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Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

21.06.2017

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur Entdeckung von Exoplaneten – Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems.


Modellzeichnung des Satelliten PLATO.

ESA

Dieses endgültige «Go» – im Fachjargon «Adoption» genannt – wurde beim Treffen des wissenschaftlichen Programmkomitees der ESA gegeben. Die Schweiz ist über die Universitäten Bern und Genf besonders stark in diese Mission involviert. Diese wird es Astronominnen und Astronomen ermöglichen, Planeten zu entdecken und zu untersuchen, die gleich gross oder grösser sind als die Erde und in der bewohnbaren Zone um sonnenähnliche Sterne drehen.

Der Satellit PLATO wird mit seinen 26 aufmontierten, kleinen Teleskopen mit je einem Durchmesser von 12 Zentimetern mehrere hunderttausend Sterne untersuchen. «So werden wir erfahren, welche Planeten der Erde am ähnlichsten sind und auf welche wir unsere Untersuchungen konzentrieren müssen, um Leben zu entdecken.

PLATO wird sozusagen die VIPs (Very Important Planets) für unsere künftige Suche bestimmen», erläutert Willy Benz, Professor für Astrophysik am Center for Space and Habitability (CSH) der Universität Bern. PLATO wird ebenfalls die seismische Aktivität der Sterne untersuchen, um ihr Alter sowie ihre Masse und Grösse zu bestimmen. Dies soll allgemein zu einem besseren Verständnis von Sonnensystemen führen.

Bern und Genf steuern Technik und Methode bei

Die Universität Bern hat dank ihrem Ruf und ihrer Erfahrung, die sie unter anderem mit der Entwicklung und Konstruktion des ESA-Satelliten CHEOPS erworben hat, den Auftrag erhalten, die mechanische Struktur für die Halterung der 26 Teleskope von PLATO herzustellen. Gebaut wird diese Halterung durch die Schweizer Industrie unter Leitung der Universität Bern. Anschliessend werden Halterung und Teleskope an die italienische Raumfahrtbehörde geliefert, die für die Montage der Teleskope auf dem Satelliten verantwortlich ist.

Die Universität Genf wird sich ihrerseits hauptsächlich mit den Folgeaktivitäten beschäftigen. Ihre Forschenden werden zunächst «falsche Planeten» erkennen – wie zum Beispiel Doppelsterne, die so nahe beieinander stehen, dass sie von der Erde aus gesehen wie ein einziger Stern erscheinen – und diese aus den weiteren Untersuchungen ausschliessen.

Die Genfer Forschenden werden zudem aufgrund der von PLATO bestimmten Grösse die Masse der entdeckten Planeten bestimmen. Die Masse der Planeten ist wiederum nötig, um herauszufinden, woraus die Planeten beschaffen sind. Dies werden die Genfer Forschenden mithilfe der sogenannte Radialgeschwindigkeitsmethode bestimmen, in der die Universität Genf seit der ersten Entdeckung eines Exoplaneten im Jahre 1995 führend ist.

PLATO eröffnet für die Entdeckung und Charakterisierung von Exoplaneten ganz neue Möglichkeiten: «Bis jetzt blickten wir sozusagen durch ein Fenster in einen Obstgarten mit einer Vielfalt an wunderbaren Früchten – mit PLATO werden wir sie nun pflücken und ihren Geschmack voll kosten können», sagt Stéphane Udry, Professor am Departement für Astronomie der Universität Genf.

Nach SOLAR ORBITER und EUCLID, die plangemäss Ende 2018 respektive 2012 starten sollen, ist PLATO die dritte sogenannte «M-class mission» des «Cosmic Vision Program» der ESA. Die Lancierung von PLATO ermöglicht es nun der ESA, in den nächsten Monaten Angebote der Industrie für den Bau des Satelliten einzuholen. Der Start von PLATO ist für 2026 geplant.

Weitere Informationen:

http://www.unibe.ch/aktuell/medien/media_relations/medienmitteilungen/2017/medie...

Nathalie Matter | Universität Bern

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