Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erdbebensicheres Bauen: Seminar an der TU Kaiserslautern vermittelt wichtige Grundlagen

09.09.2019

Wie kann man Gebäude und Industrieanlagen derart bauen, dass sie einem Erdbeben standhalten und keinen oder nur wenig Schaden nehmen? Daran forscht das Team des Fachgebiets Statik und Dynamik der Tragwerke an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK). Am Dienstag, den 17. September, bietet es das Seminar „Erdbebensicheres Bauen für Architekten und Ingenieure“ von 10 bis 17 Uhr auf dem Campus der TUK an. Hintergrund ist eine Neueinschätzung der Erdbebengefährdung für Deutschland und die daher zu aktualisierende Baunorm.

Bei einem Erdbeben kann innerhalb weniger Sekunden ein großer Schaden an Gebäuden, Brücken und Industrieanlagen entstehen. Umso wichtiger ist es, schon bei der frühen Planung Maßnahmen zu ergreifen, die die Verletzlichkeit eines Gebäudes verringern.


Professor Dr. Hamid Sadegh-Azar (li.) und Konstantin Goldschmidt erforschen, wie sich Schäden bei Gebäuden bei Erdbeben verringern lassen.

Koziel/TUK

Genau daran forscht das Team um Professor Dr. Hamid Sadegh-Azar im Fachbereich Bauingenieurwesen an der TUK. Die Ingenieure erstellen unter anderem Modelle, mit denen sie unterschiedliche Erdbeben-Szenarien durchspielen und untersuchen, wie Gebäude sich dabei verhalten.

In ihrer Forschung geht es auch um Techniken, Bauwerke sicherer zu machen. Bei einer hohen Erdbebengefährdung sind dies zum Beispiel elastische Lagerungen für eine Basisisolierung.

Eine Möglichkeit einer solchen Isolierung ist der Einsatz sogenannter Elastomerlager zwischen Gebäude und Fundament, um die Übertragung der Bodenbewegung auf das Gebäude zu reduzieren.

Geforscht wird auch an innovativen Systemen, um die Energiedissipation im Bauwerk zu erhöhen. Hierdurch wird die Erdbebenenergie aufgenommen und zum Beispiel in Wärme umgewandelt, was zu einer Reduktion der Schädigung im Bauwerk selbst führt.

„Zur Erdbebengefährdung für Deutschland gab es 2018 eine Neueinschätzung“, sagt Konstantin Goldschmidt vom Fachgebiet, der die Veranstaltung mitorganisiert. „Daher wird demnächst auch die Norm zur Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben für Deutschland aktualisiert. Diese müssen Architekten und Ingenieure bei Planung und Bau berücksichtigen.“

Nach der Neueinschätzung der Erdbebengefährdung für Deutschland und der bevorstehenden Einführung des neuen Nationalen Anhangs des Eurocode 8 (als Nachfolger der DIN 4149) ist es für Architekten und Ingenieure wichtig, sich mit den Themen eines erdbebengerechten Entwurfs und einer erdbebensicheren Auslegung auseinanderzusetzen. Insbesondere beim Thema erdbebensicheres Bauen ist das Zusammenspiel und die Interaktion von Architekten und Ingenieuren unerlässlich.

Das Seminar startet mit einer Einführung in die bauordnungsrechtlichen Hintergründe der Erdbebenauslegung. Danach geht es um die Technik. Von der Seismologie bis hin zur normgerechten praktischen Umsetzung auf der Baustelle.

Die Teilnehmer erfahren, wie beispielsweise die Erdbebensicherheit schon in der Entwurfsphase im Zusammenspiel der Architekten und Ingenieure durch einfache Maßnahmen erhöht werden kann und welche innovativen Methoden und Ansätze zur Reduzierung der Erdbebenschäden angewandt werden können.

Das Seminar wird vom Fachgebiet Statik und Dynamik der Tragwerke in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Erdbebeningenieurwesen und Baudynamik (DGEB) organisiert.

Mehr über das Seminar finden Sie unter folgendem Link: https://www.bauing.uni-kl.de/sdt/erdbeben2019/

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Konstantin Goldschmidt
E-Mail: konstantin.goldschmidt[at]bauing.uni-kl.de
Tel.: 0631 205-2932

Melanie Löw | Technische Universität Kaiserslautern

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Ob Algen, Blut oder Bakterien - Interdisziplinärer Workshop zielt auf besseres Verständnis fluider Strömungen
07.10.2019 | Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme

nachricht Wie gelingt der Dialog mit Künstlicher Intelligenz?
24.09.2019 | time4you GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Volle Wertschöpfungskette in der Mikrosystemtechnik – vom Chip bis zum Prototyp

18.10.2019 | Physik Astronomie

Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria

18.10.2019 | Informationstechnologie

Das Rezept für eine Fruchtfliege

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics