Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ursache und Wirkung in die richtige Beziehung setzen

08.08.2007
Friedrich-Schiller-Universität Jena veranstaltet Workshop zur Analyse kausaler Effekte am 27./28. August

Wenn in der Medizin ein Medikament eingesetzt wird und es dem Patienten nach der Einnahme besser geht vermutet jeder, dass die positive Wirkung vom Medikament ausgeht. Experimente mit Schein-Medikamenten, so genannten Placebos, haben aber gezeigt, dass gerade im medizinischen Bereich manche Wirkung mehr auf der Psyche des Patienten als auf der Wirkung des Medikaments beruht.

Ursache und Wirkung einander eindeutig zuzuordnen, ist also gar nicht so einfach. Dies gilt neben der Medizin ebenso für psychotherapeutische Maßnahmen oder Eingriffe, wissenschaftlich auch Interventionen genannt, im Bereich Bildung und Politik. Überall im täglichen Leben wie in der Wissenschaft werden Interventionen entwickelt und eingesetzt. Dabei stellen sich in jedem Fall die gleichen Fragen: Führen die entwickelten Maßnahmen zu den gewünschten Veränderungen? Sind diese ursächlich auf die Intervention zurückzuführen? Oder gibt es andere Einflüsse, welche alternativ die Veränderungen erklären können?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich am 27./28. August der Workshop "Analyse kausaler Effekte" ("Introduction to the Analysis of Causal Effects with EffectLite, LISREL and Mplus") an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ausgerichtet vom Lehrstuhl für Methodenlehre und Evaluationsforschung von Prof. Dr. Rolf Steyer stellt diese, in englischer Sprache gehaltene, Tagung die wichtigsten kausaltheoretischen Konzepte der modernen Methodenlehre vor. Der Workshop findet im Multimediazentrum der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt und wird live ins Internet übertragen. Noch sind Plätze frei. Eine Anmeldung kann bis zum 24. August via Internet unter http://www.metheval.uni-jena.de erfolgen. Auf dieser Website stehen außerdem weitere Informationen und Materialien zum Workshop zur Verfügung.

... mehr zu:
»Intervention

In vielen wissenschaftlichen Disziplinen nimmt das Experiment eine herausragende Stellung bei Untersuchungen ein. Doch manchmal sind, etwa aus ethischen oder pragmatischen Gründen, keine Experimente realisierbar. Was dann gemacht werden kann, will der Jenaer Workshop aufzeigen. Es werden Möglichkeiten vorgestellt, wie in Quasi-Experimenten mit theoretisch fundierten Methoden trotz allem kausale Effekte geschätzt werden können. "Neben den theoretischen Ausführungen wird die Umsetzung kausaler Fragestellungen in statistische Hypothesen und deren Prüfung in statistischen Modellen demonstriert", erläutert Mit-Organisator Norman Rose.

Wegen ihrer außerordentlichen Flexibilität sind Strukturgleichungsmodelle besonders geeignet, um kausale Effekte zu schätzen und ihre statistische Bedeutsamkeit zu prüfen. "Mplus" und "LISREL" sind weit verbreitete Programme zur Strukturgleichungsmodellierung. Beim Workshop werden sie, aber v. a. "EffectLite" eingesetzt. Es ist ein kostenfreies Programm, welches speziell für die Analyse kausaler Effekte von Prof. Steyer und seinen Kollegen an der Universität Jena entwickelt worden ist.

Die Teilnehmer sollten mit grundsätzlichen Konzepten und Begriffen der Methodenlehre und Statistik vertraut sein, denn als Einführung in die Strukturgleichungsmodellierung ist der Workshop nicht geeignet.

Kontakt:
Prof. Dr. Rolf Steyer / Dipl.-Psych. Norman Rose
Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Steiger 3 / Haus 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945231 oder 945236
E-Mail: rolf.steyer[at]uni-jena.de / norman.rose[at]uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.metheval.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Intervention

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Selfies in 3D: Hightech aus der Alpenrhein-Region
28.06.2018 | Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur

nachricht Internationaler Workshop zu Künstlicher Intelligenz in der Quantenphysik
13.06.2018 | Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Pflanzenmütter kommunizieren mit ihren Embryonen über das Hormon Auxin

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus wird zum Internetstar

17.07.2018 | Architektur Bauwesen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics