Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rosetta-Team verabschiedet sich mit neuem Kometen-Sound

30.09.2016

Magnetometer sammelten Daten für die nächste Wissenschaftler-Generation

Mit dem Stück „A Comet‘s Life“, einer Vertonung der Messdaten der Braunschweiger Magnetometer, verabschieden sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität Braunschweig von der Weltraumsonde „Rosetta“. Es wurde gestern, am 29. September 2016, bei der Abschlussveranstaltung der Mission im Kontrollzentrum der europäischen Weltraumbehörde ESA in Darmstadt vorgestellt.


Philip Heinisch, Dr. Hans-Ulrich Auster, Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier, Charlotte Götz und Dr. Ingo Richter vom „Rosetta"-Team des IGEP der TU Braunschweig

Mark Bently, frei zur Veröffentlichung

Mit einem Magnetometer auf der Weltraumsonde „Rosetta“ und auf dem Landeroboter „Philae“ waren Astrophysiker und Astrophysikerinnen vom Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik an der Mission beteiligt. Ingenieure vom Institut für Datentechnik und Kommunikation entwickelten einen Instrumentenrechner sowie Teile der OSIRIS-Kamera.

„Rosettas geplante Landung auf ‚Tschury‘ ist nicht das Ende der Weltraummission. Es ist vielmehr der Beginn der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den unzähligen Daten, die wir gewonnen haben. Sie werden uns und die folgende Wissenschafts-Generation lange beschäftigen“, erklärt Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier vom Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik (IGEP) der Technischen Universität Braunschweig.

Heute, Freitag, den 30. September 2016, soll die Weltraumsonde „Rosetta“ Landeroboter „Philae“ nachfolgen und auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko landen. Verfolgen werden die Braunschweiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Abschluss der Weltraummission im europäischen Raumflugkontrollzentrum, wo sie erneut eine Sonifikation, eine Vertonung der Messdaten ihrer Magnetometer, vorstellen. Der Wolfenbütteler Komponist und Sounddesigner Manuel Senfft, der bereits zur Kometenladung tausende von Messdaten übertrug und auf diese Weise den Kometen „Tschury“ zum Singen brachte, zeichnet mit dem neuen Stück nun die Veränderungen des Kometen auf dem Weg zur Sonne in Tönen nach.

Die Braunschweiger Magnetometer lieferten im Laufe der Mission viel mehr als die Grundlage für den Kometen-Sound. Mit ihrer Hilfe wurde erstmals das Magnetfeld im Umfeld eines Kometen über einen langen Zeitraum untersucht und wie es sich auf dem Weg zum sonnennächsten Punkt verändert. Erste wissenschaftliche Veröffentlichungen der Braunschweiger Astrophysikerinnen und Astrophysiker fanden internationale Beachtung.

Weitere, erklärt Karl-Heinz Glassmeier, werden folgen. Allein die Messdaten, so der Professor am IGEP der TU Braunschweig, würde die Wissenschaft in den nächsten zwanzig bis dreißig Jahren beschäftigten. Zunehmend wichtig wurden die Magnetometer „Made in Braunschweig“ auch für den Missionsbetrieb: Als erste stellten sie das mehrfache Aufsetzen des Landesroboters fest und trugen so maßgeblich zur Rekonstruktion der Landung bei. Berechnungen aus Braunschweig verhalfen bei der Suche nach „Philae“ auf dem Kometen.

Schickt die Weltraumsonde „Rosetta“ wie geplant eine letzte Bildreihe der Mission von der Landung auf dem Kometen, ist auch für die Ingenieure um Professor Harald Michalik vom Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze der TU Braunschweig ein Jahrzehnte andauerndes Projekt vorerst beendet.

Unter der Leitung des Max Planck Instituts für Sonnensystemforschung aus Göttingen waren sie Teil des Konsortiums, das für die „OSIRIS“-Kamera und damit für die beeindruckenden Bilder vom Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko verantwortlich war. Die Kamera wurde von dem Team in den vergangenen Tagen auf ihre letzte Aufgabe sorgfältig programmiert, damit eine spektakuläre Bildreihe gelingt.

Weitere Informationen
https://soundcloud.com/tagirijus/a-comets-life
http://blogs.esa.int/rosetta/2016/09/29/a-comets-life-a-new-sonification-from-ro...

Kontakt
Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier ML
Technische Universität Braunschweig
Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik
Mendelssohnstraße 3
38106 Braunschweig
Tel: 0531 391-5214
E-Mail: kh.glassmeier@tu-braunschweig.de
www.igep.tu-braunschweig.de

Prof. Dr.-Ing. Harald Michalik
Technische Universität Braunschweig
Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze
Hans-Sommer-Straße 66
38106 Braunschweig
Tel.: 0531 391-3733
E-Mail: michalik@ida.ing.tu-braunschweig.de
www.ida.ing.tu-braunschweig.de

Weitere Informationen:

http://magazin.tu-braunschweig.de/pi-post/rosetta-team-verabschiedet-sich-mit-ne...
https://soundcloud.com/tagirijus/a-comets-life
http://blogs.esa.int/rosetta/2016/09/29/a-comets-life-a-new-sonification-from-ro...

Stephan Nachtigall | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt
16.08.2018 | Universität Bern

nachricht Leibniz-IWT an Raumfahrtmission beteiligt: Bremer unterstützen Experimente im All
14.08.2018 | Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit

16.08.2018 | Informationstechnologie

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics