Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit erster bi-spektraler Infrarot-Detektor eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten

22.02.2007
Quantensprung am Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF in Freiburg hat in einer Kooperation mit der Heilbronner Firma AIM Infrarot-Module GmbH den weltweit ersten bi-spektralen Infrarot-Detektorchip entwickelt. In Wärmebildkameras erweitert er die gewonnene Bildinformation und eröffnet damit neue Einsatzmöglichkeiten von der Sicherheit und Verteidigung bis zur Medizintechnik, Klimaforschung und industriellen Sensoren. Bereits 2009 sollen die Detektorchips im Airbus A400M zum Schutz vor Lenkflugkörpern eingesetzt werden.

Das Besondere an dem bi-spektralen Detektorchip ist der gleichzeitige Nachweis von Strahlung zweier unterschiedlicher Wellenlängen im Bereich 3-5 µm. Kernstück ist eine ausgeklügelte Halbleiterstruktur, die aus vielen, nur wenige Nanometer dicken Schichten besteht. Wärmebildkameras liefern mit dieser neuen Technik Bilder mit bisher unerreichtem Informationsgehalt und erlauben die exakte Bestimmung der Absoluttemperatur eines Objekts. Zudem ist eine bessere Unterscheidung zwischen Objekt und Umgebung möglich, da auch spektrale Informationen verwertet werden.

Derzeit liefert das Fraunhofer IAF Detektorchips an die Firma AIM, die diese mit einem Kühlsystem und der zugehörigen Auswertelektronik versieht. Anschließend werden die Sensoren in das Flugkörperwarnsystem MIRAS (Multi-Colour Infra-Red Alerting Sensor) integriert, welches von EADS Defence Electronics in Zusammenarbeit mit Thales entwickelt wird. Anfliegende Raketen können anhand der charakteristischen Wärmestrahlung des Raketenantriebs mit dem Detektorchip weitaus früher und mit einer deutlich geringeren Fehlalarmrate als bisher erkannt werden. Der Schutz von Flugzeugen vor Boden-Luft-Raketen wird auch für die zivile Luftfahrt intensiv diskutiert.

... mehr zu:
»AIM »Detektorchip

Neben der Luftfahrt gibt es eine Vielzahl von weiteren Einsatzgebieten für bi-spektrale Wärmebildgeräte. In der Industrie können zum Beispiel mit dem Zwei-Farben-Detektor Materialfehler besser sichtbar gemacht werden.

Das Fraunhofer IAF in Freiburg entwickelt seit 1996 hochempfindliche Infrarotdetektoren und baut mit dem bi-spektralen Detektorchip seine internationale Spitzenposition weiter aus. Für die Entwicklung von Infrarot-Kameras mit höchster thermischer und räumlicher Auflösung erhielten Mitarbeiter von Fraunhofer IAF und AIM im Jahr 2001 den Wissenschaftspreis des Stifterverbands, die höchste Auszeichnung innerhalb der Fraunhofer Gesellschaft für exzellente Verbundprojekte mit der Wirtschaft. Das 1957 gegründete Institut mit einer Belegschaft von rund 200 Mitarbeitern ist führend auf dem Gebiet der III-V-Verbindungshalbleiter und ihrer Anwendungen in der Mikro-, Nano- und Optoelektronik.

Veranstaltungshinweis

Das Fraunhofer IAF veranstaltet jährlich das Freiburger Infrarot-Kolloquium, bei dem sich in- und ausländische Wissenschaftler über Fragen der Materialforschung, Physik, Technologie und Anwendung von aktiven und passiven Infrarot- Bauelementen und Systemen austauschen.

Das 37. IR-Kolloquium findet vom 27.-28. März 2007 im Fraunhofer IAF, Tullastr. 72, 79108 Freiburg statt.

Informationen: www.iaf.fraunhofer.de, Kontakt: Heidrun Schwörer, Tel.: 0761 5159 401, heidrun.schwoerer@iaf.fraunhofer.de

Ansprechpartner Pressearbeit:
Dr. Klaus Heidler, Solar Consulting
Solar Info Center
D-79072 Freiburg
Telefon +49 (0) 761 38 09 68-0
Fax +49 (0) 761 38 09 68-11
info@solar-consulting.de
Fraunhofer-Institut für
Angewandte Festkörperphysik IAF
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Harald D. Müller
Tullastr. 72
D-79108 Freiburg
Telefon +49 (0) 761 5159-458
Fax +49 (0) 761 5159-111
harald.mueller@iaf.fhg.de

Milena Jokisch | Solar Consulting
Weitere Informationen:
http://www.iaf.fhg.de

Weitere Berichte zu: AIM Detektorchip

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Leibniz-IWT an Raumfahrtmission beteiligt: Bremer unterstützen Experimente im All
14.08.2018 | Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien

nachricht Intensive Laser-Cluster Wechselwirkungen führen zu niedrigenergetischer Elektronenemission
09.08.2018 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Helfer bei der Zellreinigung

14.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe

14.08.2018 | Materialwissenschaften

Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb

14.08.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics