Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effektive Vermessung von Dunkler Energie

13.11.2015

Astrophysiker der Universität Göttingen an Aufrüstung von Teleskop in Texas beteiligt

Astrophysiker der Universität Göttingen sind an der Aufrüstung des drittgrößten optischen Teleskops der Welt beteiligt. Das Hobby-Eberly-Teleskop in West-Texas in den USA ist in den vergangenen zwei Jahren mit einer neuen Teleskopoptik und mit neuen Superspektrografen im Gesamtwert von rund 26 Millionen US-Dollar ausgestattet worden.


Herzstück der in Göttingen gefertigten Einheit: die Montageplatte IHMP.

Foto: Universität Göttingen

Der neue Spektrograf besteht aus mehr als hundert Einzelspiegeln und ist der weltweit effektivste Weitwinkelspektrograf. Das Teleskop wird von den Universitäten von Texas und Pennsylvania sowie der Universität Göttingen und der Ludwig-Maximilians-Universität München betrieben. Erste Testmessungen mit dem neuen Spektrografen und der neuen Optik (das sogenannte First Light) verliefen nun erfolgreich.

Das Institut für Astrophysik der Universität Göttingen hat in Zusammenarbeit mit der Zentralwerkstatt der Fakultät für Physik zentrale Bauteile beigesteuert, die bei der Beleuchtung der Spektrografen für die Einfädelung des Sternenlichts in die Lichtfasern zuständig sind.

Darunter befinden sich rund hundert Aufnahmeköpfe, die jeweils mehrere hundert Lichtfasern zu einer Einheit bündeln und mikrometergenau im Teleskopfokus montiert sind. Das Herzstück der Einheit ist die sogenannte Montageplatte IHMP, eine Zentraleinheit mit einhundert Bohrungen höchster Präzision, die die Faserbündel auf einer sphärisch gebogenen Fläche exakt in der Brennebene des Elf-Meter-Teleskops positionieren.

„Mit dem modernisierten Teleskop lassen sich simultan tausende von Spektren von sehr weit entfernten Galaxien gewinnen“, erläutert Prof. Dr. Wolfram Kollatschny vom Institut für Astrophysik. Davon erhoffen sich unter anderem die Wissenschaftler des Hobby Eberly Telescope Dark Energy Experiment neue Erkenntnisse.

„Wenn wir ein bis zwei Jahre lang solche Daten sammeln, können wir deutlich genauer als bisher die geheimnisvolle beschleunigte Expansion des Universums untersuchen und vermessen“, so Prof. Kollatschny.

Weitere Schwerpunkte neben der Vermessung der Dunklen Energie sind die Suche nach den ersten Sternen im Universum und die Untersuchung von Schwarzen Löchern in den Zentren von Galaxien. Nach einer weiteren Optimierungsphase in den kommenden Wochen sind die ersten wissenschaftlichen Messungen für Anfang 2016 geplant.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Wolfram Kollatschny
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Physik – Institut für Astrophysik
Friedrich-Hund-Platz 1, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-5065
E-Mail: wkollat@astro.physik.uni-goettingen.de
Internet: http://www.astro.physik.uni-goettingen.de/~wkollat/

Weitere Informationen:

http://mcdonaldobservatory.org/research/telescopes/HET

Thomas Richter | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen
02.04.2020 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF

nachricht Internationales Physiker-Team berechnet Effekt virtueller quarks in der Streuung von zwei Lichtquanten
02.04.2020 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: When ions rattle their cage

Electrolytes play a key role in many areas: They are crucial for the storage of energy in our body as well as in batteries. In order to release energy, ions - charged atoms - must move in a liquid such as water. Until now the precise mechanism by which they move through the atoms and molecules of the electrolyte has, however, remained largely unknown. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research have now shown that the electrical resistance of an electrolyte, which is determined by the motion of ions, can be traced back to microscopic vibrations of these dissolved ions.

In chemistry, common table salt is also known as sodium chloride. If this salt is dissolved in water, sodium and chloride atoms dissolve as positively or...

Im Focus: Den Regen für Hydrovoltaik nutzen

Wassertropfen, die auf Oberflächen fallen oder über sie gleiten, können Spuren elektrischer Ladung hinterlassen, so dass sich die Tropfen selbst aufladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben dieses Phänomen, das uns auch in unserem Alltag begleitet, nun detailliert untersucht. Sie entwickelten eine Methode zur Quantifizierung der Ladungserzeugung und entwickelten zusätzlich ein theoretisches Modell zum besseren Verständnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte der beobachtete Effekt eine Möglichkeit zur Energieerzeugung und ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Reibungselektrizität sein.

Wassertropfen, die über nicht leitende Oberflächen gleiten, sind überall in unserem Leben zu finden: Vom Tropfen einer Kaffeemaschine über eine Dusche bis hin...

Im Focus: Harnessing the rain for hydrovoltaics

Drops of water falling on or sliding over surfaces may leave behind traces of electrical charge, causing the drops to charge themselves. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz have now begun a detailed investigation into this phenomenon that accompanies us in every-day life. They developed a method to quantify the charge generation and additionally created a theoretical model to aid understanding. According to the scientists, the observed effect could be a source of generated power and an important building block for understanding frictional electricity.

Water drops sliding over non-conducting surfaces can be found everywhere in our lives: From the dripping of a coffee machine, to a rinse in the shower, to an...

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Hygienische und virenfreie Oberflächen: Smartphones schnell und sicher mit Licht desinfizieren

06.04.2020 | Materialwissenschaften

Zuwachs bei stationären Batteriespeichern

06.04.2020 | Energie und Elektrotechnik

Erste SARS-CoV-2-Genome aus Österreich veröffentlicht

03.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics