Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kosmischer Staub auf Ballonfahrt – Experiment zur Planetenentstehung

23.10.2019

Macht kosmische Strahlung den Unterschied? Das fragen sich Astrophysiker der Universität Duisburg-Essen (UDE). Deren Experiment zur Planetenentstehung auf der Internationalen Raumstation (ISS) ergab völlig andere Daten als das gleiche Experiment in simulierter Schwerelosigkeit auf der Erde. Eine Ballonfahrt in 30 km Höhe soll nun Klarheit bringen.

Nur 10 x 10 x 15 cm maß die Kiste, die der deutsche Astronaut Alexander Gerst im Juli vergangenen Jahres auf der Raumstation installierte. Im Innern: winzige Glaskugeln, die kosmische Staubpartikel simulierten.


Team IROCS: (v.l.): Tetyana Bila, Laura Kleinert, Victoria Volkenborn, Andre Mölleken, Lars Schmidt; kniend Niclas Schneider (l.) und Felix Jungmann (r.).

Fotonachweis: UDE

Studierende der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Gerhard Wurm hatten den Versuchsaufbau entworfen. „Das Experiment ist ein Puzzleteil, um zu begreifen, wie aus einzelnen Teilchen im All irgendwann ein ganzer Planet entsteht“, erklärt Felix Jungmann, Leiter des siebenköpfigen Projektteams.

Gezielt zur Kollision gebracht, bestätigte dies das ISS Experiment: Die Kügelchen luden sich elektrisch auf – das könnte vor 4,5 Milliarden Jahren die Entstehung der Planeten ermöglicht haben.

Ihren Versuch hatten sie zunächst in einem Fallturm in Bremen durchgeführt. Doch hier, in simulierter Schwerelosigkeit auf der Erde, war der Effekt zehnmal geringer als auf der ISS. Allerdings ist die Strahlung auf Meereshöhe auch hundertmal geringer als auf der Raumstation.

Ballonvolumen von fünf Schwimmbecken

Um einen möglichen Zusammenhang zu klären, schwebt ihr simuliertes Mini-Universum in diesen Tagen zum dritten Mal; nun zwischen ISS und Erdoberfläche. Dazu sind die Studierenden derzeit in der nordschwedischen Stadt Kiruna, genauer: auf der Europäischen Raketen- und Ballonbasis Esrange. Hier bringt ein Ballon, der ein Volumen wie fünf olympische Schwimmbecken hat, ihr Experiment IROCS (Einfluss von Strahlung auf geladene Kugeln) auf rund 30 km Höhe.

Die Kügelchen befinden sich dabei in einer Druckkammer, um die Bedingungen auf der ISS und im Fallturm möglichst genau nachzuahmen. „Schwerelosigkeit können wir dabei aber leider nicht simulieren“, erklärt Jungmann. Nach drei bis fünf Stunden Flug wird der Ballon kurz vor der russischen Grenze heruntergeholt und von einer Hubschraubercrew geborgen. Dann beginnt die Messwertauswertung.

Das BEXUS-Programm (Balloon Experiments for University Students) ermöglicht es Studierenden aus ganz Europa, wissenschaftliche und technologische Experimente an Ballons durchzuführen. Jedes Jahr werden nur zwei Forschungsballons gestartet, entsprechend hoch liegt die Messlatte für Bewerberprojekte.

Dem Team IROCS kann man folgen: auf Instagram https://www.instagram.com/p/B2vwEK7I8ZJ/ und Twitter https://twitter.com/irocs_bexus

Hinweis für die Redaktion:
Wir stellen Ihnen ein Teamfoto (Fotonachweis: UDE) zur Verfügung unter dem Link: https://www.uni-due.de/de/presse/pi_fotos.php
Das Bild zeigt stehend (v.l.): Tetyana Bila, Laura Kleinert, Victoria Volkenborn, Andre Mölleken, Lars Schmidt;
kniend Niclas Schneider (l.) und Felix Jungmann (r.).

Redaktion: Birte Vierjahn, Tel. 0203/37 9-2427, birte.vierjahn@uni-due.de

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Felix Jungmann, Astrophysik, Tel. 0203/37 9-2843, felix.jungmann@uni-due.de

Ulrike Bohnsack | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-duisburg-essen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Faserverstärkte Verbundstoffe schnell und präzise durchleuchten
13.11.2019 | Paul Scherrer Institut (PSI)

nachricht Die Selbstorganisation weicher Materie im Detail verstehen
12.11.2019 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: New Pitt research finds carbon nanotubes show a love/hate relationship with water

Carbon nanotubes (CNTs) are valuable for a wide variety of applications. Made of graphene sheets rolled into tubes 10,000 times smaller than a human hair, CNTs have an exceptional strength-to-mass ratio and excellent thermal and electrical properties. These features make them ideal for a range of applications, including supercapacitors, interconnects, adhesives, particle trapping and structural color.

New research reveals even more potential for CNTs: as a coating, they can both repel and hold water in place, a useful property for applications like printing,...

Im Focus: Magnetisches Tuning auf der Nanoskala

Magnetische Nanostrukturen maßgeschneidert herzustellen und nanomagnetische Materialeigenschaften gezielt zu beeinflussen, daran arbeiten Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden und der Universität Glasgow. Zum Einsatz kommt ein spezielles Mikroskop am Ionenstrahlzentrum des HZDR, dessen hauchdünner Strahl aus schnellen geladenen Atomen (Ionen) periodisch angeordnete und stabile Nanomagnete in einem Probenmaterial erzeugen kann. Es dient aber auch dazu, die magnetischen Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu optimieren.

„Materialien im Nanometerbereich magnetisch zu tunen birgt ein großes Potenzial für die Herstellung modernster elektronischer Bauteile. Für unsere magnetischen...

Im Focus: Magnets for the second dimension

If you've ever tried to put several really strong, small cube magnets right next to each other on a magnetic board, you'll know that you just can't do it. What happens is that the magnets always arrange themselves in a column sticking out vertically from the magnetic board. Moreover, it's almost impossible to join several rows of these magnets together to form a flat surface. That's because magnets are dipolar. Equal poles repel each other, with the north pole of one magnet always attaching itself to the south pole of another and vice versa. This explains why they form a column with all the magnets aligned the same way.

Now, scientists at ETH Zurich have managed to create magnetic building blocks in the shape of cubes that - for the first time ever - can be joined together to...

Im Focus: A new quantum data classification protocol brings us nearer to a future 'quantum internet'

The algorithm represents a first step in the automated learning of quantum information networks

Quantum-based communication and computation technologies promise unprecedented applications, such as unconditionally secure communications, ultra-precise...

Im Focus: REANIMA - für ein neues Paradigma der Herzregeneration

Endogene Mechanismen der Geweberegeneration sind ein innovativer Forschungsansatz, um Herzmuskelschäden zu begegnen. Ihnen widmet sich das internationale REANIMA-Projekt, an dem zwölf europäische Forschungszentren beteiligt sind. Das am CNIC (Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares) in Madrid koordinierte Projekt startet im Januar 2020 und wird von der Europäischen Kommission mit 8 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen weltweit die meisten Todesfälle. Herzinsuffizienz ist geradezu eine Epidemie, die neben der persönlichen Belastung mit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Mediation – Konflikte konstruktiv lösen

12.11.2019 | Veranstaltungen

Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

11.11.2019 | Veranstaltungen

Weniger Lärm in Innenstädten durch neue Gebäudekonzepte

08.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

KI-gesteuerte Klassifizierung einzelner Blutzellen: Neue Methode unterstützt Ärzte bei der Leukämiediagnostik

13.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Faserverstärkte Verbundstoffe schnell und präzise durchleuchten

13.11.2019 | Physik Astronomie

Darmbakterien könnten Entstehung von Multipler Sklerose beeinflussen

13.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics