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Berufschancen trotz chronischer Krankheit

06.04.2010
Hämophiliezentrum der MHH bereitet Jungendliche mit Bluterkrankheit auf Arbeitsplatzsuche vor / Seminarbeginn am 8. Mai 2010

Für junge Menschen, die unter der Bluterkrankheit (Hämophilie) leiden, ist die Berufswahl eine schwierige Sache. Zum einen sind sie körperlich nur eingeschränkt belastbar, zum anderen haben sie bei zukünftigen Arbeitgebern mit vielen Vorurteilen zu kämpfen.

Das Hämophiliezentrum der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bietet deshalb Seminare an, die betroffene Jugendliche auf die Ausbildungsplatzsuche vorbereiten. Die nächste Schulung beginnt am 8. Mai 2010. Das Projekt mit dem Namen"Der Weg in die Zukunft" richtet sich vor allem an Jugendliche, die einen Hauptschulabschluss oder keinen Schulabschluss haben und im Herbst 2011 ins Berufsleben einsteigen wollen.

Hämophilie betrifft überwiegend Jungen und Männer. Sie leiden an unkontrollierbaren, meist inneren Blutungen, weil ihnen bestimmte Gerinnungsfaktoren fehlen. Die Betroffenen sind von Beginn ihres Lebens an auf Medikamente angewiesen und körperlich nicht voll belastbar. Im Hämophiliezentrum der MHH werden Patienten mit Gerinnungsstörungen des Blutes interdisziplinär behandelt. Die Experten dort betreuen Kinder mit Bluterkrankheit meist über Jahre hinweg bis hin zum Erwachsenenalter und kennen ihre Probleme - auch hinsichtlich der Suche nach einem Ausbildungsplatz. "Für Hauptschüler und Schulabbrecher bleiben bei der Berufswahl oft nur Jobs als ungelernte Hilfskraft. Das stellt Bluterkranke vor ein besonderes Problem", erklärt Dr. Cornelia Wermes, Ärztin an der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Die Medizinerin leitet das Projekt gemeinsam mit Monika Rietze, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Hämophiliezentrum.

In den drei aufeinander aufbauenden Seminaren lernen die Betroffenen, wie sie die Weichen für ihr Berufsleben richtig stellen. Im ersten Modul "Profiling" - Selbstanalyse und Berufsfindung am 8. Mai 2010 beschäftigen sich die Teilnehmer mit ihren Stärken und Schwächen, um sich von ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten als chronisch Kranke ein realistisches Bild zu verschaffen. Das zweite Modul "Bewerbung konkret" am 12. Juni 2010 unterstützt die Jugendlichen gezielt bei den ersten Bewerbungsschritten. Im dritten Baustein am 11. September 2010 üben die Beteiligten das Vorstellungsgespräch und erfahren alles über ihre Rechte und Pflichten als Schwerbehinderte am Arbeitsplatz.

Bei Bedarf besichtigen die Projektleiterinnen auch zukünftige Ausbildungsbetriebe, reden mit potenziellen Arbeitgebern und schreiben Eignungsbescheinigungen. Für Patienten des Hämophiliezentrums der MHH ist die Teilnahme an den Seminaren kostenlos, andere hämophile Jugendliche zahlen 20 Euro pro Tag.

Anmeldung und weitere Informationen im Hämophiliezentrum der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) unter Telefon (0511) 532-3230 oder per E-Mail: haemophiliezentrum@mh-hannover.de

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

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