Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Wiedergeborener“ Nebel beobachtet - Potsdamer Astrophysiker mit neuesten Forschungsergebnissen

21.11.2012
Astrophysiker von der Universität Potsdam und ihr internationales Forschungsteam haben die Röntgenstrahlung von einem sogenannten wiedergeborenen Planetarischen Nebel beobachtet.

Sterne von ähnlicher Art wie unsere Sonne erleben dramatische Phasen, wenn ihr nuklearer Brennstoff zur Neige geht. Sie blähen sich zu Roten Riesensternen auf, in denen sogar die Umlaufbahn der Erde verschluckt würde. Schließlich driftet die ausgedehnte Hülle dieses Sterns langsam davon, während sein Kern als kleiner, aber sehr heißer Weißer Zwerg zurückbleibt und die wegfliegende Hülle zum Leuchten bringt.


Abell 30


Abell 30

Solche fälschlich als Planetarische Nebel bezeichneten Objekte sind seit Jahrhunderten bekannt. Unter noch nicht erforschten Umständen kann sich dieser Zyklus, das Aufblähen des Sterns und der Auswurf eines Nebels, offenbar kurz danach ein zweites Mal wiederholen.

Einen solchen „wiedergeborenen“ Planetarischen Nebel haben jetzt Astrophysiker der Potsdamer Universität – Prof. Dr. Wolf-Rainer Hamann, Dr. Lidia Oskinova, Dr. Helge Todt – gemeinsam mit einem internationalen Team durch Beobachtung seiner Röntgenstrahlung näher untersucht. Solche Strahlung entsteht durch sehr hohe Temperaturen von mehr als einer Million Grad.

Die aktuellen Beobachtungen zeigen, dass der innere Bereich des Planetarischen Nebels dieses heiße Gas enthält. Es wird offenbar aufgeheizt, wenn der von dem zentralen Stern jetzt ausgehende Sternwind mit seiner Geschwindigkeit von 14 Millionen Kilometer pro Stunde auf den langsam dahindriftenden, vor etwa 850 Jahren ausgestoßenen Nebel trifft.

Die Beobachtungen der Röntgenstrahlung führten die Potsdamer Wissenschaftler mit den im Weltraum stationierten Observatorien XMM-Newton der Europäischen Weltraumagentur ESA und Chandra der NASA durch, wobei die Aufnahmen jeweils rund 24 Stunden lang belichtet wurden.

Die Abbildungen zeigen den Planetarischen Nebel „Abell 30“ etwa 5.500 Lichtjahre von der Erde entfernt. Der auf dem großen Bild sichtbare, kugelrunde Nebel wurde von dem zentralen Stern vor etwa 12.500 Jahren abgeworfen. Der vergrößerte Ausschnitt zeigt die fadenartigen Strukturen, die auf einen erneuten Auswurf vor nur 850 Jahren zurückgehen. Die Röntgenemission – im Bild lila dargestellt – entsteht nun offenbar durch die Wirkung des Sternwinds auf diese fadenartige Struktur.
Hinweis an die Redaktionen:
Kontakt: Prof. Dr. Wolf-Rainer Hamann, Tel.: 0331/977-1053,
E-Mail: wrh@astro.physik.uni-potsdam.de
Internet:
http://chandra.harvard.edu/photo/2012/a30/ http://www.esa.int/esaSC/SEM0UBGPI9H_index_0.html

Birgit Mangelsdorf | Universität Potsdam
Weitere Informationen:
http://www.uni-potsdam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Geometrie eines Elektrons erstmals bestimmt
23.05.2019 | Universität Basel

nachricht Galaxien als „kosmische Kochtöpfe“
23.05.2019 | Universität Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Geometrie eines Elektrons erstmals bestimmt

Physiker der Universität Basel können erstmals zeigen, wie ein einzelnes Elektron in einem künstlichen Atom aussieht. Mithilfe einer neu entwickelten Methode sind sie in der Lage, die Aufenthaltswahrscheinlichkeit eines Elektrons im Raum darzustellen. Dadurch lässt sich die Kontrolle von Elektronenspins verbessern, die als kleinste Informationseinheit eines zukünftigen Quantencomputers dienen könnten. Die Experimente wurden in «Physical Review Letters» und die Theorie dazu in «Physical Review B» veröffentlicht.

Der Spin eines Elektrons ist ein vielversprechender Kandidat, um als kleinste Informationseinheit (Qubit) eines Quantencomputers genutzt zu werden. Diesen Spin...

Im Focus: The geometry of an electron determined for the first time

Physicists at the University of Basel are able to show for the first time how a single electron looks in an artificial atom. A newly developed method enables them to show the probability of an electron being present in a space. This allows improved control of electron spins, which could serve as the smallest information unit in a future quantum computer. The experiments were published in Physical Review Letters and the related theory in Physical Review B.

The spin of an electron is a promising candidate for use as the smallest information unit (qubit) of a quantum computer. Controlling and switching this spin or...

Im Focus: Optische Superlinsen aus Gold

Oldenburger Forscher entwickeln neues optisches Mikroskop mit extrem hoher Auflösung

Eine kegelförmige Spitze aus Gold bildet das Kernstück eines neuen, extrem leistungsfähigen optischen Mikroskops, das Oldenburger Wissenschaftler in der...

Im Focus: Impfen über die Haut – Gezielter Wirkstofftransport mit Hilfe von Nanopartikeln

Forschenden am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam ist es gelungen Nanopartikel so weiterzuentwickeln, dass sie von speziellen Zellen der menschlichen Haut aufgenommen werden können. Diese sogenannten Langerhans Zellen koordinieren die Immunantwort und alarmieren den Körper, wenn Erreger oder Tumore im Organismus auftreten. Mit dieser neuen Technologieplattform könnten nun gezielt Wirkstoffe, zum Beispiel Impfstoffe oder Medikamente, in Langerhans Zellen eingebracht werden, um eine kontrollierte Immunantwort zu erreichen.

Die Haut ist ein besonders attraktiver Ort für die Applikation vieler Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen. Die geeigneten Zielzellen liegen in der...

Im Focus: Chaperone halten das Tumorsuppressor-Protein p53 in Schach: Komplexer Regelkreis schützt vor Krebs

Über Leben und Tod einer Zelle entscheidet das Anti-Tumor-Protein p53: Erkennt es Schäden im Erbgut, treibt es die Zelle in den Selbstmord. Eine neue Forschungsarbeit an der Technischen Universität München (TUM) zeigt, dass diese körpereigene Krebsabwehr nur funktioniert, wenn bestimmte Proteine, die Chaperone, dies zulassen.

Eine Krebstherapie ohne Nebenwirkungen, die gezielt nur Tumorzellen angreift – noch können Ärzte und Patienten davon nur träumen. Dabei hat die Natur ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kindermediziner tagen in Leipzig

22.05.2019 | Veranstaltungen

Jubiläumskongress zur Radiologie der Zukunft

22.05.2019 | Veranstaltungen

Wissensparcour bei der time4you gestartet

22.05.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Geometrie eines Elektrons erstmals bestimmt

23.05.2019 | Physik Astronomie

Galaxien als „kosmische Kochtöpfe“

23.05.2019 | Physik Astronomie

Auflösen von Proteinstau am Eingang von Mitochondrien

23.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics