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Wie werden Unternehmen innovationsfähig?

10.06.2010
Warum ist die „Innovation vor der Innovation“ Basis für den wirtschaftlichen Erfolg? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Expertenworkshop, der am 18. Juni in Bremen stattfindet.

Unternehmen und Innovation: damit werden erst einmal technischer Fortschritt, neue Produktlinien oder Reorganisationsmaßnahmen - wie die Einführung unternehmensinterner Marktsteuerung - assoziiert.

Als Grundlage für das Erreichen dieser technischen und organisatorischen Innovationen werden überwiegend technische Entwicklungen, Bildung, Qualifikation und Kreativität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Effizienzvorteile angesehen. Kaum jemand hat dabei im Blick, dass darüber hinaus auch die sozialen Voraussetzungen in einem Unternehmen gegeben sein müssen, damit derartige Innovationen erreicht werden können. Dieser Erfolg hängt maßgeblich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und deren Bereitschaft zur Innovation ab. Experten sprechen hier von der „sozialen Innovation“ oder auch der „Innovation vor der Innovation“.

Doch wie verhält es sich nun mit der Innovationsbereitschaft? Welche Faktoren begünstigen diese, welche hemmen sie? Diesen Fragen geht das Forscherteam des Projektes „8inno“- Organisationale Achtsamkeit als Basis für Innovationsfähigkeit von Unternehmen. Ein Konzept zur Verbindung von Flexibilität und Stabilität durch Vertrauensförderung“ aus dem artec | Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universität Bremen nach. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt untersuchen sie insbesondere drei Schlüsselfragen:

- Wie kann die Innovations- und Veränderungsfähigkeit von Unternehmen in dynamischen Umwelten erhalten werden, ohne dabei Vertrauen zu zerstören?
- Unter welchen Voraussetzungen können sich etablierte Vertrauenskulturen in Unternehmen für Innovations- und Veränderungsprozesse öffnen?

- Welche Instrumente, Verfahren und Ansätze ergeben sich für eine organisationale Achtsamkeit in betrieblichen Veränderungsprozessen?

Anhand dieser Schlüsselfragen entwickeln die Bremer Forscherinnen und Forscher in Kooperation mit der innowise GmbH aus Duisburg sowie vier Partnerunternehmen aus Bremen und Nordrhein-Westfalen ein forschungsgestütztes Gestaltungskonzept „Organisationale Achtsamkeit“, das Unternehmen zu einer sozial nachhaltigen, möglichst dauerhaften Innovationsfähigkeit verhelfen soll. Als Teil des Projektes wird das Konzept in den Partnerbetrieben erprobt.

Erste empirische Ergebnisse werden auf dem Expertenworkshop „Organisationale Achtsamkeit: ein Gestaltungskonzept für betriebliche Veränderungsprozesse“ vorgestellt und mit Expertinnen und Experten aus der Arbeits- und Organisationsforschung sowie der Personal- und Organisationsentwicklung diskutiert. Erwartet werden u. a. der renommierte Vertrauensforscher Professor Martin Schweer (Universität Vechta), der zu dem Thema „Vertrauen als Organisationsprinzip in Veränderungsprozessen“ vortragen wird, sowie der Bremer Experte für betriebliche Interessenvertretungen und unternehmensinterne Sozialbeziehungen, PD Dr. Erhard Tietel (Akademie für Arbeit und Politik, Universität Bremen). Ziel des Workshops ist die Definition von grundlegenden Anforderungen an ein Konzept „Organisationaler Achtsamkeit“, um den Erwartungen sowohl der Beschäftigten an die Verlässlichkeit eines Unternehmens als auch den Erwartungen eines Unternehmens an die Beschäftigen in Bezug auf zum Beispiel notwendige Anpassung an die Organisationsstruktur gerecht zu werden. Der Workshop findet am 18. Juni 2010 im Bremer Innovations- und Technologiezentrum (BITZ) von 10:30 bis 17:00 statt.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
artec | Forschungszentrum Nachhaltigkeit
PD Dr. Guido Becke
Tel.: (0421) 218-61842/ 43
E-Mail: becke@artec.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.achtinno.uni-bremen.de
http://www.uni-bremen.de

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