Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Faserentwicklung wird als Forschungsschwerpunkt weiter gestärkt

05.12.2006
IPHT ist Partner in millionenschwerem EU-Projekt

Das Institut für Physikalische Hochtechnologie (IPHT) ist einer von 18 Partnern, die im Rahmen des EU-Projektes "Photonic Crystal Fibres for Biomedical, Telecom and Sensing Applications" (NextGenPCF) neue Anwendungen für Photonische Kristallfasern erschließen werden. Dem IPHT stehen dafür in den kommenden drei Jahren insgesamt 550.000 € an Sach- und Personalmitteln zur Verfügung, insgesamt hat das Projekt für die nächsten drei Jahre ein Budget von 12,2 Millionen Euro.

Prof. Dr. Hartmut Bartelt, Leiter des Forschungsbereiches "Optik" am IPHT, sitzt im Organisationskomitee des Projektes und ist federführend für den Arbeitsschwerpunkt "Rohmaterialien".

Optische Fasern bestehen üblicherweise aus einem Kern und einem Mantel und ermöglichen eine nahezu verlustlose Lichtführung über lange Strecken. Photonische Kristallfasern (Photonic Crystal Fiber: PCF) sind spezielle Glasfasern, die sich durch zusätzlich periodisch im Mantel und Kern angeordnete dünne Luftlöcher auszeichnen, die die gesamte Faser entlang laufen. Diese Luftlöcher sorgen dafür, dass sich für das in der Faser laufende Licht die Ausbreitungseigenschaften ändern. Diese Ausbreitungseigenschaften können damit in Photonischen Kristallfasern im Vergleich zu gewöhnlichen optischen Glasfasern wesentlich einfacher und weiter modifiziert werden. Gleichzeitig können zusätzlich neue physikalische Effekte genutzt werden und dadurch zahlreiche neue Anwendungen erschlossen werden.

Unter dem Dach von NextGenPCF finden sich nun industrielle und akademische Gruppen aus ganz Europa zusammen, um zum einen neue Glasmaterialien für Photonische Kristallfasern zu entwickeln, zum anderen aber auch um weitere Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen. So steht zum Beispiel die Umweltanalytik auf dem Programm, für die im Rahmen des Projektes neue Detektoren für Methan entwickelt werden sollen, das als explosives Grubengas im Bergbau gefährlich werden kann, aber auch als starkes Treibhausgas eine wichtige Rolle spielt. Ein weiteres Anwendungsfeld für Photonische Kristallfasern ist die Medizin. Die Wissenschaftler von NextGenPCF wollen hier vor allem neue Lichtquellen für die photodynamische Therapie erforschen.

Für die Telekommunikation, die optische Fasern seit langem als Datenleitungen einsetzt, gilt es, einfach zu installierende, kostengünstige Fasern für die Verkabelung von Innenräumen und optische Verstärker zu entwickeln.

Das EU-Projekt NextGenPCF ergänzt die vielfältigen Aktivitäten zur Faserentwicklung und zu Faseranwendungen, die am IPHT einen eigenen Forschungsschwerpunkt bilden. Der Freistaat Thüringen unterstützt zukunftsweisende Grundlagenarbeiten zu optischen Fasern am IPHT mit einem in 2006 gestarteten Fördervorhaben. Außerdem koordinierte das Jenaer Institut bereits das BMBF-Forschungsvorhaben "Photonische Kristallfasern für neuartige Lichtquellen mit steuerbarer Funktionalität (phofas)", und leitet das Projekt "Faseroptische Sensorsysteme auf der Basis von Nanstrukturen - (NanoFOS)".

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Hartmut Bartelt, Bereich Optik
Tel.: 03641/ 206 200, Fax: 03641/ 206 299
E-Mail: hartmut.bartelt@ipht-jena.de

Susanne Liedtke | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipht-jena.de

Weitere Berichte zu: IPHT Kristallfaser NextGenPCF Photonisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht
21.09.2018 | Forschungszentrum Jülich

nachricht NOEMA: Halbzeit für das im Bau befindliche Superteleskop
20.09.2018 | Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue CBMC-Geräteschutzschaltervarianten

22.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

ISO-27001-Zertifikat für die GFOS mbH und die GFOS Technologieberatung GmbH

21.09.2018 | Unternehmensmeldung

Kundenindividuelle Steckverbinder online konfigurieren und bestellen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics