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Glanz in der Dunkelheit

31.01.2018

Eine dunkle Wolke aus kosmischem Staub schlängelt sich durch diese spektakuläre Weitwinkelaufnahme und wird dabei vom hellen Licht junger Sterne erhellt. Bei dieser dichten Wolke handelt es sich um die Sternentstehungsregion Lupus 3, in der hell leuchtende, heiße Sterne aus kollabierenden Gas- und Staubmassen entstehen. Dieses Bild entstand aus Einzelaufnahmen, die mit dem VLT Survey Telescope und dem MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop aufgenommen wurden, und ist das bisher detaillierteste Bild dieser Region.

Die Sternentstehungsregion Lupus 3 liegt im Sternbild Scorpius (der Skorpion), nur 600 Lichtjahre von der Erde entfernt. Sie ist Teil eines größeren Komplexes, der sogenannten Lupuswolken, deren Name vom benachbarten Sternbild Lupus (der Wolf) stammt. Die Wolken ähneln Rauch, der vor dem Hintergrund von Millionen von Sternen wogt, aber in Wirklichkeit handelt es sich um eine sogenannte Dunkelwolke.


Eine dunkle Wolke aus kosmischem Staub schlängelt sich durch diese spektakuläre Weitwinkelaufnahme und wird dabei vom hellen Licht junger Sterne erhellt. Bei dieser dichten Wolke handelt es sich um die Sternentstehungsregion Lupus 3, in der hell leuchtende, heiße Sterne aus kollabierenden Gas- und Staubmassen entstehen. Dieses Bild entstand aus Einzelaufnahmen, die mit dem VLT Survey Telescope und dem MPG/ESO-2,2-Meter-Teleskop aufgenommen wurden, und ist das bisher detaillierteste Bild dieser Region.

Herkunftsnachweis: ESO/R. Colombari

Nebel sind große Schwaden aus Gas und Staub zwischen den Sternen, die sich manchmal über Hunderte von Lichtjahren erstrecken. Während viele Nebel spektakulär durch die intensive Strahlung heißer Sterne erhellt werden, verhüllen Dunkelwolken das Licht der darin befindlichen Himmelskörper. Sie werden auch als Absorptionsnebel bezeichnet, weil sie aus kalten, dichten Staubpartikeln bestehen, die Licht absorbieren und streuen, das die Wolke passieren möchte.

Bekannte Dunkelnebel sind der Kohlensack und der sogenannte Große Riss, nahe dem Zentrum der Milchstraße. Beide sind groß genug, um mit bloßem Auge gesehen zu werden, und erscheinen tiefschwarz gegen die Helligkeit der Milchstraße.

Lupus 3 hat eine unregelmäßige Form, die wie eine unförmige Schlange am Himmel erscheint. In diesem Bild ist es eine Region der Kontraste aus dicken, dunklen Strängen, die dem grellen Licht der hellen, blauen Sterne in der Mitte gegenübergestellt sind.

Wie die meisten Dunkelnebel ist Lupus 3 eine aktive Sternentstehungsregion, die sich hauptsächlich aus Protosternen und sehr jungen Sternen zusammensetzt. Störungen in der Nähe können dazu führen, dass sich die dichteren Klumpen des Nebels unter ihrer eigenen Schwerkraft zusammenziehen und dabei heißer werden und Druck aufbauen. Schließlich entsteht unter den extremen Bedingungen im Zentralbereich dieser kollabierenden Wolke ein Protostern.

Die beiden hellsten Sterne in der Mitte dieses Bildes haben genau diesen Prozess durchlaufen. Zu Beginn ihres Lebens wurde die von ihnen ausgesandte Strahlung weitgehend durch den dichten Schleier des Nebels blockiert und war nur mit Teleskopen für Infrarot- und Radiowellen sichtbar Als sie immer heißer und heller wurden, fegten ihre intensive Strahlung und die starken stellaren Winde die umliegenden Gebiete frei von Gas und Staub und ließen sie aus ihrer düsteren Kinderstube auftauchen und hell aufleuchten.

Das Verständnis von Nebeln ist entscheidend für das Verständnis der Prozesse der Sternentstehung - tatsächlich gehen Astronomen davon aus, dass sich die Sonne in einer Sternentstehungsregion gebildet hat, die Lupus 3 vor über vier Milliarden Jahren sehr ähnlich gewesen ist. Als eine der am nächsten gelegenen Sternkinderstuben ist Lupus 3 Gegenstand zahlreicher Studien gewesen: Bereits 2013 hat das MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop am La-Silla-Observatorium der ESO in Chile ein kleineres Bild seiner dunklen, rauchigen Säulen und hellen Sterne aufgenommen (eso1303).

Weitere Informationen

Die Europäische Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, kurz ESO) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen wird die Organisation durch 16 Länder: Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz und die Tschechische Republik. Die ESO ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO verfügt über drei weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Chile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert ist. Die ESO ist außerdem einer der Hauptpartner bei zwei Projekten auf Chajnantor, APEX und ALMA, dem größten astronomischen Projekt überhaupt. Auf dem Cerro Armazones unweit des Paranal errichtet die ESO zur Zeit das European Extremely Large Telescope (E-ELT) mit 39 Metern Durchmesser, das einmal das größte optische Teleskop der Welt werden wird.

Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsländern (und einigen weiteren Staaten) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in Heidelberg.

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Dies ist eine Übersetzung der ESO-Pressemitteilung eso1804.

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