Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einfuhrpreise für OPEC-Rohöl seit Dezember 2003 um 87,6% gestiegen

30.01.2006


Wie das Statistische Bundesamt anlässlich der am morgigen Dienstag beginnenden 139. Sitzung der OPEC-Konferenz in Wien mitteilt, sind die Einfuhrpreise für aus den OPEC-Staaten importiertes Rohöl zwischen Dezember 2003 und Dezember 2005 um 87,6% gestiegen.

Die Preise für nach Deutschland eingeführtes Rohöl haben sich in den letzten beiden Jahren außerordentlich erhöht, nachdem in den Jahren 2001 bis 2003 die Preisentwicklung relativ ruhig verlaufen war. Zwischen Dezember 2003 und Dezember 2005 verteuerten sich die Ölimporte um 90,8% (darunter aus OPEC-Ländern + 87,6% beziehungsweise aus Nicht-OPEC-Ländern + 92,0%). Ursache war vor allem die erhöhte weltweite Nachfrage. Hierbei ist insbesondere der sprunghaft gestiegene Bedarf Chinas und Indiens aber auch der USA hervorzuheben. Daneben sorgten auch temporäre Sondereinflüsse für zusätzliche Ausschläge der Ölpreise. Dazu gehören zum Beispiel die Produktionsausfälle in Venezuela infolge von Streiks (August 2004) oder die Hurrikan-Katastrophe in den USA (August/September 2005).

Mit den Preiserhöhungen beim Rohöl verteuerten sich in den letzten Jahren auch sämtliche Mineralölprodukte. Dies wurde durch eine zunehmende Verknappung der weltweiten Raffineriekapazitäten verstärkt: Zwischen 2000 und 2004 erhöhte sich der weltweite jährliche Mineralölverbrauch um knapp 241 Millionen Tonnen, während gleichzeitig die weltweit verfügbaren Raffineriekapazitäten nur um circa 62 Millionen Tonnen zunahmen.

Die Folgen bekamen auch die deutschen Verbraucher zu spüren. So erhöhten sich die Verbraucherpreise für Normalbenzin zwischen Dezember 2003 und Dezember 2005 um 15,9%, für Superbenzin um 15,7%, für Diesel um 26,3% und für leichtes Heizöl um 64,5%. Die drastischen Preissteigerungen bei Rohöl schlagen auf die Verbraucherpreise durch - wenn auch in deutlich geringerem Umfang - , da der größte Teil der Kraftstoffpreise aus der Mineralölsteuer besteht, deren Höhe sich seit Januar 2003 nicht verändert hat. Die reinen Rohstoffkosten haben nur einen relativ geringen Anteil an den jeweiligen Verbraucherpreisen. Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes trugen zum Beispiel im Dezember 2005 die Rohstoffkosten bei Superbenzin nur zu etwa 26% zum Gesamtpreis bei.

Betrachtet man die Auswirkungen der drastischen Rohstoffpreissteigerungen auf die reinen Produktpreise (ohne Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer und andere Abgaben), so ergaben sich im Dezember 2005 im Vergleich zum Dezember 2003 folgende Preisanstiege: Normalbenzin + 84,4%, Superbenzin + 85,2%, Diesel + 90,3% und leichtes Heizöl + 96,7% (Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.)

Für Deutschland, das 97% seines Ölbedarfs durch Importe decken muss, ist die Bedeutung der Einfuhren aus den OPEC-Ländern in den letzten Jahrzehnten spürbar zurückgegangen. Stammten zu Beginn der 1970er Jahre noch mehr als 90% der deutschen Ölimporte aus den OPEC- Staaten, so verringerte sich dieser Anteil im Laufe der Zeit kontinuierlich auf circa 20% im Jahr 2004. Insbesondere die Erschließung der Ölreserven in der Nordsee und die Ausweitung der Importe aus der Sowjetunion beziehungsweise Russland verringerten die Abhängigkeit vom OPEC-Öl, die vor allem während der beiden Ölkrisen Mitte und Ende der 1970er Jahre negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft hatte. Im Jahr 2004 importierte Deutschland insgesamt rund 110 Millionen Tonnen Rohöl. Die wichtigsten Lieferländer waren dabei Russland (37,1 Millionen Tonnen), Norwegen (21,8 Millionen Tonnen) und Großbritannien (13,0 Millionen Tonnen). Erst auf dem vierten Platz folgt mit Libyen (12,8 Millionen Tonnen) ein OPEC-Mitglied.

In der OPEC (Organisation Erdöl exportierender Länder) haben sich 11 Staaten (Algerien, Indonesien, Iran, Irak, Katar, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate und Venezuela) zur Abstimmung ihrer Ölpolitik zusammengeschlossen. Hauptzweck der OPEC ist die Festlegung von Förderquoten für die einzelnen Mitglieder, um über "künstliche" Verknappungen oder Steigerungen der Ölförderung den Ölpreis zu regulieren. Die OPEC- Länder fördern gegenwärtig circa 40% des Rohöls, verfügen jedoch über etwa zwei Drittel der Weltölreserven.

Weitere Auskünfte gibt: Klaus Pötzsch, Telefon: (0611) 75-2444, E-Mail: klaus.poetzsch@destatis.de

Klaus Pötzsch | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Berichte zu: Einfuhrpreis OPEC Rohöl Superbenzin Verbraucherpreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

Forscher des Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzpulsspektroskopie (MBI) und des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik haben durch die Kombination von Experiment und Theorie die Frage gelöst, wie Laserpulse die Magnetisierung durch ultraschnellen Elektronentransfer zwischen verschiedenen Atomen manipulieren können.

Wenige nanometerdünne Filme aus magnetischen Materialien sind ideale Testobjekte, um grundlegende Fragestellungen des Magnetismus zu untersuchen. Darüber...

Im Focus: Freiburg researcher investigate the origins of surface texture

Most natural and artificial surfaces are rough: metals and even glasses that appear smooth to the naked eye can look like jagged mountain ranges under the microscope. There is currently no uniform theory about the origin of this roughness despite it being observed on all scales, from the atomic to the tectonic. Scientists suspect that the rough surface is formed by irreversible plastic deformation that occurs in many processes of mechanical machining of components such as milling.

Prof. Dr. Lars Pastewka from the Simulation group at the Department of Microsystems Engineering at the University of Freiburg and his team have simulated such...

Im Focus: Transparente menschliche Organe ermöglichen dreidimensionale Kartierungen auf Zellebene

Erstmals gelang es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, intakte menschliche Organe durchsichtig zu machen. Mittels mikroskopischer Bildgebung konnten sie die zugrunde liegenden komplexen Strukturen der durchsichtigen Organe auf zellulärer Ebene sichtbar machen. Solche strukturellen Kartierungen von Organen bergen das Potenzial, künftig als Vorlage für 3D-Bioprinting-Technologien zum Einsatz zu kommen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um in Zukunft künstliche Alternativen als Ersatz für benötigte Spenderorgane erzeugen zu können. Dies sind die Ergebnisse des Helmholtz Zentrums München, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität München (TUM).

In der biomedizinischen Forschung gilt „seeing is believing“. Die Entschlüsselung der strukturellen Komplexität menschlicher Organe war schon immer eine große...

Im Focus: Skyrmions like it hot: Spin structures are controllable even at high temperatures

Investigation of the temperature dependence of the skyrmion Hall effect reveals further insights into possible new data storage devices

The joint research project of Johannes Gutenberg University Mainz (JGU) and the Massachusetts Institute of Technology (MIT) that had previously demonstrated...

Im Focus: Skyrmionen mögen es heiß – Spinstrukturen auch bei hohen Temperaturen steuerbar

Neue Spinstrukturen für zukünftige Magnetspeicher: Die Untersuchung der Temperaturabhängigkeit des Skyrmion-Hall-Effekts liefert weitere Einblicke in mögliche neue Datenspeichergeräte

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen weiteren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

Alternative Antriebskonzepte, technische Innovationen und Brandschutz im Schienenfahrzeugbau

07.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste Untersuchungsergebnisse zum "Sensations-Meteoritenfall" von Flensburg

17.02.2020 | Geowissenschaften

Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

17.02.2020 | Physik Astronomie

Freiburger Forscher untersucht Ursprünge der Beschaffenheit von Oberflächen

17.02.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics