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MATISSE erblickt erste Sterne

13.03.2018

Erste Messungen mit dem neuen MATISSE-Instrument der ESO erfolgreich

Nach 12-jähriger Bauzeit hat das neue MATISSE-Instrument der ESO im Norden Chiles nun erfolgreich erste Beobachtungen durchgeführt. Das leistungsfähigste interferometrische Instrument der Welt, das unter Beteiligung des Instituts für Astrophysik der Universität Wien entwickelt wurde, konnte erste Sterne vermessen, unter anderem Sirius, Rigel und Beteigeuze.


Das MATISSE-Instrument hat Anfang 2018 seine ersten Beobachtungen am Very Large Telescope Interferometer (VLTI) am Paranal-Observatorium der ESO im Norden Chiles erfolgreich durchgeführt.

Copyright: ESO/MATISSE consortium


Nächtliches Panorama des Paranal Observatoriums. In der Mitte sind zwei der vier Hilfsteleskope zu sehen, die für die Beobachtungen verwendet wurden.

Copyright: ESO/B. Tafreshi (twanight.org)

Damit ist der Grundstein gelegt, um Sterne in verschiedenen Stadien ihres Lebens, die Entstehung von Planeten und die Umgebung extrem massereicher Schwarzer Löcher in Galaxien zu untersuchen.

MATISSE, das Multi AperTure mid-Infrarot SpectroScopic Experiment, beobachtet infrarotes Licht – Licht zwischen dem sichtbaren Bereich des elektromagnetischen Spektrums und den Mikrowellen. Das am Very Large Telescope Interferometer im Norden Chiles installierte Gerät ist damit das leistungsfähigste interferometrische Instrument der Welt im mittleren Infrarot.

Durch die Nutzung von mehreren Teleskopen gleichzeitig entstehen detailliertere Bilder von Himmelsobjekten, als sie mit jedem existierenden oder geplanten Einzelteleskop bei diesen Wellenlängen erzielt werden können.

Das Instrument wurde unter der Leitung des Observatoire de la Côte d'Azur und mit Beteiligung mehrerer Europäischer Institute, darunter das Institut für Astrophysik der Universität Wien, entwickelt. "Die Lichtwege zwischen vier Teleskopen auf Tausendstel Millimeter auszugleichen ist alleine schon eine Spitzenleistung, dieses Problem auch noch bei so langen optischen Wellenlängen zu lösen, wo Optik und Detektoren viel komplexer sind, ist wirklich herausragend", freut sich Josef Hron, der Projektverantwortliche in Wien.

Das Instrument fokussiert auf junge Sterne, um die sich Planeten bilden und untersucht Sterne in späteren Stadien ihres Lebens sowie die Umgebung Schwarzer Löcher in den Zentren von Galaxien. Die ersten Beobachtungen mit den VLTI-Hilfsteleskopen hatten einige der hellsten Sterne am Nachthimmel zum Ziel, darunter Sirius, Rigel und Beteigeuze. Damit konnten die WissenschafterInnen die Funktion von MATISSE eindrucksvoll demonstrieren.

Links:
https://www.eso.org/public/germany/news/eso1808/?lang
http://agb.univie.ac.at/forschung/

Wissenschaftlicher Kontakt
Ass.-Prof. Dr. Josef Hron
Institut für Astrophysik
Universität Wien
1180 Wien, Türkenschanzstraße 17 (Sternwarte)
T +43-1-4277-518 55
josef.hron@univie.ac.at

Rückfragehinweis
Stephan Brodicky
Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
1010 Wien, Universitätsring 1
T +43-1-4277-175 41
stephan.brodicky@univie.ac.at

Offen für Neues.
Die Universität Wien ist eine der ältesten und größten Universitäten Europas: An 19 Fakultäten und Zentren arbeiten rund 9.500 MitarbeiterInnen, davon 6.600 WissenschafterInnen. Die Universität Wien ist damit die größte Forschungsinstitution Österreichs sowie die größte Bildungsstätte: An der Universität Wien sind derzeit rund 94.000 nationale und internationale Studierende inskribiert. Mit 174 Studien verfügt sie über das vielfältigste Studienangebot des Landes. Die Universität Wien ist auch eine bedeutende Einrichtung für Weiterbildung in Österreich. http://www.univie.ac.at

Stephan Brodicky | Universität Wien

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