Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Formeln durchdringen unseren Alltag

26.04.2002


Medieninformation der International Mathematical Union

Neuer Wissenschaftspreis soll Mathematik als Schlüsseltechnologie fördern / Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro

Mathematik ist eine bedeutende und uralte Kulturwissenschaft. Daran zweifelt niemand. Dass Mathematik auch eine treibende Kraft hinter vielen modernen Technologien ist, wissen zum größten Teil nur Fachleute. Mathematik ist in der Tat selbst eine Schlüsseltechnologie. Um das der Öffentlichkeit beispielhaft deutlich zu machen, wurde ein neuer Preis gestiftet: der Gauß-Preis. Mit diesem Preis sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geehrt werden, deren mathematische Forschung besondere Auswirkungen außerhalb der Mathematik hat - sei es in aktuellen Technologiefeldern, in der Wirtschaft oder ganz einfach in unserem Alltag.

Der Gauß-Preis wird gemeinsam von der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) und der International Mathematical Union (IMU) vergeben und von der DMV verwaltet. Der Preis besteht aus einer Medaille und ist derzeit mit EUR 10.000,- dotiert. Die finanzielle Basis bildet ein Überschuss, den die Organisatoren des International Congress of Mathematicians 1998 (ICM’98) in Berlin erwirtschaftet haben.

Die offizielle Bekanntgabe der Stiftung des Gauß-Preises erfolgt am 30. April 2002, dem 225. Geburtstag des Namensgebers Carl Friedrich Gauß. Der Preis wird jeweils auf den mathematischen Weltkongressen verliehen - erstmals im Jahre 2006. Die Auswahl trifft eine von der IMU eingesetzte, hochkarätige internationale Jury.

Carl Friedrich Gauß (1777 - 1855) war einer der bedeutendsten Mathematiker, dessen Werk weit über seine Zeit hinaus wirkt. Er verband wie kaum ein anderer Wissenschaftler Theorie und Praxis. Schon in sehr jungen Jahren hat Gauß außerordentlich wichtige Beiträge zur Mathematik geleistet. Seine 1801 veröffentlichten Disquisitiones Arithmeticae gelten heute noch als Meisterwerk. Im selben Jahr wurde Gauß außerhalb der Mathematik berühmt, als er aufgrund weniger Beobachtungen das Wiedererscheinen des Planetoiden Ceres vorausberechnete. Die von ihm entwickelte Fehlerausgleichsrechnung, die heute noch ein unverzichtbares Instrument überall da ist, wo man aus fehlerbehafteten Daten vernünftige Schlussfolgerungen ziehen muss, verwendete Gauß u. a. bei der Vermessung des Königreichs Hannover. Das Messgitter ist auf der letzten Serie der 10-DM-Scheine dargestellt. Dort findet man auch die Gauß’sche Glockenkurve, die graphische Darstellung seines Fehlerverteilungsgesetzes. Gemeinsam mit Wilhelm Weber erfand Gauß 1833 den ersten elektrischen Telegraphen. In Anerkennung seiner Forschungsbeiträge zum Magnetismus ist die internationale Maßeinheit der magnetischen Induktion nach Gauß benannt.

Die IMU verleiht seit 1936 bis zu vier Fields-Medaillen (allgemein als Nobel-Preise der Mathematik angesehen) für fundamentale Beiträge zur Mathematik und seit 1982 den Nevanlinna-Preis für mathematische Beiträge zur Informatik. Die Preise werden alle vier Jahre bei der Eröffnungsfeier des mathematischen Weltkongresses vergeben. Auch beim Gauß-Preis wird so verfahren.

Die IMU ergänzt mit dem Gauß-Preis das Spektrum ihrer Ehrungen um einen für die Wirkung der Mathematik wichtigen Aspekt. Sie wird die Preisverleihung mit einer Präsentation der gewürdigten Ergebnisse verbinden. Diese Darstellung mathematischer Forschung soll sich insbesondere an Journalisten und an die allgemeine Öffentlichkeit richten, um dadurch die Bedeutung der Mathematik für den Alltag breiter bekannt zu machen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Martin Grötschel, Professor an der TU Berlin, Mitglied des IMU Executive Committee, früherer Vorsitzender der DMV und Präsident des ICM’98-Organisationskomitees, Kontakt: Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB), Takustr. 7, 14195 Berlin, Tel.: (030) 84185-210, (030) 84185-208 (Sekretariat), Fax: (030) 84185-269, E-Mail: groetschel@zib.de

Die International Mathematical Union (IMU) ist eine internationale, gemeinnützige, wissenschaftliche Nichtregierungsorganisation, die die internationale Zusammenarbeit in der Mathematik fördert. Sie ist Mitglied des International Council for Science (ICSU).

Ramona Ehret | idw

Weitere Berichte zu: DMV Gauß-Preis IMU Mathematik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht TU Dortmund erstellt hochgenaues 3D-Modell vom Rover-Landeplatz auf dem Mars
18.09.2019 | Technische Universität Dortmund

nachricht Rostock Scientists Achieve Breakthrough in Quantum Physics
18.09.2019 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 'Nanochains' could increase battery capacity, cut charging time

How long the battery of your phone or computer lasts depends on how many lithium ions can be stored in the battery's negative electrode material. If the battery runs out of these ions, it can't generate an electrical current to run a device and ultimately fails.

Materials with a higher lithium ion storage capacity are either too heavy or the wrong shape to replace graphite, the electrode material currently used in...

Im Focus: Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte beschreiben aktuell im Fachjournal „Nature“, wie Nervenzellen des Gehirns mit aggressiven Glioblastomen in Verbindung treten und so das Tumorwachstum fördern / Mechanismus der Tumor-Aktivierung liefert Ansatzpunkte für klinische Studien

Nervenzellen geben ihre Signale über Synapsen – feine Zellausläufer mit Kontaktknöpfchen, die der nächsten Nervenzelle aufliegen – untereinander weiter....

Im Focus: Stevens team closes in on 'holy grail' of room temperature quantum computing chips

Photons interact on chip-based system with unprecedented efficiency

To process information, photons must interact. However, these tiny packets of light want nothing to do with each other, each passing by without altering the...

Im Focus: Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD), der Universität Hamburg und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) hat eine neue Methode entwickelt, um Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Sie macht es bedeutend einfacher, enzymatische Reaktionen auszulösen, da hierzu ein Cocktail aus kleinen Flüssigkeitsmengen und Proteinkristallen angewandt wird. Ab dem Zeitpunkt des Mischens werden die Proteinstrukturen in definierten Abständen bestimmt. Mit der dadurch entstehenden Zeitraffersequenz können nun die Bewegungen der biologischen Moleküle abgebildet werden.

Die Funktionen von Biomolekülen werden nicht nur durch ihre molekularen Strukturen, sondern auch durch deren Veränderungen bestimmt. Mittels der...

Im Focus: Happy hour for time-resolved crystallography

Researchers from the Department of Atomically Resolved Dynamics of the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter (MPSD) at the Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg, the University of Hamburg and the European Molecular Biology Laboratory (EMBL) outstation in the city have developed a new method to watch biomolecules at work. This method dramatically simplifies starting enzymatic reactions by mixing a cocktail of small amounts of liquids with protein crystals. Determination of the protein structures at different times after mixing can be assembled into a time-lapse sequence that shows the molecular foundations of biology.

The functions of biomolecules are determined by their motions and structural changes. Yet it is a formidable challenge to understand these dynamic motions.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

92. Neurologie-Kongress: Mehr als 6500 Neurologen in Stuttgart erwartet

20.09.2019 | Veranstaltungen

Frische Ideen zur Mobilität von morgen

20.09.2019 | Veranstaltungen

Thermodynamik – Energien der Zukunft

19.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ferroelektrizität verbessert Perowskit-Solarzellen

20.09.2019 | Energie und Elektrotechnik

HD-Mikroskopie in Millisekunden

20.09.2019 | Biowissenschaften Chemie

Kinobilder aus lebenden Zellen: Forscherteam aus Jena und Bielefeld 
verbessert superauflösende Mikroskopie

20.09.2019 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics