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Farbenfrohe Himmelslandschaft RCW38

11.07.2018

Dieses Bild zeigt den Sternhaufen RCW 38, wie er mit der HAWK-I-Infrarotkamera am Very Large Telescope (VLT) der ESO in Chile aufgenommen wurde. Durch den Blick bei Infrarotwellenlängen kann HAWK-I staubdurchzogene Sternhaufen wie RCW 38 untersuchen und bietet so einen unvergleichlichen Blick auf die sich darin bildenden Sterne. Dieser Haufen enthält Hunderte von jungen, heißen, massereichen Sternen und liegt etwa 5500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Vela (das Segel).

Der zentrale Bereich von RCW 38 ist hier als heller, blau getönter Bereich sichtbar, in dem sich zahlreiche besonders junge Sterne sowie Protosterne befinden, die noch im Entstehen sind. Die intensive Strahlung, die von diesen neugeborenen Sternen ausgeht, lässt das umgebende Gas hell leuchten.


Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope der ESO zeigen den Sternhaufen RCW 38 in seiner ganzen Pracht. Dieses Bild wurde während des Tests der HAWK-I-Kamera mit dem adaptiven Optiksystem GRAAL aufgenommen. Es zeigt RCW 38 und seine umgebenden Wolken aus hell leuchtendem Gas in feinsten Details, mit dunklen Staubfäden, die sich durch den hellen Kern dieser jungen Sternsammlung ziehen.

Herkunftsnachweis: ESO/K. Muzic

Dies steht im krassen Gegensatz zu den Strömen kühleren kosmischen Staubs, die sich durch die Region schlängeln und sanft in dunklen Rot- und Orangetönen leuchten. Der Kontrast schafft diese spektakuläre Szene – ein Stück himmlisches Kunstwerk.

Bisherige Bilder dieser Region, die in sichtbarem Licht aufgenommen wurden, sind auffallend anders – solche Bilder erscheinen sternleer, weil Staub und Gas unsere Sicht auf den Sternhaufen versperren. Infrarot-Beobachtungen erlauben es uns jedoch, durch den Staub zu blicken, der den Anblick im sichtbaren Licht verdeckt, und in das Herz dieses Sternhaufens einzutauchen.

HAWK-I ist am Hauptteleskop 4 (Yepun) des VLT installiert und arbeitet bei Nahinfrarotwellenlängen. Es hat viele wissenschaftliche Aufgaben, darunter die Aufnahme von nahegelegenen Galaxien oder großen Nebeln sowie von einzelnen Sternen und Exoplaneten. GRAAL ist ein Modul Adaptiver Optik, das HAWK-I hilft, diese eindrucksvollen Bilder zu erzeugen. Es nutzt vier in den Nachthimmel projizierte Laserstrahlen, die als künstliche Referenzsterne dienen, um die Auswirkungen atmosphärischer Turbulenzen zu korrigieren – für ein schärferes Bild.

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Reihe von Testbeobachtungen für HAWK-I und GRAAL aufgenommen. Diese Tests sind integraler Bestandteil der Inbetriebnahme eines neuen Gerätes am VLT und beinhalten eine Reihe typischer wissenschaftlicher Beobachtungen, die die Leistungsfähigkeit des neuen Gerätes verifizieren und demonstrieren.

Weitere Informationen

Leiterin des Beobachtungsprogramms, der zu diesem eindrucksvollen Bild führte, war Koraljka Muzic (CENTRA, Universität Lissabon, Portugal). Ihre Mitarbeiter waren Joana Ascenso (CENTRA, Universität Porto, Portugal), Amelia Bayo (Universität Valparaiso, Chile), Arjan Bik (Universität Stockholm, Schweden), Hervé Bouy (Laboratoire d'astrophysique de Bordeaux, Frankreich), Lucas Cieza (Universität Diego Portales, Chile), Vincent Geers (UKATC, Großbritannien), Ray Jayawardhana (York University, Kanada), Karla Peña Ramírez (Universität Antofagasta, Chile), Rainer Schoedel (Instituto de Astrofísica de Andalucía, Spanien) und Aleks Scholz (University of St Andrews, Großbritannien).

Die wissenschaftliche Begutachtung von HAWK-I mit dem GRAAL-Modul für Adaptive Optik wurde in einem Artikel in der ESO-Zeitschrift The Messenger mit dem Titel HAWK-I GRAAL Science Verification vorgestellt.

Das wissenschaftliche Verifikationsteam bestand aus Bruno Leibundgut, Pascale Hibon, Harald Kuntschner, Cyrielle Opitom, Jerome Paufique, Monika Petr-Gotzens, Ralf Siebenmorgen, Elena Valenti und Anita Zanella, alle von der ESO.

Die Europäische Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, kurz ESO) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Die Organisation hat 15 Mitgliedsländer: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz und die Tschechische Republik. Hinzu kommen das Gastland Chile und Australien als strategischer Partner. Die ESO ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO verfügt über drei weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Chile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert ist. Die ESO ist außerdem einer der Hauptpartner bei zwei Projekten auf Chajnantor, APEX und ALMA, dem größten astronomischen Projekt überhaupt. Auf dem Cerro Armazones unweit des Paranal errichtet die ESO zur Zeit das Extremely Large Telescope (ELT) mit 39 Metern Durchmesser, das einmal das größte optische Teleskop der Welt werden wird.

Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsländern (und einigen weiteren Staaten) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in Heidelberg.

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Markus Pössel
ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie
Heidelberg, Deutschland
Tel: 06221 528 261
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Calum Turner
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Garching bei München, Germany
Tel: +49 89 3200 6670
E-Mail: pio@eso.org

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Dies ist eine Übersetzung der ESO-Pressemitteilung eso1823.

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