Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanotechnologie- Forschung

11.11.2005


BTU Cottbus mischt mit beim bundesweiten Poker der mit 1,9 Milliarden Euro dotierten Exzellenzinitiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

... mehr zu:
»AMD »BTU »Prozessor

Naturwissenschaftler der BTU Cottbus arbeiten im Größenbereich von einer 50.000stel Haarbreite

Kaum ein Alltagsgerät wie Küchenmaschine, Auto, Telefon usw. kommt heute noch ohne Mikroprozessor (Chip) aus. Kernstück dieser Schlaumeier sind winzige Transistoren; in einem Prozessor für Computer (Pentium, Athlon, ...) sind allein mehrere MillionenTransistoren ständig im Einsatz. Wie viele Informationen und wie schnell diese im Chip verarbeitet werden können, hängt maßgeblich von der Dicke bzw. in diesem Fall von der Dünne einer Isolationsschicht ab, die den Stromfluss im Transistor über eine Steuerelektrode steuert: Je dicker die Isolations-Schicht umso langsamer arbeiten die Prozessoren. Deshalb arbeiten internationale Firmen wie z.B. AMD und Intel kontinuierlich in der Material-Forschung, um neue Materialien zu finden, welche es erlauben, diese Isolationsschicht deutlich zu reduzieren und damit jedes Jahr die Rechenleistung und insbesondere die Geschwindigkeit zu erhöhen. Die derzeitige Isolationsschicht in PC-Prozessoren beträgt beispielsweise nur noch 5 Atomlagen; dies entspricht dem 50.000stel einer Haaresbreite.


Wie man auf der Basis solcher Nano-Transistoren dann auch zu zuverlässig arbeitende Hardware / Software-Systemen kommt, ist eine zweite sehr komplexe Problemstellung. Dabei wird dann neben den Materialwissenschaften auch und gerade die Elektronik mit der Schaltungstechnik und schließlich die Informatik mit Rechner-Architektur und Software-Technologie benötigt. Die BTU hat nun anlässlich der von der Bund-Länder-Kommission - mit der aufsehenerregenden Fördersumme von 1,9 Milliarden Euro - gestarteten Exzellenzinitiative zwei Anträge eingereicht, die sich sowohl auf die Erforschung der Materialien als auch der Systeme beziehen.

Bei dem Materialforschungsantrag arbeitet eine Gruppe von ca. 20 Naturwissenschaftlern der BTU (Sprecher Prof. Dieter Schmeißer) auf dem Gebiet der Nanotechnologie und forschen u.a. gemeinsam mit AMD, dem Fraunhofer Forschungszentrum Nanotechnologie in Dresden, dem ihp in Frankfurt/Oder und mehreren Forschungsinstituten in Berlin-Adlershof. Dabei geht es um die Erforschung der kleinsten Teilchen, um damit die Schnelligkeit und Performance der Prozessoren verbessern können. Sollte der Antrag (für ein sogenanntes "Exzellenzcluster") in die engere Auswahl kommen - von den 157 eingereichten Anträgen werden nur 15 bewilligt - würde die BTU ca. 4 Mio. Euro im Jahr für den Ausbau dieser Forschungsaktivitäten erhalten. Prof. Schmeißer schätzt die Chancen für einen solchen Joker realistisch ein: Eine vergleichsweise junge Universität hat es in diesem Wettbewerb der Hochschulen schwer. Nichtsdestotrotz hat sich die BTU Cottbus durch die Initiative von Prof. Dieter Schmeißer und seiner Zusammenarbeit mit dem in Dresden sich für Deutschland erstmalig formierenden nanotechnologischem Zentrum (Fraunhofer Institut, AMD und Infineon) in die Gruppe der deutschlandweit führenden Experten positioniert. "Dies ist ein wichtiger Schritt" - so Schmeißer - "um die BTU Cottbus in das Konzept der Silizium-Technologie zu integrieren. Im Raum Dresden formiert sich ein Forschungsstandort auf dem Gebiet der Nanotechnologie, der für rund 2000 Naturwissenschaftler Arbeitplätze bietet. Im Wettlauf um immer kleinere und schnellere Prozessoren steigen Jahr für Jahr die Materialanforderungen. Wir forschen heute an verschiedensten Materialien, nicht mehr bloß an Silizium. Dass sich in Dresden ein Nanotechnologie -Forschungszentrum formiert, ist auch daran zu erkennen ist, dass Infineon seine Forschungsaktivitäten von München nach Dresden verlagert und die früher in den USA beheimatete Forschungsabteilung von AMD ebenfalls nach Dresden verlegt wird. Mit diesem erstmals in Deutschland entstehenden "Cluster" im Großraum Dresden - bislang waren die Standorte eher dezentral - haben die deutschen Nano-Technologen auch gute Chancen auf andere Fördertöpfe wie z.B. der EU oder auch von privaten Stiftungen wie z.B. Volkswagen. In dem die Materialforschung der BTU Cottbus sich in diese konzertierte Ballung im Raum Berlin- Dresden integriert, ist die Basis für viele weitere erfolgversprechende Projekte gelegt."

Bei dem zweiten von der BTU eingereichten System-Zuverlässigkeitsantrag handelt es sich um eine sogenannte "Graduiertenschule" mit einem Fördervolumen von maximal ca. 1 Million Euro pro Jahr. Die "System-Entwerfer" aus der Elektronik und mit Schwerpunkt der Informatik der BTU starten hier den zweiten Versuch, im Reigen der "Großen" mitzuspielen. Koordiniert wird dieser etwas kleinere Verbund von Prof. Theo Vierhaus ( Lehrstuhl Technische Informatik). Die "Graduiertenschule soll Nachwuchswissenschaftler fördern, die auf dem Gebiet der Entwurfs- und Test-Technologie für komplexe Mikrochips mit "vergrabener" Software arbeiten. Diese Zwerge sollen korrekt arbeiten, sich selbst testen und notfalls sogar selbst reparieren, ohne dass der Chip (und damit z. B das gesteuerte Auto) ausfällt . Maßgeblich unterstützt wird diese Initiative auch von Prof. Michael Gössel und vier weiteren Professoren aus der Informatik der Universität Potsdam, vom Institut für Innovative Mikroelektronik (IHP)in Frankfurt / Oder und dem Fraunhofer-Institut FIRST in Berlin. Auch die Tu Poznan und die FH Lausitz sind als assoziierte Partner mit im Spiel. Prof. Theo Vierhaus: " Die Vorarbeiten für die Antragstellung waren schon ein Erlebnis: Es steckt know-how und Kooperationsgeist in Brandenburg und Berlin. Und wie die polnischen Kollegen mitspielen, das ist noch mal ein positives Erlebnis. Wir hoffen nur, dass es die DFG auch so sieht." Dr. Marita Müller

Margit Anders | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-cottbus.de

Weitere Berichte zu: AMD BTU Prozessor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht NOEMA: Halbzeit für das im Bau befindliche Superteleskop
20.09.2018 | Max-Planck-Institut für Radioastronomie

nachricht Was Einstein noch nicht wusste
20.09.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bei Depressionen ist Hirnregion zur Stresskontrolle vergrößert

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics