Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Woher wissen wir, was ein Retina-Display ist und wie man eine Waschmaschine bedient?

02.07.2013
Unser Alltag ist durchdrungen von Technologie. Sie wird zwar zunehmend „unsichtbar“, hat aber große Auswirkungen auf unseren Alltag.

Studierende sind in einem Seminar nun der Frage nachgegangen, wo und wie wir mit den Technologien umzugehen lernen und wie wir uns eine Haltung als kritische KonsumentInnen aneignen können.

„Den Umgang mit Technologie lernt man nicht von selbst“, so Anita Thaler, die gemeinsam mit Birgit Hofstätter (beide Interuniversitäres Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur, IFZ) das Seminar „Informelles Lernen in der technologischen Zivilisation“ im laufenden Sommersemester an der AAU anbot.

Besonders seit Technologie im öffentlichen Raum, im Haushalt, in der Arbeit und in der Kommunikation zunehmend unverzichtbar wurde, ergeben sich grundsätzliche bildungswissenschaftliche Fragestellungen: Wo lernen wir mit den Technologien des Alltags umzugehen? (Anwendungswissen) Und: Wo und wie lernen wir uns für die eine oder gegen die andere Technologie oder für das eine und gegen das andere technische Produkt zu entscheiden? Wo lernen wir, was wir brauchen, um mitreden, mitentscheiden und kritisieren zu können? Welche Rolle spielen Technologien bei unseren eigenen Lernprozessen? (Reflexionswissen)

„Die Mehrzahl dieser Lernprozesse findet nicht in formellen Lernarenen wie Schulen und Kursen, sondern auf informelle Weise statt. Informelle Lernsituationen können zwei Effekte haben: Einerseits können sie durch neue Technologien große Chancen für die Demokratisierung von Bildung bieten (beispielsweise durch Lernen mit Online-Medien). Andererseits können sie aber auch die Gefahr von Ausschlüssen bieten, beispielsweise, wenn jemand einen Ticketautomaten an einem Bahnhof nicht bedienen kann“, erläutert Thaler. Studierendengruppen sind im Rahmen des Seminars diesen Lernprozessen auf den Grund gegangen. Ihre Ergebnisse haben sie letzte Woche bei einer Postersession an der Alpen-Adria-Universität präsentiert.

Die Fragestellungen waren dabei vielfältig: Beispielsweise hat eine Gruppe Mystery Shopping in Elektrofachgeschäften betrieben und dabei den VerkäuferInnen auf den Zahn gefühlt, wie viel Wissen über Technologien von ihnen gelernt werden kann. Mit einem ernüchternden Ergebnis: Nur wenige waren bereit, Fachbegriffe und Funktionsweisen zu erläutern. Der einhellige Rat der Studentinnen: „Es gilt, sich vorher Wissen über andere informelle Quellen wie Internet oder Freundeskreis anzueignen, damit man für den Einkauf gerüstet ist.“ Eine andere Gruppe hat sich damit beschäftigt, wie Menschen die Benutzung einer Waschmaschine erlernen. Die Studierenden haben dafür NutzerInnen zwischen 15 und 80 Jahren beobachtet und befragt. Sie konnten dabei zeigen, dass sowohl das Modelllernen (beispielsweise von Mutter oder Vater) als auch Learning by Doing sehr häufig zum Einsatz kommt. Erstaunt hat die Studierenden, dass viele neue Funktionsweisen von innovativeren Geräten kaum zur Anwendung kommen: „Diese werden zwar in den Bedienungsleitungen erklärt, ein Großteil nutzt aber eher die Anwendungen, die sie bisher bereits gekannt hat.“

Basiskenntnisse und Fachvokabeln braucht es laut Anita Thaler in jedem Fall, um als kritische KonsumentInnen agieren zu können. Der Technikforscherin geht es aber auch darum, dass KäuferInnen und NutzerInnen auch gesellschaftlich/ökologische Zusammenhänge rund um neue Technologien berücksichtigen, wie beispielsweise den Prozess der Herstellung oder den Ressourcenverbrauch. Sie arbeitet derzeit an ihrer Habilitation zum Thema „Informelles Technik-Lernen“.

Dr. Romy Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.aau.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Selfies in 3D: Hightech aus der Alpenrhein-Region
28.06.2018 | Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur

nachricht Internationaler Workshop zu Künstlicher Intelligenz in der Quantenphysik
13.06.2018 | Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Staus im Gehirn: FAU-Forscher identifizieren eine Ursache für Parkinson

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics