Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 3. Quartal 2005

22.11.2005


Wie das Statistische Bundesamt bereits in seiner Schnellmeldung am 15. November mitgeteilt hat, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP), der Wert der in Deutschland erbrachten Wirtschaftsleistung, im dritten Quartal 2005 gegenüber dem Vorquartal - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,6% gestiegen, nachdem sich die Wirtschaftsleistung im ersten und zweiten Quartal um 0,6% beziehungsweise um 0,2% erhöht hatte.



Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet (saison- und kalenderbereinigte Werte nach Census X-12-ARIMA) Veränderung gegenüber dem Vorquartal:



2004
1.Vj +0,5%

2.Vj +0,2%
3.Vj -0,1%
4.Vj -0,1%

2005
1.Vj +0,6%
2.Vj +0,2%
3.Vj +0,6%

Positive Wachstumsimpulse kamen im dritten Quartal 2005 insbesondere vom weiterhin dynamischen Außenhandel: Die Exporte legten im Vergleich zum Vorquartal kräftig zu (+ 4,7%) und sorgten trotz ebenfalls gestiegener Importe (+ 4,4%) mit für die wirtschaftliche Belebung im Berichtsquartal (positiver Wachstumsbeitrag des Exportüberschusses zum BIP von 0,3%-Punkten). Obwohl die privaten Konsumausgaben das dritte Quartal in Folge zurückgingen (- 0,2%), kamen auch aus dem Inland dank kräftig gestiegener Investitionen positive Wachstumsimpulse: So wurde nicht nur in Ausrüstungen wiederum deutlich mehr investiert als im Vorquartal (+ 3,8%), sondern auch die Investitionen in Bauten wiesen erstmals seit sechs Jahren ein Plus von mehr als einem Prozentpunkt auf (+ 1,1%).

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Auch im Vorjahresvergleich nahm das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2005 mit 1,3% deutlich zu. Damit lag die Zuwachsrate nur geringfügig unter der des vorangegangenen Quartals (+ 1,6%). Anders als im zweiten Quartal 2005 lag im Berichtsquartal jedoch kein positiver Kalendereffekt vor, da nahezu gleich viele Arbeitstage zur Verfügung standen wie im dritten Quartal 2004. Das kalenderbereinigte Wachstum war daher mit 1,4% etwas höher als das unbereinigte, während es im zweiten Quartal 2005 auf Grund zweier zusätzlicher Arbeitstage deutlich niedriger ausgefallen war (+ 0,7%).

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet (Ursprungswerte) Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal:

2004
1.Vj +2,0%
2.Vj +2,1%
3.Vj +1,2%
4.Vj +1,3%

2005
1.Vj -0,5%
2.Vj +1,6%
3.Vj +1,3%


Die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2005 wurde von rund 39,0 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 25 000 Personen oder 0,1% weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Erwerbslosen (internationale Abgrenzung) war im dritten Quartal 2005 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum erstmals seit 2001 wieder rückläufig und ging um 214 000 Personen oder 5,4% auf knapp 3,8 Millionen Personen zurück. Der Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen insgesamt reduzierte sich damit von 9,3% im dritten Quartal 2004 auf 8,8% im Berichtsquartal.

Die Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen, nahm im dritten Quartal 2005 im Vorjahresvergleich um 1,3% zu. Je Erwerbstätigenstunde gerechnet erhöhte sie sich um 1,5%, da die Zahl der Arbeitsstunden je Erwerbstätigen vor allem auf Grund der anhaltenden Zunahme der Teilzeitbeschäftigung leicht zurückging.

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts sorgten das Produzierende Gewerbe ohne Baugewerbe (+ 2,8%), Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister (+ 1,8%) sowie Handel, Gastgewerbe und Verkehr (+ 1,7%) für positive Impulse. Die Bruttowertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (- 3,3%), im Baugewerbe (- 2,7%) sowie bei den öffentlichen und privaten Dienstleistern (- 0,9%) ging dagegen zurück. Insgesamt erhöhte sich die preisbereinigte Bruttowertschöpfung um 1,2%.

Die Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts (preisbereinigt) ist gekennzeichnet durch einen kräftigen Anstieg der Exporte (+ 8,4%), der den gleichzeitigen Anstieg der Importe (+ 6,0%) deutlich übertraf und so zu einem positiven Beitrag des Exportüberschusses zum BIP-Wachstum in Höhe von 1,1%-Punkten führte.

Die inländische Verwendung trug dagegen nur wenig (Zuwachs von 0,1%) zu der positiven Wirtschaftsentwicklung im dritten Quartal 2005 bei, da die staatlichen Konsumausgaben nur knapp über (+ 0,1%) und die privaten Konsumausgaben knapp unter ihrem jeweiligen Niveau des Vorjahres lagen (- 0,0%). Lediglich die Bruttoanlageinvestitionen verzeichneten ein Plus von 0,5%, da deutlich mehr in Ausrüstungen investiert wurde als vor einem Jahr (+ 4,5%); die Investitionen in Bauten waren dagegen wie bereits in den Vorquartalen rückläufig (- 2,3%). Die Vorratsveränderungen hatten im Berichtsquartal kaum Einfluss auf die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (Beitrag von + 0,1%-Punkten).

In jeweiligen Preisen war im dritten Quartal 2005 das Bruttoinlandsprodukt um 1,5% und das Bruttonationaleinkommen um 1,6% höher als vor einem Jahr. Das Volkseinkommen stieg im Berichtsquartal um 1,4%. Das Arbeitnehmerentgelt ging das fünfte Quartal in Folge zurück (- 0,7%), während die Unternehmens- und Vermögenseinkommen wiederum merklich anstiegen (+ 5,7%). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stieg im dritten Quartal 2005 um 1,4%. Die Sparquote der privaten Haushalte erreichte mit 9,0% im Berichtsquartal dasselbe Niveau wie im dritten Quartal 2004.

Über die Erstberechnung des dritten Quartals 2005 hinaus wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse für das erste und zweite Quartal 2005 überarbeitet und - soweit erforderlich - revidiert. Solche laufenden Revisionen erfolgen routinemäßig, um neu verfügbare statistische Informationen schnellstmöglich einbeziehen zu können. Die Neuberechnung ergab beim preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt eine Korrektur der saisonbereinigten Wachstumsraten um jeweils 0,2%-Punkte, und zwar im ersten Quartal nach unten (auf + 0,6%) und im zweiten Quartal nach oben (auf + 0,2%). Im Vergleich zum Vorjahr ergab die Überarbeitung eine Wachstumsrate des BIP von - 0,5% für das erste Vierteljahr 2005 (nach - 0,3%) und + 1,6% für das zweite Vierteljahr 2005 (nach + 1,5%).

Diese und weitere Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen können im Internet (http://www.destatis.de) abgerufen werden. Außerdem werden in der Fachserie 18 "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen", Reihe 1.2 "Vierteljahresergebnisse" (Bestellnummer 2180120) sowie Reihe 1.3 "Saisonbereinigte Vierteljahresergebnisse nach Census X-12- ARIMA und BV4.1" (Bestellnummer 2180130) tiefer gegliederte Ergebnisse veröffentlicht. Diese Veröffentlichungen sind online im Statistik-Shop des Statistischen Bundesamtes unter http://www.destatis.de/shop kostenfrei erhältlich.

Weitere Auskünfte gibt:
VGR-Infoteam,
Telefon: (0611) 75-2626,
E-Mail: bip-info@destatis.de

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de
http://www.destatis.de/shop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bei Depressionen ist Hirnregion zur Stresskontrolle vergrößert

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics