Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Jahr Euro - ein Jahr Teuro?

20.12.2002


Obwohl die Jahresveränderungsrate des Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland im November 2002 bei nur 1,1% lag, reißt die Diskussion um "Euro/Teuro" nicht ab. Auch knapp ein Jahr nach der Euro-Bargeldeinführung empfinden viele Verbraucherinnen und Verbraucher eine höhere Teuerung ("gefühlte Inflation").



Das Statistische Bundesamt hat daher seine Analysen möglicher Euro-Effekte fortgesetzt. Gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank werden seit nunmehr anderthalb Jahren 18 000 Preisreihen ausgewählter Güter des täglichen Bedarfs aus 35 Produktgruppen untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen und ergänzen die Resultate vom Juli diesen Jahres.



- Unser Geld hat durch die Einführung des Euro nicht an Wert verloren. Die Jahresteuerungsraten der letzten Monate (Oktober 2002: 1,3%; November 2002: 1,1%) zeigen, dass die Euro Einführung auf die Lebenshaltungskosten insgesamt keinen wesentlichen Einfluss gehabt hat.

- Mittlerweile überwiegen bei allen Produktgruppen attraktive Euro-Preise gegenüber (umgerechnet) attraktiven DM-Preisen. Noch im Mai war dies erst bei 25 der 35 untersuchten Produktgruppen der Fall. Als attraktiv gelten Preise, die auf 0 oder 5 enden, sowie Schwellenpreise, die auf 8 oder 9 enden.

- Nach wie vor gibt es aber Sonderentwicklungen, die zu dem subjektiven Empfinden der Verbraucher beigetragen haben dürften. - Bei keiner der untersuchten Dienstleistungen (z.B. Friseurleistungen, Chemische Reinigung) ist der Preisschub vom Januar 2002 rückgängig gemacht worden. Inzwischen weisen die meisten Dienstleistungen (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) eine unterdurchschnittliche Preisentwicklung auf, die jedoch den Preissprung vom Januar nicht kompensiert. - Bei Nahrungsmitteln folgte auf den erheblichen Preisauftrieb zu Jahresbeginn eine Phase deutlicher Entspannung. Die Verteuerungen, die mit der Euro-Bargeldeinführung zwar zeitlich zusammenfielen und insbesondere Obst und Gemüse betrafen, waren im Wesentlichen witterungsbedingt. Im November 2002 lag das Preisniveau für Nahrungsmittel um 0,8% niedriger als vor Jahresfrist, Obst und Gemüse sind 2,6% bzw. 5,1% günstiger. - An der rückläufigen Preisentwicklung bei langlebigen Gebrauchsgütern hat sich auch in den letzten Monaten nichts geändert. Die in der ersten Jahreshälfte noch vielfach übliche centgenaue Umrechnung von DM-Preisen ist nunmehr kaum noch anzutreffen.

- Während zum Zeitpunkt der Bargeldeinführung die Zahl der Preisänderungen sprunghaft anstieg, hat sie nun wieder ihren langfristig üblichen Umfang erreicht. Im Zeitraum von Juni bis Oktober 2002 war noch mehr als jede fünfte Preisänderung euro-induziert. Damit ist der Anteil der euro-induzierten Preisänderungen an allen echten Preisänderungen (21,3%) weiter zurückgegangen. Von den Preisänderungen zum Zeitpunkt der Bargeldeinführung (Dezember 2001 auf Januar 2002) war noch mehr als jede zweite (53,2 %) euro-induziert. Euro-induziert sind Preisänderungen, die bei der Umstellung von einem attraktiven DM-Preis auf einen attraktiven Euro-Preis beobachtet werden.

- Der geschätzte Einfluss aller von Oktober 2001 bis Oktober 2002 festgestellten euro-induzierten Preisänderungen auf die Jahresteuerungsraten der untersuchten Produktgruppen - nicht für den Verbraucherpreisindex insgesamt - liegt zwischen - 1,6 und + 2,7 Prozentpunkten.

- Der Einfluss der Euro-Bargeldeinführung auf das Preisniveau ist wissenschaftlich exakt nicht bestimmbar. Preisbeobachtungen reichen für eine Ursachenanalyse nicht aus. Sie können allenfalls zeigen, wie sich Preisgestaltung und Preisverteilung in den letzten Monaten verändert haben.

Pressestelle | destatis.de
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de/themen/d/thm_preise.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Controlling superconducting regions within an exotic metal

Superconductivity has fascinated scientists for many years since it offers the potential to revolutionize current technologies. Materials only become superconductors - meaning that electrons can travel in them with no resistance - at very low temperatures. These days, this unique zero resistance superconductivity is commonly found in a number of technologies, such as magnetic resonance imaging (MRI).

Future technologies, however, will harness the total synchrony of electronic behavior in superconductors - a property called the phase. There is currently a...

Im Focus: Ultraschneller Blick in die Photochemie der Atmosphäre

Physiker des Labors für Attosekundenphysik haben erkundet, was mit Molekülen an den Oberflächen von nanoskopischen Aerosolen passiert, wenn sie unter Lichteinfluss geraten.

Kleinste Phänomene im Nanokosmos bestimmen unser Leben. Vieles, was wir in der Natur beobachten, beginnt als elementare Reaktion von Atomen oder Molekülen auf...

Im Focus: Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Wie kommt es, dass manche Neutronensterne zu den stärksten Magneten im Universum werden? Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieser sogenannten Magnetare hat ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern gefunden. Die Forscher aus Heidelberg, Garching und Oxford konnten mit umfangreichen Computersimulationen nachvollziehen, wie sich bei der Verschmelzung von zwei Sternen starke Magnetfelder bilden. Explodieren solche Sterne in einer Supernova, könnten daraus Magnetare entstehen.

Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Im Focus: How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

How do some neutron stars become the strongest magnets in the Universe? A German-British team of astrophysicists has found a possible answer to the question of how these so-called magnetars form. Researchers from Heidelberg, Garching, and Oxford used large computer simulations to demonstrate how the merger of two stars creates strong magnetic fields. If such stars explode in supernovae, magnetars could result.

How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

Im Focus: Wenn die Erde flüssig wäre

Eine heisse, geschmolzene Erde wäre etwa 5% grösser als ihr festes Gegenstück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Forschenden der Universität Bern. Der Unterschied zwischen geschmolzenen und festen Gesteinsplaneten ist wichtig bei die Suche nach erdähnlichen Welten jenseits unseres Sonnensystems und für das Verständnis unserer eigenen Erde.

Gesteinsplaneten so gross wie die Erde sind für kosmische Massstäbe klein. Deshalb ist es ungemein schwierig, sie mit Teleskopen zu entdecken und zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Bildung.Regional.Digital: Tagung bietet Rüstzeug für den digitalen Unterricht von heute und morgen

10.10.2019 | Veranstaltungen

Zukunft Bau Kongress 2019 „JETZT! Bauen im Wandel“

10.10.2019 | Veranstaltungen

Aktuelle Trends an den Finanzmärkten im Schnelldurchlauf

09.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IZM setzt das E-Auto auf die Überholspur

11.10.2019 | Energie und Elektrotechnik

IVAM-Produktmarkt auf der COMPAMED 2019: Keine Digitalisierung in der Medizintechnik ohne Mikrotechnologien

11.10.2019 | Messenachrichten

Kryptografie für das Auto der Zukunft

11.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics