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Schichtarbeit ist in Osteuropa stärker verbreitet als im Westen

23.12.2004


Das Berufsleben stellt zunehmend hohe Anforderungen an die zeitliche Flexibilität der arbeitenden Personen: In fast allen Staaten der Europäischen Union (EU), für die entsprechende Daten vorliegen, ist der Anteil von Erwerbstätigen mit zeitlich wechselnden Schichten innerhalb der letzten zehn Jahre wesentlich gestiegen. Deutschland liegt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit einer Zunahme des Anteils von 9,7% auf 15,5% zwischen 1993 und 2003 im allgemeinen Trend.



Besonders deutlich zeigt sich die Zunahme des Anteils von Schichtarbeitern in Portugal und Griechenland, wo sich diese Quote innerhalb von zehn Jahren jeweils fast verdreifacht hat. Erheblich weniger Schichtarbeit als noch 1993 wurde 2003 in Dänemark geleistet: Der Anteil halbierte sich von 7,6% auf 3,8%. Damit hat Dänemark EU-weit mit Abstand die wenigsten Erwerbstätigen im Schichtdienst.



Es fällt auf, dass der Anteil von Schichtarbeitern vor allem in einigen östlichen Mitgliedstaaten der EU sehr groß ist: 36,9% in Polen, 31,7% in Slowenien, 29,4% in Tschechien und 26,3% in der Slowakei sind Werte, die weit über dem in anderen EU-Staaten Üblichen liegen. Eine Ursache dieses Phänomens ist vermutlich die stärkere Prägung der betreffenden Staaten durch industrielle Produktion.

Schichtarbeit ist in den meisten Ländern, so auch in Deutschland, unter Männern etwas stärker verbreitet als unter Frauen. Beispielsweise waren in Polen im Frühjahr 2003 vier von zehn erwerbstätigen Männern in wechselnden Schichten tätig, während dies für nur rund ein Drittel der erwerbstätigen Frauen zutraf. Aus dem Rahmen fallen in dieser Hinsicht Finnland und Schweden – dort sind die Verhältnisse umgekehrt, es leistet rund jede vierte erwerbstätige Frau Schichtarbeit, aber nur jeder fünfte Mann.

Die hier vorgestellten Ergebnisse stammen aus der europäischen Arbeits­kräfteerhebung, die in den Mitgliedstaaten der EU mindestens einmal jährlich in vergleichbarer Weise durchgeführt wird. Die Arbeitskräfteerhebung misst Erwerbstätigkeit und Erwerbslosig­keit nach dem Konzept der Inter­nationalen Arbeitsorganisation (ILO), das auf Grund seiner großen Verbreitung und seiner Unabhängigkeit von nationalen Regelungen besonders gut für internationale Vergleiche der Erwerbsbeteiligung geeignet ist. Als erwerbstätig im Sinne dieses Kon­zeptes gilt, wer über 15 Jahre alt ist und in einem Arbeitsverhältnis mit mindestens einer Stunde geleisteter Arbeitszeit je Woche steht. Auch Selbstständige und mithelfende Familienangehörige gelten als Erwerbstätige.

Mit Einführung der neuen ILO-Arbeitsmarktstatistik, für die jeden Monat 30 000 Per­sonen im erwerbsfähigen Alter in einer Telefonstichprobe befragt werden, wird das Statistische Bundesamt ab 2005 monatlich aktuelle Arbeitsmarktdaten auf Basis dieses international vergleichbaren Konzeptes veröffentlichen. Detaillierte Informationen zu der Erhebung „Arbeitsmarkt in Deutschland“ sind unter www.destatis.de/arbeitsmarkt im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes verfügbar.

Weitere Ergebnisse zeigt die Tabelle: Anteil Erwerbstätiger, die regelmäßig Schichtarbeit leisten, an allen Erwerbstätigen in Prozent

Weitere Auskünfte gibt: Dominik Asef, Tel. 0611-75-3485, E-Mail: dominik.asef@destatis.de

Dominik Asef | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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