Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Radikale Veränderungen durch Quantentechnologie erwartet

17.07.2006
Internationale Konferenz für Atomphysik diskutiert Forschungstrends

Über 800 Physiker aus aller Welt haben sich bei der gestern, Sonntag, eröffneten 20. Internationalen Konferenz für Atomphysik in Innsbruck eingefunden, um aktuelle Forschungstrends im Bereich der Quantenphysik zu diskutieren. Neben anderen herausragenden Vertretern der Atomphysik werden insgesamt acht Nobelpreisträger anwesend sein. Als Themenschwerpunkte gelten in diesem Jahr die Quanteninformationsverarbeitung, kalte Atome und Moleküle sowie die Präzisionsspektroskopie. Die Konferenz wird alle zwei Jahre an wechselnden Örtlichkeiten durchgeführt.

"Aus unserer Forschung wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine neue Quantentechnologie entwickeln, die unsere Welt ähnlich radikal verändern wird wie die Mechanisierung des 19. Jahrhunderts und die Elektrifizierung des 20. Jahrhunderts", meint Rainer Blatt, Konferenz-Mitorganisator und Institutsvorstand für Experimentalphysik an der Universität Innsbruck, im pressetext-Interview. Die Quantenphysik gäbe es zwar seit 100 Jahren, deren tatsächliche Umsetzung würde allerdings erst seit gut zehn Jahren erfolgen, so Blatt weiter. Aus heutiger Sicht könne man dabei noch gar nicht abschätzen, welche revolutionären Neuerungen durch den Einsatz der Technologie zu erwarten sind, meint Blatt.

Als wichtiges Thema gilt neben der Präzissionsspektroskopie, welche die genaue Bestimmung von Naturkonstanten durch die Messung von optischen Frequenzen erlaubt, dabei das Gebiet der Quanteninformation und -kommunikation. Ob für bereits mögliche Quantencomputer in Chipgröße oder satellitengestützte Navigationssysteme der Zukunft, sind die Forscher emsig damit beschäftigt, heute die Grundlagen für den verstärkten Einsatz der Technologie zu legen. Wichtige Impulse erhoffen sich die Wissenschaftler dabei auch vom akademischen Nachwuchs.

"Solche Konferenzen sind gerade für junge Wissenschaftler von unschätzbarem Wert, um Netzwerke zu knüpfen und sich mit anderen Kollegen und Experten auszutauschen", erklärt Blatt. Die Quantenphysik bezeichnete er als stark wachsendes Fachgebiet, in dem viele neue Konzepte und Techniken gerade zu greifen beginnen. Neben dem wissenschaftlichen Austausch wolle man die sechstägige Konferenz aber auch zu einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit nutzen und Leuten die Rahmenbedingungen und Techniken des Forschungsgebietes näherbringen, so Blatt gegenüber pressetext.

Martin Stepanek | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://heart-c704.uibk.ac.at/icap2006
http://www.uibk.ac.at/exphys

Weitere Berichte zu: Quantenphysik Quantentechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Forscher untersuchten Wechselwirkungen in künstlichen Systemen
24.09.2018 | Universität Leipzig

nachricht Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht
21.09.2018 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Innovative Technologien für den Weltraumeinsatz – DFKI Robotics Innovation Center auf dem IAC 2018

24.09.2018 | Messenachrichten

Forscher untersuchten Wechselwirkungen in künstlichen Systemen

24.09.2018 | Physik Astronomie

19"-Rangierverteiler zur effizienten LWL-Datenübertragung

24.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics