Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftlicher Workshop zum mittelalterlichen Kochen: Schlemmen wie vor 1.000 Jahren

14.01.2008
Die Nachwuchs-Mediävisten der Universität Bonn verlängern die Schlemmerphase der Weihnachtszeit noch ein wenig ins neue Jahr: Am Samstag, 26. Januar, veranstalten sie unter dem Titel "Recipes & Remedies" einen Workshop zum mittelalterlichen Kochen. Mit den damals erhältlichen Zutaten wollen sie typische Gerichte zubereiten, wie sie vor 500 bis 1.500 Jahren auf europäische Teller kamen.

"Kartoffelgratin, Tomatensuppe, Schokoladenmousse... alle diese Leckereien waren im Mittelalter in Europa unbekannt", erklärt Nicole Meier vom Institut für Anglistik, Amerikanistik und Keltologie. "Die Zutaten für diese Gerichte kamen erst mit der Entdeckung der 'neuen' Welt in unsere Breiten. Wir kochen dagegen nur mit Lebensmitteln, die damals üblicherweise verwandt wurden."

Die junge Wissenschaftlerin ist Gründungsmitglied des Bonner Mittelalter-Forums, das den Workshop organisiert hat. Die Nachwuchs-Mediävisten haben in den vergangenen Wochen jede Menge Literatur gewälzt und dabei Rezepte in unterschiedlichen Sprachen aus Früh-, Hoch- und Spätmittelalter zusammen getragen und übersetzt. "Uns hat aber beispielsweise auch interessiert, wie man sich eine mittelalterliche Tafelrunde überhaupt vorstellen muss", sagt sie. "Oder auch, wie Essen und Kochen in Literatur und bildender Kunst dargestellt werden."

Das Ergebnis ihrer Recherchen haben die Forums-Mitglieder auf einer Webseite zusammengetragen (http://www.mittelalterzentrum.uni-bonn.de/workshop). Dort finden sich neben kulinarischen und medizinischen Rezepten auch Texte zum geschichtlichen und kulturellen Hintergrund von Speis und Trank im Mittelalter. "Am 26. Januar machen wir dann die Probe aufs Exempel", erklärt der Romanist Roland Ißler: "Dann wollen wir einige ausgewählte Rezepte besprechen, zubereiten und verkosten." Die Idee, einen solchen Workshop zu veranstalten, ist auch bei einigen Geschäftsleuten aus dem Bonner Raum auf Interesse gestoßen: Ein Bioladen und ein Imker unterstützen die Aktion der Nachwuchswissenschaftler.

... mehr zu:
»Nachwuchs-Mediävisten

Das Bonner Mittelalter-Forum ist im vergangenen Jahr für Nachwuchs-Mediävisten unterschiedlichster Fachrichtungen an der Universität Bonn ins Leben gerufen worden. Grundsätzlich steht es allen Angehörigen der Universität offen, die sich für die Zeitspanne zwischen 600 und 1500 n.Chr. interessieren. Bei Vortragsveranstaltungen, Workshops, Kolloquien und Diskussionsrunden sollen Forschungsergebnisse, Informationen und Erfahrungen ausgetauscht werden. Dabei versteht sich das Bonner Mittelalter-Forum auch als 'Probebühne' für spätere Präsentationen von Forschungsarbeiten der Beteiligten.

Kontakt:
Dr. des. Nicole Meier
Institut für Anglistik, Amerikanistik und Keltologie
nicmeier@uni-bonn.de
Telefon: 0228/73-7841 oder 02208/8316
Roland Ißler
Institut für Griechische und Lateinische Philologie, Romanistik und Altamerikanistik; Abt. für Romanistik
roland.issler@uni-bonn.de
Telefon: 0228/73-7402

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.mittelalterzentrum.uni-bonn.de/workshop

Weitere Berichte zu: Nachwuchs-Mediävisten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Kristallwachstum mit atomarer Präzision
08.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF

nachricht 15. Workshop Digital Broadcasting: Synergien zwischen Digitalem Rundfunk und Mobilfunk nutzen
02.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics