Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Quantenphysik - Weltweites Experiment bestätigt Verletzung der Bellschen Ungleichung

14.05.2018

Die Ergebnisse des Big Bell Tests, an dem weltweit mehr als 100.000 Menschen teilnahmen, sind aktuell im Fachmagazin Nature veröffentlicht.

Anhand der Bellschen Ungleichung lässt sich die Gültigkeit von grundlegenden Annahmen der klassischen Physik gegenüber jenen der Quantenphysik überprüfen.


Physiker von zwölf Instituten weltweit haben im November 2016 an dem sogenannten Big Bell Test teilgenommen, um die Bellsche Ungleichung mit einer neuen Herangehensweise zu testen.

An der LMU war ein Team um Professor Harald Weinfurter und Dr. Wenjamin Rosenfeld beteiligt. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher aktuell im Fachmagazin Nature.

Im Rahmen des Experiments wurden über ein Onlinespiel, an dem mehr als 100.000 Menschen teilnahmen, Zufallseingaben gemacht. Die LMU-Physiker nutzten die dadurch gewonnenen Daten, um Messungen in zwei Laboren durchzuführen, die 400 Meter voneinander entfernt sind.

Denn während in der klassischen Physik die Eigenschaften eines Objekts völlig unabhängig von seiner Beobachtung sind, können im Bereich der Quanten Teilchen, die weit voneinander entfernt sind, in Beziehung zueinander stehen, und ihre Eigenschaften erst durch Messung entstehen.

Im Experiment wurden diese Messungen an einem Atom durchgeführt, das in einem der Labore gehalten war, und einem Photon, das mit dem Atom verschränkt und dann in das andere Labor transportiert wurde.

Die Entscheidungen zwischen verschiedenen Messeinstellungen wurden im LMU-Experiment auf Basis der von Menschen erzeugten Zufallsdaten gewonnen. Zusätzlich verwendeten die Wissenschaftler jeweils einen sogenannten Quantenzufallsgenerator in beiden Laboren. Beide Messmethoden bestätigten die Verletzung der Bellschen Ungleichung und zeigten, dass die 400 Meter voneinander entfernten Teilchen miteinander verschränkt waren.

„Der Big Bell Test hat eine völlig andere Art Zufall in Quantenexperimente eingeführt“, sagt Wenjamin Rosenfeld. Auch wenn, wie Harald Weinfurter betont, solche Experimente noch wesentlich weiter entwickelt werden müssen, um alle möglichen Schlupflöcher zu schließen.

Der Big Bell Test wurde vom Institute of Photonic Science (ICFO) in Barcelona koordiniert. Neben dem Team an der LMU nahmen mehrere Institute auf der ganzen Welt teil.

Kontakt:
Dr. Wenjamin Rosenfeld
Fakultät für Physik der LMU
Tel.: +49 (0) 89/2180-2045
E-Mail: Wenjamin.Rosenfeld@physik.uni-muenchen.de

Luise Dirscherl | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenchen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Rasende Elektronen unter Kontrolle
16.11.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Kometen als Wasserträger für Exoplaneten
15.11.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics