hatten keinen Schulabschluss; bei den Nichtbehinderten waren deutlich weniger in diesem Alter (3%) ohne Abschluss. Abitur hatten hingegen 11% der behinderten und 26% der nichtbehinderten Menschen in dieser Altersklasse.

- Am Arbeitsmarkt zeigt sich eine geringere Teilhabe der behinderten Menschen: 70% der behinderten Menschen im Alter von 25 bis 44 Jahren waren erwerbstätig oder suchten nach einer Tätigkeit; bei den Nichtbehinderten waren es in diesem Alter 87%. Die behinderten Menschen zwischen 25 und 44 Jahren waren auch häufiger erwerbslos. Die Erwerbslosenquote beträgt bei ihnen 15%, die entsprechende Quote bei den Nichtbe- hinderten 10%.

- Zudem treten Unterschiede bei den Beschäftigungsbereichen auf: Die behinderten Menschen zwischen 25 und 44 Jahren waren relativ häufig im Erziehungs-, Gesundheits- und Sozialwesen (Anteil von 27%) beziehungsweise in der öffentlichen Verwaltung (11%) beschäftigt. Bei den Nichtbehinderten waren 16% beziehungsweise 7% der Beschäftigten in diesem Alter dort tätig. Eher selten waren die behinderten Menschen dieser Altersgruppe hingegen im Handel und Gastgewerbe (11%) vertreten. Der Vergleichswert bei den Nichtbehinderten beträgt 18%.

Weitere Auskünfte gibt: Zweigstelle Bonn, Ulrike Marten, Telefon: (01888) 644-8147, E-Mail: schwerbehinderte@destatis.de

Ulrike Marten | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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