Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Galileo: Die Bodenstation erhält ihr Herzstück

22.03.2010
PTB liefert Atomuhren-Ensemble für das europäische Satellitennavigationssystem

Physiker lieben kleine Rechenbeispiele: Wenn die Uhr eines Navigationssatelliten um nur eine millionstel Sekunde falsch ginge, könnte Ihr Navi im Auto vermuten, es befände sich 300 Meter neben der Straße, vielleicht auf freiem Feld, inmitten eines Wohnblocks oder auf einer Parallelstraße.

Wer seine Position exakter bestimmen will - auf Meter oder gar Zentimeter genau -, muss seine Satelliten folglich mit nanosekundengenauen Uhren steuern. Die Grundlage dafür schafft beim europäischen Satelliten-Navigationssystem Galileo eine "Precise Timing Facility" genannte Einrichtung im Kontrollzentrum. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) hat deren Entwicklung unterstützt und nun ein Ensemble von Caesiumuhren und Messgeräten an das zukünftige Galileo-Bodenkontrollzentrum in Oberpfaffenhofen geliefert.

Galileo wird ein Satellitennavigationssystem unter ziviler europäischer Kontrolle, das von den existierenden Systemen GPS (Global Positioning System, USA) und GLONASS (dem russischen Pendant) unabhängig ist. In Zukunft sollen zu diesem Zweck 30 Satelliten in 23 200 km Höhe die Erde umkreisen. Jeder von ihnen hat mehrere Atomuhren an Bord und sendet Zeit- und Positionssignale zur Erde. Per Laufzeitmessung können sie dazu genutzt werden, metergenau einen Ort auf der Erdoberfläche zu bestimmen. Finanziert wird Galileo durch die Europäische Raumfahrtagentur ESA und die Europäische Union.

Das Ensemble der von der PTB gelieferten Atomuhren ist Teil der von der Firma Kayser-Threde entwickelten Galileo Precise Timing Facility (PTF) in Oberpfaffenhofen und wird ergänzt um zwei Wasserstoffmaser und Einrichtungen für Zeitvergleiche. Aufgabe der PTF ist es, die exakte Galileo-Systemzeit bereitzustellen. Auf diese Zeit können alle an Galileo beteiligten Systeme - ob am Boden oder im Orbit - zugreifen und auf diese Weise synchronisiert werden, beispielsweise zur Ausrichtung der Satelliten oder zur Kontrolle der von den Satelliten gesendeten Zeitsignale. Vereinfacht gesagt sorgt die PTF dafür, dass alle Galileo-Komponenten eine auf viele Stellen hinter dem Komma gleiche Zeit verwenden. Sie ist damit Grundlage der Nutzung der Satellitensignale für die Positionsbestimmung.

ptb/if

Ansprechpartner:
Michael Rost, PTB-Arbeitsgruppe 4.42 "Zeitübertragung", Tel.: (0531) 592-4471,
E-Mail: michael.rost@ptb.de

Dr. Jens Simon | idw
Weitere Informationen:
http://www.ptb.de

Weitere Berichte zu: Atomuhr Bodenstation Galileo PTB PTF Satellitennavigationssystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Blindgänger mit Laser entschärft: Erfolgreicher Feldversuch zum Projektende
16.10.2019 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten
15.10.2019 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Verletzungen des Sprunggelenks immer ärztlich abklären lassen

16.10.2019 | Veranstaltungen

Digitalisierung trifft Energiewende

15.10.2019 | Veranstaltungen

Bauingenieure im Dialog 2019: Vorträge stellen spannende Projekte aus dem Spezialtiefbau vor

15.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

17.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Was unter dem Yellowstone-Vulkan passiert

17.10.2019 | Geowissenschaften

Für höhere Reichweiten von E-Mobilen: Potentiale von Leichtbauwerkstoffen besser ausschöpfen

17.10.2019 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics