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Blick ins Innerste der Materie

02.07.2012
In Darmstadt entsteht der internationale Teilchenbeschleuniger FAIR Braun übergibt höchsten Projektförderbescheid der BMBF-Geschichte

20 Hektar Baufläche, 35.000 Tonnen Stahl und 600.000 Kubikmeter Beton – in Darmstadt entsteht eine der weltweit größten Forschungsanlagen: der internationale Teilchenbeschleuniger FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research).

Der Parlamentarische Staatssekretär Helge Braun hat heute den mit 526 Millionen Euro höchsten Bewilligungsbescheid für ein Forschungsprojekt in der Geschichte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) überreicht und damit den Startschuss für den Bau der Anlage gegeben. Nach der Fertigstellung im Jahr 2018 wollen Wissenschaftler mit Hilfe des Teilchenbeschleunigers die Entwicklung des Universums vom Urknall bis heute untersuchen und dadurch Einblick in das Innerste der Materie nehmen.

Neben der Grundlagenforschung sollen an FAIR aber auch neue medizinische Therapie- und Diagnoseverfahren, energieeffiziente Hochleistungscomputer und neue Materialien beispielsweise für die Raumfahrt entwickelt werden.

Mit dem Bewilligungsbescheid des BMBF können die Bauarbeiten in direkter Nachbarschaft des Helmholtz Zentrums für Schwerionenforschung nun beginnen. "Mit FAIR etablieren wir in Deutschland den Leuchturm der weltweiten Kern- und Teilchenphysik für die nächsten 20 Jahre", so Braun. „Der Teilchenbeschleuniger soll das Zentrum eines internationalen Forschungsnetzwerks bilden, das wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse liefert und gleichzeitig tausende hochqualifizierte Nachwuchskräfte ausbilden kann.

Die Erfahrung zeigt uns: Aus der Grundlagenforschung von heute erwachsen die Innovationen von morgen." Bereits heute arbeiten 3.000 Wissenschaftler und Ingenieure aus mehr als 50 Ländern an der Entwicklung von FAIR-Beschleunigern und -Experimenten. Mit Hilfe von FAIR kann in Zukunft eine neue Generation von internationalen Wissenschaftlern und Ingenieuren gemeinsam ausgebildet werden - mit großer Wirkung in die Gesellschaft hinein, denn mehr als zwei Drittel der jungen Frauen und Männer finden nach ihrer Promotion berufliche Perspektiven in der Wirtschaft.

Professor Boris Sharkov, wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer von FAIR, freut sich über den Bescheid: "FAIR ist ein Traum der Wissenschaft. Um diesen Traum verwirklichen zu können, braucht es Leidenschaft, Ausdauer und die großartige Unterstützung, die wir von Deutschland, Hessen und unseren internationalen Partnern erhalten.“ Damit wird FAIR nicht nur Zentrum eines internationalen Austauschs von Ideen und Wissen sein, sondern gleichzeitig auch interkultureller Anziehungspunkt für junge Talente aus aller Welt.

Das Baufeld ist bereits vorbereitet und umfasst insgesamt 20 Hektar. Nach dem Bau von insgesamt 4 Kilometern Straßen werden ab Herbst die ersten von insgesamt 1.500 Bohrpfählen gesetzt, die bis zu 60 Meter tief in den Boden reichen und so ein stabiles Fundament für die Hightech-Anlage bilden. Für einen Kreisbeschleuniger von 1,1 Kilometern Umfang wird ein Tunnel gebaut, die 24 Gebäude und Tunnelabschnitte bieten auf 62.000 Quadratmetern Nutzfläche Platz für insgesamt 3,5 Kilometer Strahlführungsrohre, riesige Detektoren und eine komplexe technische Infrastruktur. Insgesamt werden in der Anlage 600.000 Kubikmeter Beton verbaut - so viel wie für ein Flughafenterminal. Und die 35.000 Tonnen Stahl, die für FAIR gebraucht werden, würden für fast fünf Eiffeltürme reichen.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: http://www.bmbf.de/de/6553.php

Silvia von Einsiedel | BMBF Newsletter
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