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Erste Forschungs-Flugkampagne des «UZH Space Hub»

13.06.2018

Forschung in der Luft: Vom 11. bis 13. Juni führt der «UZH Space Hub» seine erste Forschungs-Flugkampagne durch. Dabei hebt vom Militärflugplatz Dübendorf ein Airbus ab, mit dem Parabelflüge durchgeführt werden. Mit einem Zeppelin soll erforscht werden, wie aus der Luft mit speziellen Bildsensoren Plastik im Wasser entdeckt werden kann. Dies könnte helfen, Plastik-Müll in den Meeren ausfindig zu machen.

Mit dem neu eröffneten Innovationspark Zürich wurden dieses Jahr am Militärflugplatz Dübendorf alte Hangars zu Büroräumlichkeiten umgebaut und eine neuartige Kombination aus Flugfeld und Labor geschaffen. Dort verknüpft nun der «UZH Space Hub» Forschungsprojekte der Universität Zürich und ihren Partnern aus der Luft- und Raumfahrt.


Yair Feuchtwanger, Spacepharma SA, und Srujana Neelam, Universität Zürich, an Bord des Airbus.

(R.Sablotny; UZH)


Simon Wuest, Hochschule Luzern, untersucht Knorpelzellen in Schwerelosigkeit.

(R.Sablotny; UZH)

«Wir möchten Wissenschaft und Innovation einen möglichst einfachen Zugang zum All ermöglichen und so die Forschung beflügeln», sagt Oliver Ullrich, der Leiter des Space Hub. Er ist überzeugt: «Die einzigartige Kombination des UZH Space Hub von Innovationspark und Flughafen kann bedeutende Impulse für Wirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Innovation setzen.»

Plastik im Wasser entdecken

Aufgrund des Wetters am Montag musste der Zeppelin-Flug mit Geografinnen und Geografen der UZH an Bord verschoben werden. «Unser Ziel ist es, mit hochspezialisierten Bildsensoren Plastik im Wasser zu finden», erklärt Andreas Hueni, Leiter des Projekts «Plastic Waste Mapping» der Remote Sensing Laboratories RSL am Geografischen Institut der Universität Zürich.

Dafür nutzen die Forschenden eine spezielle Hyperspektralkamera, die am Zeppelin angebracht wird. Diese soll aus der Luft verschiedene Plastiknetze aufspüren, die in den Teichen des Campus Irchel ausgebracht werden. Die Ergebnisse aus dem Projekt können dazu beitragen, die Plastikverschmutzung der Weltmeere besser zu lokalisieren.

Forschung in der Schwerelosigkeit

Bereits zum dritten Mal startet in Dübendorf ein Airbus A310 ZERO-G der «Swiss Parabolic Flight». Aufgrund der grossen Nachfrage wurden die Forschungsflüge zum ersten Mal auf zwei Flugtage ausgeweitet. Mit den Parabelmanövern – wiederholten extremen Steig- und Sturzflügen – wird für jeweils 22 Sekunden physikalisch echte Schwerelosigkeit erzeugt. Dadurch können bedeutende Erkenntnisse über die Auswirkung der Schwerkraft bei biologischen, chemischen oder physikalischen Vorgängen gewonnen werden, ohne mithilfe von Raketen- oder Raumfahrttechnologie die Erdatmosphäre zu verlassen.

16 Experimente in Schwerelosigkeit

Parabelflüge sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil jeder Forschung in Schwerelosigkeit und normalerweise in den Händen grosser Raumfahrtagenturen wie der European Space Agency (ESA). Im «UZH Space Hub» wird zusammen mit der Stiftung «Swiss SkyLab» ein anderer Weg beschritten: Die Kosten werden von Industrie, Wissenschaft und Privatpersonen geteilt. Das weltweit einzigartige Modell konnte so die Kosten für die Wissenschaft deutlich senken.

Auf Schweizer Parabelflügen wurden seit dem Jahr 2016 bisher 16 Experimente in der Schwerelosigkeit durchgeführt. Dank diesen Parabelflügen gelang es Wissenschaftlern aus der Schweiz, Forschungsgelder auf europäischer Ebene einzuwerben oder Forschungsvorhaben auf der Internationalen Raumstation in Rekordzeit von nur drei Monaten durchzuführen.

Chinese Academy of Sciences an Bord

Auf den Schwerelosigkeitsflügen werden diesmal verschiedene wissenschaftliche Experimente von Schweizer Hochschulen und der Industrie durchgeführt. Beispielsweise erforscht die Universitätsklinik Balgrist den Einfluss der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Bewegungsapparat, während die UZH die zelluläre Reaktion auf veränderte Schwerkraft untersucht. Ebenfalls getestet werden neue Forschungsapparaturen für die internationale Raumstation ISS. Auch internationale Wissenschaftlerteams sind auf dem Schweizer Parabelflug zu Gast: Die Chinese Academy of Sciences (CAS) testet Fertigungsverfahren für Weltraumanwendungen.

Kontakt:

Prof. Dr.med. Dr.rer.nat. Oliver Ullrich
Anatomisches Institut
Universität Zürich
Tel. +41 44 635 40 60
E-Mail: oliver.ullrich@uzh.ch

Weitere Informationen:

http://www.media.uzh.ch

Beat Müller | Universität Zürich

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