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Milchstraße und darüber hinaus: Himmelsdurchmusterung der nächsten Generation

07.03.2019

Das 4-Meter spektroskopische Multi-Objekt-Teleskop 4MOST wird als größte Beobachtungseinrichtung ihrer Art den aktuell drängendsten astronomischen Fragen der Galaktischen Archäologie, der Hochenergie-Astrophysik, der Evolution der Galaxien sowie der Kosmologie nachgehen. Mit der Veröffentlichung von 13 Artikeln stellt das Konsortium nun 4MOST der Wissenschaftsgemeinde vor.

In einer Spezialausgabe des ESO Messengers geben mehrere Artikel einen Überblick über das Projekt und informieren detailliert über die erste Ausschreibung von Beobachtungszeit, den wissenschaftlichen Betrieb und die Beobachtungsstrategie.


Das VISTA-Teleskop der ESO am Paranal Observatorium in Chile.

Credit: G. Hüdepohl (atacamaphoto.com)/ESO

„Ebenso werden die geplanten Himmelsdurchmusterungen vorgestellt. Die ESO-Gemeinschaft wird so auf die erste Ausschreibung in der zweiten Jahreshälfte 2019 für die Nutzung von 4MOST vorbereitet“ sagt Roelof de Jong, Projektleiter von 4MOST. „Für die astronomische Gemeinschaft wird das eine einmalige Gelegenheit sein, Beobachtungszeit mit 4MOST für die ersten fünf Jahre zu beantragen.“

Der Multi-Objekt-Spektrograph 4MOST wird für das VISTA-Teleskop (Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy) der ESO am Paranal Observatorium in Chile gebaut. Als einer der besten Beobachtungsstandorte weltweit ermöglicht das Observatorium die Beobachtung einzigartiger Objekte der südlichen Hemisphäre, insbesondere des galaktischen Zentrums und der Magellanschen Wolken. Das Design von 4MOST erlaubt die Aufzeichnung von mehreren zehn Millionen Spektren in fünf Jahren über den gesamten Südhimmel.

Das Instrument befindet sich derzeit bei verschiedenen Instituten des Konsortiums in der Konstruktionsphase, die das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) koordiniert. Während die Fertigung bis 2021 erfolgt, beginnt bereits die Auswahl der Beobachtungsanträge. Sobald die Subsysteme an den einzelnen Instituten fertiggestellt sind, werden sie nach Potsdam geliefert und ausführliche Tests am vollständigen System durchgeführt. Im Jahr 2022 erfolgt dann der Transport nach Chile und die Installation am VISTA-Teleskop.

4MOST unterscheidet sich von anderen ESO-Instrumenten darin, dass es gleichzeitig mehrere unterschiedliche wissenschaftliche Ziele während einer einzigen Beobachtung verfolgen kann. Das wissenschaftliche Programm selbst besteht aus Himmelsdurchmusterungen, um sowohl verschiedene Komponenten der Milchstraße und der Magellanschen Wolken mittels Galaktischer Archäologie zu untersuchen, als auch kosmologische Parameter, die Eigenschaften von Dunkler Energie und Dunkler Materie und die Geschichte der Entstehung von Galaxien und Schwarzer Löcher aufzuschlüsseln. Alle Beobachtungen von 4MOST werden frei zugänglich im ESO-Archiv veröffentlicht.

Das 4MOST-Konsortium besteht aus 15 Instituten aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Schweden, der Schweiz, Australien und den Niederlanden. Die Leitung liegt beim Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP). Mehr als 330 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Ingenieurinnen und Ingenieure arbeiten an 4MOST und haben an den Veröffentlichungen mitgewirkt.

4MOST Konsortium:
Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP)
Australian Astronomical Optics, Macquarie University (AAO)
Centre de Recherche Astrophysique de Lyon (CRAL)
European Southern Observatory (ESO)
Institute of Astronomy, Cambridge (IoA)
Max-Planck-Institut für Astronomie, München (MPIA)
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, München (MPE)
Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH)
NOVA/ASTRON, Dwingeloo
Rijksuniversiteit Groningen (RuG)
Lunds Universitet (LU)
Uppsala Universitet (UU)
Universität Hamburg (UHH)
University of Western Australia (UWA)
École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL)

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Roelof de Jong, 0331-7499-648, rdejong@aip.de

Originalpublikation:

https://www.eso.org/sci/publications/messenger/

Weitere Informationen:

https://www.4most.eu/

Dr. Janine Fohlmeister | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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