Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler der Uni Erlangen-Nürnberg entdecken superschnellen Stern

11.11.2005


Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg haben mit dem modernsten Großteleskop der Europäischen Südsternwarte in Chile - dem Very Large Telescope - einen Stern entdeckt, der mit fast drei Millionen Stundenkilometern aus der Milchstraße entflieht und schon 200.000 Lichtjahre entfernt ist. Seine Geschwindigkeit ist so groß, dass er durch die Anziehungskraft der Milchstrasse nicht mehr festgehalten werden kann und in den intergalaktischen Raum entweichen wird. An der Entdeckung waren unter anderem die Astronomen Prof. Dr. Ulrich Heber und Dr. Heinz Edelmann von der Dr. Remeis-Sternwarte Bamberg der Universität Erlangen-Nürnberg beteiligt.

... mehr zu:
»Milchstraße »Nachbargalaxie

Es handelt sich um einen für astronomische Verhältnisse jungen, massereichen Stern, der achtmal so schwer ist wie die Sonne und nur 30 Millionen Jahre alt. (Die Sonne ist bereits 4,5 Milliarden Jahre alt.) Solche Sterne finden sich normalerweise nur in der Milchstraße. Er ähnelt den Trapez-Sternen, die den Orion-Nebel zum Leuchten bringen.

Wie kann der Stern an einen so entlegenen Ort gelangt sein? Computersimulationen haben schon Ende der 1980er Jahre gezeigt, dass massereiche Schwarze Löcher, die mehrere Millionen mal schwerer sind als die Sonne, Sterne aus ihrer Umgebung herauskatapultieren können. Nähert sich ein Doppelstern einem solch massereichen Schwarzen Loch, so kann einer der beiden Sterne in das Schwarze Loch hineinfallen, während der andere weggeschleudert wird. Vor drei Jahren wurde zweifelsfrei nachgewiesen, dass sich im Zentrum der Milchstraße ein Schwarzes Loch befindet, das 2,5 Millionen mal so schwer ist wie die Sonne. Kann der flüchtende Stern also aus dem Zentrum der Milchstrasse stammen? Berechnungen ergeben, dass der Stern 100 Millionen Jahre bräuchte, um von Zentrum der Milchstrasse zu dem Ort zu gelangen, an dem er sich heute befindet. Er ist aber nur 30 Millionen Jahre alt. Betrachtet man seine Position am Himmel, so fällt auf, dass er einer Nachbargalaxie, der so genannten Grossen Magellanschen Wolke, näher steht als der Milchstrasse. In der Tat zeigt sich, dass der Stern aus der Nachbargalaxie stammen könnte. Dann müsste sie aber ebenfalls ein massereiches Schwarzes Loch in ihrem Zentrum beherbergen. Das ist bisher nicht gefunden worden. Der neu entdeckte Stern könnte also als ein indirekter Hinweis auf ein solches Schwarzes Loch in der Großen Magellanschen Wolke angesehen werden.


Es kann bisher aber nicht ausgeschlossen werden, dass der flüchtende Stern doch aus dem Zentrum unserer Milchstrasse stammt. Dann müsste er allerdings älter sein, als er erscheint. Dies wäre nur möglich, wenn es sich nicht um einen normalen Stern handelt, sondern um ein Objekt, das durch Verschmelzung zweier masseärmerer entstand - zum Beispiel aus zwei Sternen von vier Sonnenmassen. Genauere Beobachtungen am Very Large Teleskop sollen diese Frage klären.

Ausführliche Informationen zu der Entdeckung und Bilder vom Stern finden sich im Internet unter: www.eso.org/outreach/press-rel/pr-2005/pr-27-05.html

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Ulrich Heber
Tel.: 0951/95222-10
heber@sternwarte.uni-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de/

Weitere Berichte zu: Milchstraße Nachbargalaxie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Grüne Spintronik: Mit Spannung Superferromagnetismus erzeugen
15.02.2019 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Regensburger Physiker beobachten, wie es sich Elektronen gemütlich machen
14.02.2019 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Grüne Spintronik: Mit Spannung Superferromagnetismus erzeugen

Ein HZB-Team hat zusammen mit internationalen Partnern an der Lichtquelle BESSY II ein neues Phänomen in Eisen-Nanokörnern auf einem ferroelektrischen Substrat beobachtet: Die magnetischen Momente der Eisenkörner richten sich superferromagnetisch aus, sobald eine elektrische Spannung anliegt. Der Effekt funktioniert bei Raumtemperatur und könnte zu neuen Materialien für IT-Bauelemente und Datenspeicher führen, die weniger Energie verbrauchen.

In heutigen Datenspeichern müssen magnetische Domänen mit Hilfe eines externen Magnetfeld umgeschaltet werden, welches durch elektrischen Strom erzeugt wird....

Im Focus: Regensburger Physiker beobachten, wie es sich Elektronen gemütlich machen

Und können dadurch mit ihrer neu entwickelten Mikroskopiemethode Orbitale einzelner Moleküle in verschiedenen Ladungszuständen abbilden. Die internationale Forschergruppe der Universität Regensburg berichtet über ihre Ergebnisse unter dem Titel “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunnelling microscopy on insulators” in der weltweit angesehenen Fachzeitschrift ,,Nature‘‘.

Sie sind die Grundbausteine der uns umgebenden Materie - Atome und Moleküle. Die Eigenschaften der Materie sind oftmals jedoch nicht durch diese Bausteine...

Im Focus: Regensburg physicists watch electron transfer in a single molecule

For the first time, an international team of scientists based in Regensburg, Germany, has recorded the orbitals of single molecules in different charge states in a novel type of microscopy. The research findings are published under the title “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunneling microscopy on insulators” in the prestigious journal “Nature”.

The building blocks of matter surrounding us are atoms and molecules. The properties of that matter, however, are often not set by these building blocks...

Im Focus: Universität Konstanz gewinnt neue Erkenntnisse über die Entwicklung des Immunsystems

Wissenschaftler der Universität Konstanz identifizieren Wettstreit zwischen menschlichem Immunsystem und bakteriellen Krankheitserregern

Zellbiologen der Universität Konstanz publizieren in der Fachzeitschrift „Current Biology“ neue Erkenntnisse über die rasante evolutionäre Anpassung des...

Im Focus: University of Konstanz gains new insights into the recent development of the human immune system

Scientists at the University of Konstanz identify fierce competition between the human immune system and bacterial pathogens

Cell biologists from the University of Konstanz shed light on a recent evolutionary process in the human immune system and publish their findings in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Thema Desinformation in Online-Medien

15.02.2019 | Veranstaltungen

FfE-Energietage 2019 - Die Energiewelt heute und morgen vom 1. bis 4. April 2019 in München

15.02.2019 | Veranstaltungen

Deutscher Fachkongress für kommunales Energiemanagement: Fokus Energie – Architektur – BauKultur

13.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Katalysatoren - Fluktuationen machen den Weg frei

15.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Berührungsgeschützt, kompakt, einfach: Rittal erweitert Board-Technologie

15.02.2019 | Energie und Elektrotechnik

Wie kann digitales Lernen gelingen? Lern-Prototypen werden auf der didacta vorgestellt

15.02.2019 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics