Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Testbefragungen für eine registergestützte Volkszählung beginnen

28.11.2001


Wie Destatis, das Statistische Bundesamt, mitteilt, beginnen in der ersten Dezemberwoche 2001 die Erhebungen zum Test eines neuen, registergestützten Verfahrens der Volkszählung. Stichtag der Erhebungen ist der 5. Dezember 2001. Rechtsgrundlage der Erhebungen ist das Zensusvorbereitungsgesetz vom 27. Juli 2001.

Anlässlich eines Pressegesprächs am 28. November 2001 in Berlin stellten der

  • Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium des Innern, Fritz Rudolf Körper,

  • Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen,

  • Leiter des Statistischen Landesamtes Hamburg, Dr. Wolfgang Bick, sowie der

  • Beigeordnete des Deutschen Städtetages, Dr. Helmut Fogt,

Methoden und Ziele einer möglichen registergestützten Volkszählung, deren Test und den Testablauf vor.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Fritz Rudolf Körper, erklärte, mit dem Gesetz zur Vorbereitung eines registergestützten Zensus ist der Grundstein zu einem modernen Zensusverfahren gelegt, das bürgerfreundlicher und wesentlich kostengünstiger als eine herkömmliche Volkszählung ist. Durch die Nutzung vorhandener Daten aus Verwaltungsregistern und -dateien kann weitgehend auf eine Befragung der Bürger verzichtet werden. Der Methodenwechsel, mit dem die amtliche Statistik Neuland betritt, bedarf vorbereitender Testuntersuchungen, die zum Stichtag 5. Dezember 2001 beginnen werden. Für diese Testphase sind zunächst auch Befragungen bei Bürgern erforderlich, die bei einem späteren registergestützten Zensus entfallen.

Präsident Johann Hahlen ging insbesondere auf Einzelheiten der nächste Woche beginnenden Befragungen von 450 000 Bürgerinnen und Bürgern ein: Kernstück der zu testenden neuen Methode ist die Nutzung von vorhandenen Verwaltungsregistern, insbesondere der gemeindlichen Melderegister und der Bundesanstalt für Arbeit.

Dr. Wolfgang Bick hob als Vertreter der Statistischen Ämter der Länder hervor, dass das Schwergewicht der Durchführungsarbeiten wie bei fast allen amtlichen Erhebungen bei den 16 Landesämtern liege. "Meine Kollegen in den Statistischen Landesämtern haben die wesentlichen Vorarbeiten abgeschlossen. Die Stichproben sind gezogen, rund 4 000 Interviewer und Interviewerinnen sind geschult und stehen in den Startlöchern", erklärte Dr. Bick.

Vorrangiges Ziel der Testerhebungen ist, die Aussagekraft der Melderegister festzustellen. Dies geschieht in 555 zufällig ausgewählten Gemeinden, das sind 4 % der Gemeinden Deutschlands. Dort werden die Bewohner ausgewählter Gebäude von Interviewern zu ihrer Person befragt. Die Befragungsergebnisse werden in den Statistischen Landesämtern mit den aus Melderegistern übermittelten Daten verglichen.

Dieser Abgleich erfolgt unter dem Schutz des Statistikgeheimnisses im abgeschotteten Bereich der Statistischen Landesämter. Eine Rückmeldung der Vergleichsergebnisse an die Meldebehörden findet nicht statt.

Des Weiteren werden die bei einem registergestützten Zensus vorgesehenen statistischen Verfahren, insbesondere zur Generierung von Haushalten aus den vorhandenen Informationen und zur Zusammenführung der Daten, in 222 der ausgewählten 555 Gemeinden erprobt. Dabei werden neu entwickelte statistische Verfahren anhand der Befragungsergebnisse geprüft und optimiert.

Für die in den 222 Gemeinden ausgewählten 16 000 Gebäude, das sind weniger als 0,1 % aller Gebäude Deutschlands, werden die Eigentümer postalisch zu Gebäude und Wohnungen befragt. Dabei soll auch geklärt werden, ob und mit welchem Aufwand die Registerdaten durch Nachfragen ergänzt oder verbessert werden können.

In einem zweiten Testabschnitt werden im Verlaufe des Jahres 2002 die zum Stichtag übermittelten Daten der Melderegister stichprobenweise bundesweit auf Mehrfachmeldungen untersucht.

Erste Ergebnisse der Testerhebungen sind im Jahr 2003 zu erwarten. Auf der Grundlage der Testergebnisse wird die amtliche Statistik Empfehlungen zur Durchführung eines künftigen Zensus in Deutschland vorlegen. Über Zeitpunkt und Ausgestaltung des nächsten Zensus wird dann der Gesetzgeber zu entscheiden haben.

Weitere Auskünfte erteilt: Hans Gerd Siedt,
Telefon: (0611) 75- 2845,
E-Mail: hans-gerd.siedt@destatis.de


Die "Virtuelle Pressemappe", mit allen beim Pressegespräch ausgegebenen Unterlagen (u.a. Muster-Erhebungsbogen) sowie den Statements der Beteiligten, finden Sie in der Internetpräsentation der Destatis-Pressestelle.


Hans Gerd Siedt | Pressemitteilung
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de/

Weitere Berichte zu: Erhebung Melderegister Statistisch Stichtag Volkszählung Zensus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wiegende Halme auf der Handwerksmesse München

Talente-Sonderschau: Architekturstudenten der HTWK Leipzig zeigen filigrane Skulptur aus Strohhalmen – dahinter steckt eine Konstruktionsidee für organisch gekrümmte Fassaden

Swaying Straws (Wiegende Halme) heißt die Skulptur, die die zwei Architekturstudenten Fabian Eidner und Theodor Reinhardt von der Hochschule für Technik,...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics