Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

AG Hänggi weiter auf dem Weg zum Quantencomputer

11.06.2007
Durch die Verlängerung des SFB 631 fließen weitere 420.000 Euro an Augsburger Teilprojekt.

Das Augsburger Teilprojekt A5 im DFG-Sonderforschungsbereich 631 "Festkörperbasierte Quanteninformationsverarbeitung: Physikalische Konzepte und Materialaspekte" ist für weitere vier Jahre gesichert. Ziel dieses Teilprojektes, das von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Peter Hänggi, Dr. Habil. Sigmund Kohler (beide Lehrstuhl für Theoretische Physik I der Universität Augsburg) und Prof. Dr. Milena Grifoni (Universität Regensburg) geleitet wird und für das für die kommenden vier Jahre weitere 420.000 Euro bereitgestellt werden, ist die Minimalisierung von Fehlern, die bei Quantengatteroperationen und bei der Erzeugung von festkörperbasierten, korrelierten Quantenzuständen unvermeidlich auftreten.

Der SFB 631, der im Juni 2003 eingerichtet und jetzt um vier Jahre verlängert wurde, ist der einzige Sonderforschungsbereich in Deutschland, der das äußerst zukunftsträchtige Gebiet der festkörperbasierten Quanteninformationsverarbeitung untersucht. Beteiligt sind Forschergruppen der TU-München (Sprecheruniversität), der LMU München und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die durch Arbeitsgruppen des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik, der Universität Regensburg und der Universität Augsburg unterstützt werden.

Fernziel Quantencomputer

Fernziel dieser Forschungen ist die Realisierung eines Quantencomputers. Der Quantencomputer rechnet - statt mit Nullen und Einsen - mit Quantenzuständen, die nicht nur zwei wohldefinierte Zustände einnehmen, sondern auch beliebige Kombinationen dieser Zustände. Er ist damit theoretisch dazu fähig, mehrere Prozesse gleichzeitig auszuführen. "Ein solcher neuartiger Quantencomputer", so Hänggi, "wird in der Lage sein, komplexe Probleme zu lösen, die selbst mit der Verknüpfung aller auf dieser Welt derzeit existierenden klassischen Computer nicht in den Griff zu bekommen zu wären. Ein faszinierender Aspekt dabei ist, dass das Gebiet der Quanteninformation "praktisch alle modernen Naturwissenschaften verbindet: Wichtige Zweige der Mathematik sowie der Informatik und die verschiedensten Disziplinen der Physik steuern Elemente bei, die zur erfolgreichen Realisierung eines Quantencomputers notwendig sind."

Minimalisierung unvermeidlich auftretender Fehler

In Hänggis Arbeitsgruppe wird untersucht, wie die unvermeidlich auftretenden Fehler bei Rechenoperationen minimalisiert werden können, damit die für die Quanteninformationsverarbeitung notwendige Kohärenz und Parallelität möglichst lange aufrechterhalten bleibt. Weiterhin wird im Teilprojekt A5 nach Konzepten geforscht, die es ermöglichen, mittels optimaler Steuerung und Manipulation quantenelektrodynamische, nichtklassiche Korrelationen zwischen verschiedenen Freiheitsgraden zu realisieren. Solche sogenannten "verschränkten Zustände" zwischen verschiedenen System-Freiheitsgraden bilden das Herzstück für eine erfolgreiche Realisierung eines Quantencomputers.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Peter Hänggi
Lehrstuhl für Theoretische Physik I
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Tel. 0821/598-3250, Fax 0821/598-3222
hanggi@physik.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.wmi.badw-muenchen.de/SFB631
http://www.physik.uni-augsburg.de/theo1

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht VLT macht den präzisesten Test von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie außerhalb der Milchstraße
22.06.2018 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

nachricht Neue Phänomene im magnetischen Nanokosmos
22.06.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics