Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DOSIS zurück in Kiel - CAU verbessert Strahlenmessgerät für nächste Weltraummission

23.09.2011
Im europäischen Columbus-Modul auf der internationalen Raumstation ISS steckte DOSIS, das Experiment von Physikerinnen und Physikern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Es prüfte mit hochsensiblen Sensoren die kosmische Strahlung, der die Astronauten im Weltall ausgesetzt waren. Mit der letzten Space-Shuttle-Mission kehrte das Modul für einige Zeit auf die Erde zurück. Jetzt ist DOSIS (Dose Distribution Inside the ISS) wieder in Kiel angekommen.

Die Spezialistinnen und Spezialisten um Dr. Sönke Burmeister vom Institut für Experimentelle und Angewandte Physik an der CAU (IEAP) – Abteilung Extraterrestrische Physik – nehmen es in den nächsten Monaten genau unter die Lupe. „Unsere Instrumente werden ab der kommenden Mission als Langzeitexperiment auf der ISS bleiben. Wir nutzen jetzt die Möglichkeit, das Strahlenmessgerät nochmals zu verbessern“, erklärt Missionsleiter Burmeister.

Drei gefährliche Strahlungsarten
DOSIS sammelt hauptsächlich Daten von drei Strahlungsarten. Zum einen misst es die galaktische Strahlung, die abhängig von der Sonnenaktivität ist. Wenn die Sonne nur wenig aktiv ist, nimmt die galaktische Strahlung zu, da sich das Magnetfeld der Sonne abschwächt. Andererseits kann aber auch die Sonne Quelle von Strahlung sein. Das geschieht zum Beispiel bei sporadischen Teilchenausbrüchen auf der Sonne. Dann kann die Strahlung bis zur ISS vordringen. Auch diese Aktivitäten registriert DOSIS. Ein weiterer Strahlungsherd ist das Magnetfeld der Erde. Es schirmt einerseits die geladenen Teilchen der kosmischen Strahlung ab, kann diese andererseits aber auch in Form der Strahlungsgürtel sammeln. An bestimmten Stellen im Orbit bewegt sich die Raumstation im Bereich eines solchen Strahlungsgürtels. Dort ist die Strahlenbelastung der Astronauten um ein Vielfaches höher als an anderen Orten der Umlaufbahn. Diese Stelle nennt man den Bereich der südatlantischen Anomalie, da sie sich über dem Südatlantik beziehungsweise Südamerika befindet. Welche genauen Auswirkungen die Strahlung auf die Astronauten hat, lässt sich bisher noch nicht mit Bestimmtheit sagen. „Wir haben bisher in Langzeitstudien nur Anzeichen dafür feststellen können, dass der „Graue Star“ früher auftreten kann“, sagt Burmeister.
Kieler Gerät misst deponierte Energie
Das Kieler Gerät nutzt Halbleiterdetektoren, mit deren Hilfe man einen Ladungspuls aus dem Energieverlust ionisierender Strahlung erhält. Mit diesem lässt sich die deponierte Energie pro Masse messen. Die Daten werden zunächst lokal gespeichert und anschließend einmal pro Monat an das IEAP in Kiel weitergeleitet. Die Informationen sollen helfen, die Strahlungsumgebung innerhalb des Columbus-Moduls besser zu beschreiben. DOSIS befindet sich nicht allein auf der ISS. Jede Raumfahrtnation, die ein Forschungsmodul auf der ISS betreibt, betreibt eigene Messgeräte auf der Station. „Alle Messgeräte haben ihre Stärken und Schwächen. So können wir uns durch die Vielfalt ergänzen und ein viel breiteres Messspektrum abdecken.“

Bis März kommenden Jahres haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Zeit, das Strahlenmessgerät zu verbessern. Dann geht es mit einem russischen Soyuz Raumschiff wieder zurück ins Weltall – weitere Strahlung messen.

Foto zum Herunterladen:
http://www.uni-kiel.de/download/pm/2011/2011-135-1.jpg
Bildunterschrift: Auf der internationalen Raumstation ISS misst DOSIS normalerweise die Strahlung im europäischen Columbus-Modul. Jetzt ist das Gerät zum Check wieder in Kiel, bevor es zurück ins Weltall geht.

Copyright: NASA

Kontakt:
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik
Abteilung Extraterrestrische Physik
Dr. Sönke Burmeister
Tel. 0431/880-2545
E-Mail: burmeister@physik.uni-kiel.de

Dr. Boris Pawlowski | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik
20.07.2018 | Technische Universität Berlin

nachricht Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT
18.07.2018 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics